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Patricia Sepetavc: "Man muss die ganze Klaviatur spielen"

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Mitarbeiter und Kaufleute stehen bei Patricia Sepetavc im Fokus, wie die neue Geschäftsführerin der Spar-Zentrale Wörgl im Interview mehrmals betont. Darüber hinaus erzählt sie, wie Corona auch den LEH belastete und warum es gleichermaßen Qualität und Rabattaktionen braucht.

Als mich Patricia Sepetavc in der Spar-Zentrale in Wörgl empfängt, gibt sie zu, ein bisschen aufgeregt zu sein. Es ist immerhin das erste Interview überhaupt, das die frisch gebackene Geschäftsführerin gibt. Doch
von der anfänglichen Nervosität ist im Gespräch nichts mehr zu spüren. Seit 13 Jahren ist sie Teil von Spar, hat Unternehmensphilosophie und Werte verinnerlicht, die Antworten kommen wie selbstverständlich. Sepetavc sieht sich selbst als Sparringspartnerin, Wertschätzung und Vertrauen sind ihr genauso wichtig wie Konsequenz und die Liebe zum Wettbewerb. "Mein Vater war ebenfalls bei Spar", erzählt sie. "Als ich mich entschieden habe, zur Spar zu gehen, hat er gemeint, dass ich viel lernen werde, aber auch hart arbeiten
muss. Er hatte recht, aber ich habe es keinen einzigen Tag bereut." Die harte Arbeit hat sich gelohnt, seit 1. April leitet sie die Spar-Zentrale in Wörgl.


CASH: Frau Sepetavc, wie geht es Ihnen in Ihrer neuen Position?
Patricia Sepetavc: Die ersten Wochen habe ich aufregend, dennoch positiv erlebt. Ich wurde sehr gut von meinen Mitarbeitern und Kollegen in dieser Rolle aufgenommen, auf die mich mein ehemaliger Chef, Christof Rissbacher, der nun die Geschicke bei DeSpar Italia leitet, gut vorbereitet hat.

Sie waren zuvor in den Bereichen Expansion und Standortentwicklung sowie Filialorganisation tätig. Was konnten Sie von diesen Erfahrungen in die neue Position mitnehmen?
Als ich 2008 als Trainee in der Expansion und Standortentwicklung begonnen habe, durfte ich schnell selbständig eigene Projekte entwickeln. Dabei habe ich gelernt, was es heißt, funktional, wirtschaftlich und erfolgreich Projekte aufzustellen. Als Leiterin der Filialorganisation war ich dann für 110 Filialen und 3.000 Mitarbeiter verantwortlich. Ich habe mit ihnen viele positive Momente erlebt, Erfolge gefeiert, aber auch Hürden gemeistert und schwierigere Themen bearbeitet. Ich konnte so viel von ihnen lernen – vor allem, dass Respekt, Vertrauen, Wertschätzung und Loyalität Kernelemente jeder funktionierenden Arbeitsbeziehung und Zusammenarbeit sind. Das möchte ich als zentrales Thema in meine neue Tätigkeit mitnehmen und weiterleben. Und letztlich habe ich in den letzten Jahren im Lebensmittelhandel gelernt,
dass beruflicher Erfolg mit viel harter Arbeit und Konsequenz verbunden ist, dass man bei Rückschlägen nicht in eine Schockstarre fallen darf, sondern diese stattdessen als Chance sehen muss. Ich liebe den Wettbewerb und habe an mich den Anspruch, mein Bestes zu geben – jetzt als Geschäftsführerin noch mehr.

Wenn Sie „schwierigere Themen“ sagen, woran denken Sie dabei ganz konkret?

Zuletzt natürlich an Corona. Das hat uns durch die Saisonlastigkeit und die damit verbundene Struktur hart getroffen. In der Wintersaison haben allein in Salzburg und Tirol 40 Millionen Nächtigungen nicht stattgefunden, wodurch in vielen Outlets Umsätze gefehlt haben.

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