Richard David Precht: "Amazon und Alibaba sin...
 
Richard David Precht

"Amazon und Alibaba sind der Markt!"

Amanda Dahms
Autor Richard David Precht
Autor Richard David Precht

Der deutsche Philosoph Richard David Precht befürchtet, dass die Onlinegiganten, lassen wir sie weiter so werken wie bisher, die Städte leerräumen und die urbane Kultur zerstören werden. Corona hat die wirtschaftliche Ungleichheit verstärkt. Am wenigsten Unterstützung vom Staat haben jene bekommen, die es am dringendsten gebraucht hätten.

CASH: Sie haben in der Pandemie gleich zwei Bücher geschrieben – "Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens" und "Von der Pflicht". Sie haben in Ihrem Buch "Von der Pflicht" gemeint, "wer Distanz hält, betrachtet eben auch vieles aus der Distanz." Wie schlimm sind denn diese Coronaspätfolgen für die Gesellschaft?
Richard David Precht: Der Mangel an Körperlichkeit, an Nähe, lässt sich ja schnell wieder kompensieren. Vielleicht sind einige noch länger vorsichtig, vor allem wenn ihr Immunsystem nicht so stabil ist, aber die große Mehrheit wird zum Umarmen und Händeschütteln zurückkehren. Ich glaube nicht, dass es eine Kulturverschiebung geben wird und wir anfangen mit einander umzugehen, wie die Japaner.

Die Frage ist, wann. Jetzt ist es noch nicht erlaubt?
Das Ende der Pandemie wird nicht mit einem großen Knall kommen. Das Ende von Corona kommt in kleinen Schritten. In diesen kleinen Schritten werden die Menschen, was den körperlichen Umgang anbelangt, wieder zu ihren alten Verhaltensweisen zurückkehren.

Sie haben indirekt der Wirtschaft vorgeworfen, aus den Menschen Schnäppchenjäger gemacht zu haben. Trägt jede Minus-25-Prozent-Aktion im Lebensmittelhandel dazu bei, dass wir nur noch an unseren eigenen Vorteil denken?
Nein, die Minus-25-Prozent-Aktion macht nichts. Schnäppchen im Supermarkt hat es auch vor 20, 30 Jahren in der vordigitalisierten Welt gegeben. Und auch der Winterschlussverkauf beginnt jedes Jahr früher. Daran geht die Welt nicht zugrunde. Krass finde ich, dass mit der Bahn heute jene auf Kosten der anderen fahren, die digital affin sind. Das finde ich unsolidarisch.

Lesen Sie das gesamte Interview in der Mai-Ausgabe von CASH oder hier im E-Paper.
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