WKÖ: Christoph Tamandl: Der Herr der Helden
 
Markus Wache
Christoph Tamandl, Geschäftsführer des Fachverbands ­Lebensmittelhandel in der WKÖ: "Der Lebensmittelhandel hat in der Krise Außerordentliches geleistet."
Christoph Tamandl, Geschäftsführer des Fachverbands ­Lebensmittelhandel in der WKÖ: "Der Lebensmittelhandel hat in der Krise Außerordentliches geleistet."

Christoph Tamandl ist seit 1. Juli neuer Geschäftsführer des Fachverbands ­Lebensmittelhandel in der WKÖ. Im CASH-­Interview spricht er über den Image-Boost durch die Krise, das Verhältnis zu freien Verbänden und seinen Standpunkt zum Einwegpfand.

CASH: Herr Tamandl, Sie waren international in der Lebensmittelindustrie tätig, warum jetzt das Bundesgremium für Lebensmittelhandel?
Christoph Tamandl:
Ich war viele Jahre im Ausland, habe viele Erfahrungen gesammelt, und wollte dieses Wissen sehr gerne auch in der Heimat einsetzen. Think global, act local. Außerdem finde ich es sehr spannend für Dinge einzutreten, die über ein Unternehmen hinausgehen, die für die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt gut sind. Da ist die Wirtschaftskammer die richtige Plattform, um auf das große Ganze zu schauen.

Sie waren ja schon zuvor in einer europäischen Interessenvertretung tätig, was ist für Sie der größte Unterschied zur Industrie?
Der größte Unterschied zwischen Unternehmen und Kammer ist, dass Unternehmen nach dem Top-down-Prinzip geführt werden, gesetzte Ziele werden über alle Bereiche hinweg kaskadiert. Die Kammer ist eine Bottom-up-Institution, in der verschiedene Interessen aufeinandertreffen, die im Interessenausgleich abgestimmt und dann politisch vertreten werden. Das ist manchmal ein langwieriger Prozess, der an den Demokratie-Apparat erinnert, doch die Resultate haben besondere Qualität und Gewicht. 

Welche Zielvorgabe haben Sie bekommen?
Die Ziele kommen primär aus den Gremien, aber jeder gute Geschäftsführer hat die Aufgabe sicherzustellen, dass seine Organisation langfristig zukunfts- und wettbewerbsfähig bleibt. Dazu müssen wir in der politischen Interessenvertretung, beim Mitgliederservice sowie der internen und externen Kommunikation exzellente Leistung abliefern und die Bedürfnisse unserer Mitglieder kennen. Ich möchte, dass wir in den vier Fachverbänden, die wir vertreten, die klare Nummer eins als Interessenvertretung sind.

Das Interview in voller Länge gibt's zum Nachlesen im E-Paper:
September 2020
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