Spar: Fischlein check dich
 
Spar/Johannes Brunnbauer
Spar-Vorstand Markus Kaser über die Fischeinkaufspolitik von Spar.
Spar-Vorstand Markus Kaser über die Fischeinkaufspolitik von Spar.

Spar-Vorstand Markus Kaser sprich im CASH-Interview über die Fischeinkaufspolitik von Spar und hat auch einen Appell in Richtung pflanzliche Fischalternativen parat.

Preissteigerungen, Lieferengpässe, Nutri-Score – es sind viele Themen, welche die Branche sowie Spar derzeit beschäftigen. Dennoch geht es darum nur peripher, als sich CASH mit Spar-Vorstand Markus Kaser zum Interview im das Mezzanin – bar & restaurant Interspar am Wiener Schottentor trifft. Vielmehr steht diesmal die Verantwortung und Nachhaltigkeit oder genauer gesagt die Fischeinkaufspolitik von Spar im Fokus. Das dazugehörige Zehn-Punkte-Programm rund um die Bemühungen für den Erhalt der Vielfalt hat Spar mit Anfang 2022 gerade erst neu festgeschrieben.

CASH: Fisch und Meeresfrüchte sind bei den Österreichern beliebt, gleichzeitig stehen konventionelle Fischerei, Fischkonsum und Fischeinkauf immer wieder in der Kritik: Stichwort Überfischung oder Mikroplastik. Bereits 2011 hat sich Spar selbst verpflichtet, das gesamte Fischsortiment auf nachhaltige und verantwortungsvolle Produkte umzustellen. Inwieweit ist Ihnen das gelungen?
Markus Kaser: Es ist uns sehr gut und quer durch das ganze Sortiment gelungen – von Frischfisch an der Theke über Frischfisch verpackt bis hin zu den verarbeiteten Fischprodukten wie Thunfischpizza. Dabei berücksichtigen wir nicht nur den Meeresfisch, sondern auch den heimischen, Wildfang gleichermaßen wie Fisch aus Aquakulturen. Als wir 2011 damit angefangen haben, wurde noch sehr wenig über nachhaltigen Fisch gesprochen, aber wenn man mit dieser natürlichen Ressource nicht verantwortungsvoll umgeht, dann bekommen wir irgendwann die Rechnung präsentiert. Uns ist natürlich bewusst, dass das, was wir tun, weltweit betrachtet nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, aber wir haben eine Vorbildwirkung. Denn, wenn das in einem so kleinen Land wie Österreich funktioniert, das noch dazu ein Binnenland ist, warum sollte es nicht auch in anderen Ländern funktionieren. Vor allem in Deutschland und der Schweiz arbeitet man an ähnlichen Konzepten und Programmen.

Hat es damals für Spar einen bestimmten Auslöser gegeben?
Der Initiator war Gerhard Drexel. Wir haben damals die Zusammenarbeit mit dem WWF begonnen und haben uns sensibilisiert, unsere Aufmerksamkeit auf Fehlentwicklungen, wie die Gefährdung von gewissen Thunfischbeständen gelenkt. Denn, manchmal braucht es einfach eine Sensibilisierung und das ist gemeinsam mit dem WWF passiert und bei uns auf fruchtbaren Boden gestoßen.

"Wir wollen eine Wirkung erzielen und nicht recht haben", sagt Markus Kaser im CASH-Gespräch.
Spar/Johannes Brunnbauer
"Wir wollen eine Wirkung erzielen und nicht recht haben", sagt Markus Kaser im CASH-Gespräch.
Welche Maßnahmen setzt Spar konkret?
Das wichtigste ist sicher, dass wir jährlich und unabhängig durch den WWF überprüft werden, da sich die Bestände schnell ändern. Eine gute Basis dafür sind die ASC- und MSC-Siegel, weil sie die Rückverfolgbarkeit erleichtern. Die Anforderungen des WWF für die Bewertung von nachhaltigem Fischfang gehen aber über deren Vorgaben deutlich hinaus. Es werden sämtliche Produkte, auch die verarbeiteten, durchgeschaut, ob sie rot, also stark gefährdet, oder grün, in Ordnung, sind. Bei Rot wird entschieden, ob es Alternativen wie ein anderes Fanggebiet gibt. Ein Beispiel ist hier der Yellowfin Thunfisch, den wir durch den Skipjack Thunfisch ersetzt haben, da dieser deutlich höhere Bestände aufweist, sich schneller regeneriert und in unserem Fall mit Handleinen gefangen wird. Wenn man nicht ausweichen kann, gibt es das Produkt bei uns einfach nicht mehr. Als größter Lebensmittelhändler Österreichs ist es unsere Aufgabe, dass wir gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und solche Dinge in Gang setzen.

Schauen Sie denn auch bei den gelisteten Markenartikeln, woher der Fisch kommt?
Sehr wohl, auch jedes einzelne Markenprodukt wird vom WWF unter die Lupe genommen und bewertet. Bei Eigenmarken erreichen wir 100 Prozent verantwortungsvolle Quellen. Bei der Industrie sind es derzeit rund 99 Prozent, denn hier sind wir von deren Mitarbeit abhängig.

Lesen Sie das gesamte Interview in der März-Ausgabe von CASH gleich hier im E-Paper.
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