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Gerhard Drexel: „Das Coronavirus ist ein Evolutionsbeschleuniger“

Markus Wache
Gerhard Drexel: „Wir müssen in Österreich, aber auch in der EU, unsere Souveränität zurück- gewinnen.“
Gerhard Drexel: „Wir müssen in Österreich, aber auch in der EU, unsere Souveränität zurück- gewinnen.“

Mit dieser Aussage überrascht Spar-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard Drexel im Gespräch mit CASH. Außerdem nimmt er auch zu den Diskrepanzen mit der Landwirtschaft Stellung und betont, wie stolz er auf seine Mitarbeiter ist.

CASH: Herr Drexel, die Coronakrise hat die ganze Welt fest im Griff. Wie geht es der Spar und Ihnen persönlich angesichts dieser unvorhergesehenen Situation?
Gerhard Drexel: Trotz aller Probleme und Verwerfungen, die die Coronakrise weltweit mit sich gebracht hat, versuche ich, dieser etwas Positives abzugewinnen. Das gelingt aber nur mit Distanz in der Betrachtung. Ich glaube, dass sich diese Krise letztlich als Evolutionsbeschleuniger für unsere Gesellschaft und Wirtschaft erweisen wird.

Inwiefern? Das müssen Sie uns bitte erklären!

Nehmen Sie das Bildungswesen. In nur wenigen Wochen erlebten wir einen Evolutionsschub in Sachen E-Learning. Ohne Corona würde die Lehrergewerkschaft womöglich noch 100 Jahre benötigen, um neue Lern- und Unterrichtsmethoden zu akzeptieren. Oder nehmen Sie das Thema Kommunikation. Dank Corona erkennen unzählige Führungskräfte, dass Telefon- und Videokonferenzen etwas durchaus Nützliches sein können und dass sich dadurch die Anzahl der Geschäftsreisen signifikant reduzieren lässt.

Gibt es dank Corona auch einen Evolutionsschub in der Wirtschaft?

Davon bin ich überzeugt! Ich denke, das Credo einer exzessiven Globalisierung hat sich dank Corona ad absurdum geführt. Diese exzessive Globalisierung hat zu brandgefährlichen Abhängigkeiten geführt. So werden 75 Prozent des weltweiten jährlichen Antibiotika-Bedarfs in China und Indien hergestellt. Und die zig Millionen Schutzmasken, die wir derzeit in Österreich, Europa und Amerika händeringend brauchen, kann im Moment nur China liefern. Der Westen steht gedemütigt da.

Aber ist das im Hinblick auf Gewinnoptimierung nicht zum Teil auch selbst verschuldet?

Nur zum Teil. Jetzt rächen sich die wirtschaftspolitischen Versäumnisse. Wir müssen in Österreich, aber auch ... 

Das Interview in voller Länge zum Nachlesen gibt's im E-Paper:
April 2020
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