Jeanne Ligthart/Zielpunkt: Strategie - ned de...
 
Jeanne Ligthart/Zielpunkt

Strategie - ned deppat!

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Jeanne Lighthart, Zielpunkt: "Der Hype rund ums Mundl-Bier hat auch uns etwas überrascht."
Jeanne Lighthart, Zielpunkt: "Der Hype rund ums Mundl-Bier hat auch uns etwas überrascht."

Ohne Plus-Belastung agiert Zielpunkt wieder österreichisch – mit neuer Werbestrategie, neuer Werbelinie und vielen neuen Marketing-Ideen. Hauptverantwortlich dafür: Mag. Jeanne Ligthart. CASH sprach mit der Marketing-Strategin unter anderem über den direkten Zusammenhang zwischen Mut und Erfolg.

CASH: Frau Ligthart, nach vierjähriger Irrfahrt durch die Welt der Softdiskonter mit deutschlastigem Sortiment plus abgekühltem Ambiente ist Zielpunkt derzeit wieder in aller Munde, nicht zuletzt auch wegen des eigens für den Mundl-Film kreierten Biers. Was hat noch zum Imageplus von Zielpunkt beigetragen?

Jeanne Ligthart: Eine ganze Menge. Zum einen haben wir für Zielpunkt ein völlig neues strategisches Konzept entwickelt und uns überdies nicht mehr als Softdiskonter, sondern als Diskont-Supermarkt positioniert – mit dem Besten aus beiden Welten. Und zum anderen haben wir eine Fülle von Marketingmaßnahmen gesetzt, die zum Glück aufgegangen sind. Dazu gehört auch die Kooperation mit Robert Winkler, dem Filmproduzenten, das Mundl-Bier betreffend, wobei wir schon von Anfang an ziemlich sicher waren, dass diese von Egger eigens für uns kreierte Bier-Sorte im typischen Mundl-Outfit ein Erfolg werden wird, dass die Sache eine dermaßen gewaltige Eigendynamik bekommt, damit haben wir jedoch nicht gerechnet.

Im Film selbst kommt das Mundl-Bier ja noch nicht vor, da trinkt Edmund Sackbauer die Zielpunkt-Eigenmarke Schlossbier. Wann fiel die Entscheidung für eine eigene Mundl-Edition?

Ziemlich bald, und wir sind ja auch pünktlich zur Filmpremiere Mitte Dezember des Vorjahres damit herausgekommen. Wir dürften damit ziemlich genau ins Schwarze getroffen haben, denn egal, ob wir Vernissagen, Premieren oder andere Events damit ausstatten, VIPs wie Nobodys reißen sich darum und lassen sich damit gerne fotografieren und filmen.

Apropos Fotografieren und Filmen. Im Internet gibt es bereits Foren zum Thema Mundl-Bier – ned deppat!

Ja ja, wie gesagt, die Sache hat jetzt eine multimediale Eigendynamik bekommen, die wir natürlich jetzt schon ein wenig weiterdrehen. So gibt es rechtzeitig zur Faschingszeit in den meisten In-Lokalen Freecards mit ablösbarem Mundl-Bart und via Online-Gewinnspiel kann man Mundl-Leiberl mit der Aufschrift ‚Mei Bier is ned deppat!‘ gewinnen. Zudem gibt es einen Mundl-Lookalike-Contest in Kooperation mit go-tv, wo es für den kreativsten Mundl-Fan eine Mundlparty zu gewinnen gibt - natürlich mit reichlich Mundl-Bier. Wobei jeder Mundl-Fan auf unserer Homepage einen Mundl-Style-
Guide quasi als Vorlage findet.

Über Zielpunkt wird also wieder allerorts gesprochen. Welchen Anteil daran hat da die wiederausgegrabene Lilli als Werbefigur und der neu hinzugekommene Sparstrumpf?

Auch einen großen, denn mit Zielpunkt selbst wurde auch die Lilli völlig neu positioniert. Gemeinsam mit unserer Agentur PKP Proximity wurde ihr etwas altkluges Image korrigiert und ihr ein neuer bester Freund zur Seite gestellt - Sparstrumpf. Und um den gibt es mindestens genauso einen Hype wie um das Mundl-Bier.

Inwiefern?

Weil auch der Sparstrumpf bereits richtiggehende Fangruppen hat, die via Internet Strickanleitungen austauschen. Und für die Kinder haben wir neben dem Sparstrumpf selbst auch Malbücher aufgelegt.

Was hat sich bei Zielpunkt in Sachen Sortiment verändert?

Unser Einkauf entscheidet in Österreich wieder völlig eigenständig, daher ist das Sortiment wieder österreichischer geworden. So haben wir den Anteil der heimischen Lieferanten von 70 auf 84 Prozent erhöht und geben den regionalen Produkten generell mehr Bedeutung. So wird es in den Outlets jeweils regionale Meter geben, wo nicht nur die relevanten regionalen Produkte gelistet sind, sondern auch die Betriebe vorgestellt werden.

Zielpunkt ist also jetzt kein Softdiskonter mehr, sondern ein Diskont-Supermarkt. Wie schaut bei einem solchen die Preispolitik aus?

Wir führen insgesamt rund 4.500 Produkte, eintausend davon als Eigenmarke und davon wiederum rund 600 auf dem Preisniveau der Harddiskonter Hofer und Lidl. Aber wir haben zusätzlich mit Schirnhofer Feinkostkompetenz, in 221 unserer 363 Filialen sogar mit Bedienung.

Das bedingt aber auch neue Mitarbeiter akquirieren. Wie sieht es denn lehrlingsmäßig bei Zielpunkt aus?

Auch da haben wir uns einiges überlegt. Wir bilden unsere Lehrlinge in zwei Berufen aus – Einzelhandelskaufmann und Bürokaufmann. Mit exaktem Karriereplan je nach Persönlichkeit und Talent. Als besonderes Zuckerl bekommt bei uns in Kooperation mit T-Mo-bile jeder Lehrling für ein mit Auszeichnung abgeschlossenes Berufsschuljahr ein iPhone geschenkt und telefoniert damit ein Jahr lang auf Firmenkosten.

Frau Ligthart, ich danke für das Gespräch.



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