Spar: Hans K. Reisch: Alles für den Wohlfühlf...
 
Markus Wache
Hans K. Reisch, CFO der Spar AG und künftiger stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Gespräch mit CASH.
Hans K. Reisch, CFO der Spar AG und künftiger stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Gespräch mit CASH.

Covid-19 hat auch die Spar vor große Herausforderungen gestellt, bremsen lässt man sich davon aber nicht. CASH sprach mit KR Hans K. Reisch, CFO der Spar AG und künftiger stellvertretender Vorstandsvorsitzender, über Entwicklungen, Investitionen und den Supermarkt 2.0.

CASH: Herr Reisch, mit Anfang 2021 werden Sie nach fast 20 Jahren im Vorstand der Spar stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Ein weiterer Meilenstein in Ihrer über 30-jährigen
Geschichte im Handelskonzern. Worauf sind Sie in all der Zeit besonders stolz?
Hans K. Reisch: Spar war bei mir in der Familie naturgemäß immer schon das bestimmende Thema. Aber, dass das Unternehmen zu einem mitteleuropäischen Konzern wachsen würde und ich dabei sein werde und dazu meinen Beitrag leisten darf, hätte ich vor 30 Jahren nicht gedacht – und das erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit.

Dabei gab es aber nicht nur Höhen, sondern auch Herausforderungen, zuletzt und noch immer die Coronakrise. Als CFO der Spar AG sind Sie wahrscheinlich näher an den Zahlen dran als alle anderen. Wie haben sich die Maßnahmen rund um Covid-19 bis dato ausgewirkt?
In der Sparte Lebensmittelhandel hatten wir zwar als kritische Infrastruktur während der ganzen Zeit immer geöffnet und konnten dabei gute Umsätze machen, gleichzeitig war die Öffnung aber auch mit hohen Kosten verbunden. Um nur einige Beispiele zu nennen: Wir haben allein 15 Millionen Masken an unsere Kunden verschenkt, zwei Millionen Masken für unsere Mitarbeiter bereitgestellt und durch die verpflichtende Reinigung von Einkaufswagerln vor jedem Kunden hatten wir hohe Personalkosten. Auch das Bundesheer, das nach dem Hamsterwochenende in den Lagern geholfen hat, kostete uns mehrere Hunderttausend Euro. Die Sparte Sporthandel mussten wir zudem wochenlang komplett geschlossen
halten. Hier konnten wir, wie andere Händler auch, überhaupt keinen Umsatz machen. Gleiches galt für die Interspar-Restaurants und -Cafés und auch die allermeisten Shoppartner in den Shoppingcentern hatten nicht geöffnet. In Summe mussten wir über 2.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Mittlerweile nähern wir uns zwar wieder der Normalität, aber da die Maskenpflicht und die Abstands- und Hygieneregeln ja noch immer einzuhalten sind, ist auch die sogenannte Coronakrise noch nicht vorbei. Insofern kann ich noch keine abschließende Bilanz ziehen.

Was waren und sind in dieser Krise die größten Herausforderungen?
Eine sehr große Herausforderung waren die Tage nach dem ersten Hamsterwochenende. Wir mussten in den Lagerhäusern mehr als das Doppelte der eigentlich möglichen Kapazität stemmen, daher kam es in den Märkten zeitweise zu leeren Regalen. Dabei trotzdem genügend Nachschub von den Herstellern zu bekommen und diese dann in die Märkte zu bringen, war eine Meisterleistung aller Beteiligten. Die zweite große Herausforderung müssen aktuell die Mitarbeiter in den Märkten stemmen. Wochenlang waren sie verpflichtet, mit Mund-Nasen-Schutz und Handschuhen zu arbeiten. Das fordert alle sehr. Interessanterweise haben wir aber festgestellt, dass die Fluktuation leicht zurückgegangen ist in dieser
Zeit. Dass die Supermarkt-Mitarbeitenden plötzlich im Stellenwert der Öffentlichkeit gestiegen sind, dass sie die Gemeinschaft im Team stärker erleben und dass sie bemerken, dass sie im Gegensatz zu anderen einen sicheren Job haben, trug dazu bei, dass man die Unannehmlichkeiten leichter ertragen hat.

Das gesamte Interview zum Nachlesen gibt's im E-Paper.
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