WKO: Peter Buchmüller: Überzeugungsarbeit ist...
 
WKO

Peter Buchmüller: Überzeugungsarbeit ist notwendig

Markus Wache
Peter Buchmüller spricht im CASH-Interview über die Anliegen der WKO-Sparte Handel.
Peter Buchmüller spricht im CASH-Interview über die Anliegen der WKO-Sparte Handel.

Nicht zuletzt aufgrund der neuen Regierungskonstellation wartet auf die WKO im Allgemeinen und die Bundessparte Handel im Besonderen viel Überzeugungsarbeit. CASH bat Handelsobmann KR Peter Buchmüller zum Interview.

CASH: Herr Buchmüller, aus Aktualitätsgründen möchte ich mit dem Thema Einwegpfand beginnen, welches ja seitens der Regierung derzeit heiß diskutiert wird. Wie sehen Sie diese Causa?
Peter Buchmüller: Das Thema Einwegpfand steht im Regierungsprogramm gar nicht drinnen und wurde erst jetzt wieder zum Thema. Es geht darum, dass für Getränkeflaschen aus Kunststoff bis zum Jahr 2029 eine Recyclingquote von 90 Prozent erreicht werden soll. Zusätzlich muss aber bis 2025 EU-rechtlich ein Kunststoff-Recycling für alle Verpackungen, also nicht nur für Getränkeverpackungen, im Ausmaß von 50 Prozent erreicht werden. Da das Einwegpfand nur PET-Getränkeflaschen betrifft, sprechen wir von gerade einmal 16 Prozent des Gesamtvolumens. Und diese 16 Prozent würden dem Handel ziemliche Probleme bescheren, wenn es wirklich zu einem Einwegpfand käme. Besser wäre eine ganzheitliche Lösung: Mehr Motivation des Konsumenten, getrennt zu sammeln, und zusätzlich zu dieser Maßnahme Aussortierung von Wertstoffen aus dem Restmüll.

Welche zum Beispiel?
Es wären einmal hohe Investitionen in die Nachrüstung respektive Neuanschaffung von Rückgabeautomaten notwendig, es würde mehr Personal notwendig sein und die Entsorgungs- sowie Trennungslogistik in den Filialen direkt wäre aufwendiger, abgesehen vom Platzproblem vor allem in den kleineren Outlets. Man darf nicht vergessen, dass die bestehenden Sammel- und Verwertungssysteme bestens funktionieren, kommen wir doch österreichweit derzeit bereits auf eine Sammelquote von 73 Prozent. Das neue Wiener System „3 in 1“, bei dem Getränkedosen, PET-Flaschen und Getränkekartons in eine Tonne geworfen werden können, sollte à la longue in ganz Österreich ausgerollt werden. Wichtig wäre jedenfalls grundsätzlich eine Vereinheitlichung.

Würde ein Einwegpfandsystem dann nicht automatisch auch die Anzahl der Sammelcontainer drastisch reduzieren?
Österreichweit gibt es derzeit rund zwei Millionen davon in Form von Gelber Sack und Gelbe Tonne. Sollte das Einwegpfand kommen, würden nur mehr die Rückgabemöglichkeiten in den Outlets übrigbleiben, also etwas mehr als 6.000. Für diese gesunkene Convenience des Konsumenten müsste der Handel dann noch rund 150 bis 200 Millionen Euro zusätzlich in die Rücknahmeautomaten investieren.

Das gesamte Interview zum Nachlesen gibt's im E-Paper: hierlesen

stats