Unik/Lekkerland: Convenience-Trio setzt Kurs ...
 
Unik/Lekkerland

Convenience-Trio setzt Kurs auf Veränderung

Unik – T.Gies
Emmanuel Fink (Mitte) wird zukünftig in die Geschäftsführung von unik einsteigen, die aktuell mit Andreas Haider (l.) und Julius Kiennast (r.) besetzt ist.
Emmanuel Fink (Mitte) wird zukünftig in die Geschäftsführung von unik einsteigen, die aktuell mit Andreas Haider (l.) und Julius Kiennast (r.) besetzt ist.

Mit der Übernahme von Lekkerland schafft unik das, was der Rewe in Österreich verwehrt blieb. Durch das Vereinen der Kompetenzen der Unigruppe, Kiennast und nun eben Lekkerland liefert der Zusammenschluss ein einzigartiges Angebot für eine sich schnell verändernde Branche.

CASH: Unik hat mit der Lekkerland-Übernahme das geschafft, was der Rewe Group in Österreich nicht gelungen ist. Wie kam es zu dem Zusammenschluss?
Emmanuel Fink: Als die Lekkerland-Mutterfirma von der Rewe aufgekauft wurde und wir wegen dem Beschluss der Bundeswettbewerbsbehörde als eigenständiges Unternehmen weitermachen mussten, war uns bereits klar, dass wir einen strategischen Partner brauchen. Das war notwendig, um unseren Größennachteil auszugleichen. Außerdem war schon abzusehen, dass die OMV als Kunde abspringen könnte. Wir haben mit mehreren österreichischen und internationalen Unternehmen Gespräche geführt, aber das ist durch Corona alles etwas eingeschlafen. Vergangenen Herbst haben wir uns dann wieder mit unik zusammengesetzt. Dann sind wir auf einen Nenner gekommen.
Andreas Haider: Von Seiten der Unigruppe aus war stets Interesse vorhanden, mit Lekkerland eine Kooperation einzugehen, aber zu Beginn hat das einfach noch nicht gepasst. Zusammen mit dem Handelshaus Kiennast wurde dann die unik gegründet, wodurch eine Kompetenz im hart umkämpften Tankstellen-Geschäft geschaffen war. Mit dem Top-Team Zentraleinkauf ist Know-how im Sourcing und dem Convenience-Bereich dazugekommen. Darum sind wir beim zweiten Anlauf der Gespräche mit Lekkerland schnell zusammengekommen – schließlich waren wir schon gut vorbereitet.
Fink: Das lag auch an unseren ähnlichen Ansichten, wohin sich die Geschäftsbereiche entwickeln könnten.

Welche Rolle hat das Wegfallen der OMV dabei gespielt?
Fink: Das war schon eine vorhersehbare Marktentwicklung. Durch die „Verkleinerung“ von Lekkerland hat sich die Frage gestellt, welcher Dienstleister die Supermarkt-Kompetenz in der notwendigen Größe mitbringt. 2021 hat Rewe zunächst Shell, dann noch die OMV an Bord geholt. Wobei das schon eine gewisse Ironie mitbringt, da Stimmen aus diesem Lager damals laut gegen die Übernahme von Lekkerland Österreich durch Rewe geschrien haben. Aber wir sehen das jetzt als eine Chance, neue Kunden zu adressieren und mit einer neu gewonnenen Kompetenz ein differenziertes Angebot zu präsentieren.
Haider: Ich habe einiges an den Marktströmungen der vergangenen beiden Jahre auszusetzen. Da war vieles nicht okay. Positiv bleibt aber, dass im Tankstellengeschäft viel ausprobiert wird und wir als Dienstleister somit immer einen Ansporn haben, uns weiterzuentwickeln. Die Zeit für Veränderung ist aktuell ohnehin gegeben. Denn ich gehe nicht davon aus, dass Tankstellen in zehn Jahren so aussehen werden wie heute. Elektromobilität, Digitalisierung, Nachhaltigkeit – das sind alles Kernthemen, die bereits für massive Veränderungen gesorgt haben und weiterhin sorgen werden.
Fink: Wobei ich dazu sagen muss, dass das Kerngeschäft nicht der Wachstumsbereich ist. Jeder Händler sollte sich fragen, wie die Kunden 2025 einkaufen werden und sich dort hinentwickeln. Dadurch werden einige neue Shoppingkonzepte entstehen. Der Point of Sale ist auch Point of Service.

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