Maximarkt: Thomas Schrenk: Einkaufserlebnis d...
 
Maximarkt

Thomas Schrenk: Einkaufserlebnis deluxe

Markus Wache
Thomas Schrenk, Geschäftsführer Maximarkt
Thomas Schrenk, Geschäftsführer Maximarkt

Dass der neue Maximarkt in Ried im Innkreis neue Maßstäbe im Handel setzt, darauf ist Thomas Schrenk besonders stolz. Im CASH-Interview schildert der Geschäftsführer der Interspar-Tochter, welche das sind und warum die Differenzierung über den Preis nicht funktionieren kann.

CASH: Herr Schrenk, das Jahr 2019 ist ein sehr spannendes für Maximarkt, denn zusätzlich zum 50-Jahr-Jubiläum, das Sie groß mit Ihren Kunden feiern, haben Sie mit dem neuen Standort in Ried auch einen Familienmarkt eröffnet, den Sie als modernsten Österreichs bezeichnen. Wie begründen Sie diese Aussage?
Thomas Schrenk: Der neue Maximarkt in Ried, den wir in 13 Monaten Bauzeit mit einem Investment von 26 Millionen Euro realisiert haben, setzt definitiv neue Maßstäbe im Handel. Neben außergewöhnlicher Außen- und Innenarchitektur gibt es  mehrere Highlights, wie zum Beispiel unsere Frischemarkthalle, in der erstmalig für Maximarkt alles, was an Frische verkauft und produziert wird, zusammengefasst ist. So wurde auch die maxi.backstube, die bisher räumlich außerhalb positioniert war, in den Markt integriert. Darüber hinaus präsentiert sich das maxi.restaurant mit 150 Sitzplätzen im Innen- und Außenbereich in einem völlig neuen Konzept und mit einem vielfältigen kulinarischen Angebot rund um frische Pasta, regionale Spezialitäten sowie zusätzlich zahlreiche Kaffee-, Tee-, Kakao-, Mehlspeisen, Eisspezialitäten und frische, hausgemachte Strudeln aus der maxi.backstube in unserer Kaffeebar. Ein weiteres Highlight ist die Innviertler Knödelküche, mit der wir unser Verständnis von Regionalität ganz deutlich untermauern.

Was ist Ihr Verständnis von Regionalität?
Regionalität heißt für uns, nicht nur lokale Produkte anzubieten, sondern sich auch ganz konkret mit den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden aus dem regionalen Einzugsgebiet sowohl bei der Werbung als auch beim Sortiment auseinanderzusetzen. Für einen Innviertler sind Innviertler Knödel fixer Bestandteil des Speiseplans und darauf reagieren wir mit der neuen Innviertler Knödelküche. Hier werden vor den Augen der Kunden Knödeln hergestellt, die dann entweder sortenrein tiefgekühlt in einer 12-Stück-Packung oder einzeln ausgewählt gekauft werden können. Wer will, kann diese natürlich auch gleich im maxi.restaurant genießen. Auf solche Konzepte setzen wir auch bei unseren anderen sechs Standorten.

Maximarkt hält seit dem Jahr 2003 unverändert bei sieben Standorten in Salzburg und Oberösterreich. Wie zufrieden sind Sie mit der Unternehmensentwicklung und könnten Sie auch auch eine Expansion in andere Bundesländer vorstellen?
Ich bin mit der Geschäftsentwicklung sehr zufrieden. Selbst im Vorjahr haben wir uns stabil entwickelt, als wir aufgrund des neu gebauten Standortes 13 Monate in einem Ausweichquartier mit deutlich geringerer Verkaufsfläche unser Auslangen finden mussten. Was die Expansion betrifft, ist unser Schwerpunkt nach wie vor Salzburg und Oberösterreich. Die Herausforderung unabhängig von der Raumordnung ist jedoch ganz generell, Standorte mit mindestens 5.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zu finden. Es stellt sich auch hinsichtlich der hohen Verkaufsflächendichte die Frage, wo das betriebswirtschaftlich gesehen überhaupt noch möglich und sinnvoll ist.

Wären Kompaktmärkte mit kleinerer Verkaufsfläche eine Alternative?
Es ist nicht so, dass wir nicht darüber nachgedacht hätten, aber wir brauchen diese 5.000 Quadratmeter einfach, um unser Sortiment mit über 55.000 Artikeln gemäß dem Motto „Alles unter einem Dach“ bestmöglich zu präsentieren. Wir verfügen ja auch über ein sehr umfangreiches Non-Food-Produktportfolio, das wir im Übrigen ebenfalls komplett überarbeitet und geschärft haben, um diesen für uns so wichtigen Bereich – immerhin erwirtschaften wir damit rund 30 Prozent unseres Umsatzes – weiter zu stärken.

Welche Maßnahmen haben Sie diesbezüglich gesetzt?
Erstmals haben wir die unterschiedlichen Sortimente nach Themen angeordnet und schaffen durch eine gut sichtbare Beschriftung an den Wänden auch eine bessere Orientierung für die Kunden. So findet man etwa im größten Bereich „Spielen und Lernen“ alles rund um Spielwaren, Schul- und Büroartikel, bei Sport und Bekleidung ein maßgeschneidertes Angebot für Hobbysportler und Freizeitfans, im Bereich Kochen und Genießen alles für Küche und Haushalt und bei Waschen und Bügeln nicht nur Weichspüler und Waschmittel, sondern auch Waschmaschinen und Dampfbügelstationen. Die klassische Elektroabteilung haben wir sozusagen in die einzelnen Bereiche integriert und diese logisch und übersichtlich gestaltet, damit die Kunden auf einen Blick alles finden, was sie suchen. Insgesamt haben wir drei Jahre an diesem Konzept gearbeitet, das wir nun Schritt für Schritt auch in all unseren anderen Standorten ausrollen. Ebenso wie unser maxi.service im Eingangsbereich als erste Anlaufstelle für Anfragen jeglicher Art, angefangen von Produktanfragen und Reklamationen bis hin zu einem ÖTicket-Verkaufsschalter und einer Lotto-Toto-Annahmestelle. Wir wollen unsere Kunden durch hohe Serviceorientiertheit, Kompetenz und Zuverlässigkeit zu Maximarkt-Fans machen.

Ihre Mitbewerber setzen in Sachen Kundenbindung gerade medienwirksam auf Kundenbindung über eine Kundenkarte. Als Tochterunternehmen der Spar-Gruppe kommt so ein Konzept für Sie nicht in Frage, nehme ich an?
Hier bin ich mit unserer Mutter ganz klar einer Meinung. Wir wollen nicht jene Kunden bevorzugen, die uns ihre Daten zur Verfügung stellen, sondern alle gleich behandeln. Wir setzen aber auch auf Kundentreueaktionen wie zum Beispiel die bei den Verbrauchern sehr beliebten Rabattmarkerln.  

Durch das Sammeln von Kundendaten kann man das Sortiment aber gezielter an die Wünsche der Verbraucher anpassen und ihnen – so heißt es immer wieder – maßgeschneiderte Angebote zu attraktiven Preisen zur Verfügung stellen. Verzichten Sie damit nicht auf einen wichtigen Hebel im Zusammenhang mit der Kundenbindung?
Gegenüber der Konkurrenz aus dem Onlinehandel ist es natürlich ein großer Nachteil, keine Kundendaten zu haben. Denn durch die hinterlegten Algorithmen kann man wahnsinnig viel über die Kunden erfahren. Im stationären Handel stellt sich aber immer die Frage, wie sinnvoll kann ich diese Kundendaten wirklich nutzen bei der Kundenanzahl, die ich pro Jahr habe. Bei uns sind das etwa eine Million zahlende Kunden pro Markt. Viel wichtiger sind meiner Meinung nach die verschiedensten Kontaktpunkte im Markt. Ein Beispiel ist die Bedienung an den Frischetheken, die wir stark forcieren. Über die persönliche Ansprache lernen wir unsere Kunden besser kennen. Kundenbindung erfolgt durch durchdachte Serviceleistungen, die es auszubauen gilt. Preisangebote sind lediglich ein Hygienefaktor, den man bedienen muss. Differenzierung findet so aber nicht statt.

Wenn man sich die Aktionspolitik im heimischen LEH ansieht, dann wirkt es aber schon so, als würde der Kampf um den Kunden zu einem großen Teil über den Preis geführt.
Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und Aktionen, die die Frequenz steigern, gehören zum Geschäft einfach dazu. Wir als regionales Unternehmen könnten es uns auch nicht leisten, hier nicht mitzuspielen. Wir differenzieren uns über unseren hohen Servicegrad, die maßgeschneiderten Sortimente je Markt angepasst an die jeweilige Region und ein hervorragendes Qualitätslevel.

Teil des Sortiments sind auch die Spar-Eigenmarken. Wie viel Spielraum haben Sie eigentlich, wenn es um deren Einlistung geht?
Wir sind seit dem Jahr 2002 ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Interspar, können aber in Bezug auf die Bereiche Einkauf, Marketing, POS-Auftritt und Aktionspolitik selbstständig agieren und das tun wir auch. Die starken Spar-Eigenmarken wie S-Budget, Spar Natur*pur oder Spar Premium nicht zu listen und sich diesen Umsatz entgehen zu lassen, wäre aber ein fataler Fehler. Wie Sie sicher schon bemerkt haben, finden sich bei Maximarkt zahlreiche Elemente, die es auch bei Interspar gibt und umgekehrt. Wir profitieren im Konzern voneinander und setzen gute Konzepte im Ladenbau und Ideen wechselseitig um. Darüber hinaus nutzen wir natürlich Synergien bei der IT, der Lohnverrechnung, im Backoffice und bei der Belieferung der Märkte.

Herr Schrenk, vielen Dank für unser Gespräch.

50 Jahre Maximarkt
  • Gründung: 1969 in Linz, seit 2002 Tochterunternehmen der Interspar
  • Geschäftsführung: Thomas Schrenk
  • Mitarbeiter: rd. 1.300
  • Durchschnittliche Verkaufsfläche pro Markt: 5.000 m2
  • Standorte: 7 in OÖ und Sbg.
  • Sortiment: ca. 55.000 Artikel
Quelle: Unternehmensangaben
Maximarkt Ried – Facts
  • Adresse: Schärdinger Straße 38, 4910 Ried
  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7.30 bis 19.30 Uhr, Samstag, 7.30 bis 18.00 Uhr
  • Marktleiter: Prok. Mag. Christoph Scheuringer
  • Parkplätze: 352 Gratis-Komfortparkplätze (inkl. Garagenplätze und 7 E-Ladestationen)
  • Sitzplätze maxi.restaurant: 150 im Innen- und Außenbereich
  • Anzahl Mitarbeiter: 160, davon 3 Lehrlinge
  • Shoppartner: Klipp Frisör, Riedberg-Apotheke, Eat Happy
  • Anzahl Mitarbeiter Shoppartner: 28
  • Sortiment: rd. 55.000 Artikel
  • lokale Produkte: rd. 2.500 Artikel
  • lokale Lieferanten: mehr als 400
  • Verkaufsfläche: rd. 5.000 m2

Quelle: Unternehmensangaben

mypartybrezn.at
Maximarkt bietet in seinen sieben maxi.backstuben Riesenbrezen und Riesengebäcke an, die vor Ort vom Mehl weg frisch gebacken und anschließend belegt werden. Neben einem fixen Sortiment bestehend aus Expressbrezn, vegetarischer Riesenbrezn und Puten-Riesenbrezn sowie Riesengebäck in verschiedenen Varianten, Klassikern und süßen Brezn steht auch ein Brezn-Konfigurator zur Verfügung. Ausgewählt werden kann aus drei verschiedenen Teigen, zahlreichen Aufstrichen, Garnierungen und Belägen wie Käse, Wurst, Rohwurst, Schinken, Gebratenem und Vegetarischem. Die Bestellungen erfolgen ganz einfach online über die Website mypartybrezn.at mindestens 48 Stunden vor dem Abholtermin oder direkt in den Maximarkt-Standorten. Die vorgefertigten Expressbrezn können zudem innerhalb einer Produktionszeit von nur drei Stunden hergestellt werden.

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