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Birgit Aichinger: Marketer des Jahres 2015

Vöslauer
Birgit Aichinger, Marketer des Jahres 2015 © Vöslauer
Birgit Aichinger, Marketer des Jahres 2015 © Vöslauer

Anlässlich der Auszeichnung "Marketer des Jahres" hielt Prof.

Hans-Jörgen Manstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Manstein Zeitschriftenverlagsges.m.b.H., die Laudatio auf die Preisträgerin 2015, Mag. Birgit Aichinger, Marketingleiterin von Vöslauer. Hier die Rede im Originalwortlaut, gehalten bei der Effie-Gala am 29. Oktober 2015:

Ich habe die große Ehre, heute über den Marketer des Jahres zu sprechen. Eigentlich dürfte Frau Magister Birgit Aichinger diesen Titel, den wir heute verleihen wollen, gar nicht so erhalten. Und das nicht nur, weil „Marketer des Jahres“ keine ordentliche Gender-Politik vorsieht, ja nicht einmal ein – eh an sich schon schwaches – Binnen-I.

Das würde die IAA noch ertragen, auch, wenn uns der/die Gender-Beauftragte wahrscheinlich sowieso mit dem nassen Fetzen wo-auch-immer hintreiben werden.

Eben wegen eines einfach nicht mehr ins gleichbehandelnde 21. Jahrhundert passenden Preis-Titels.

Deswegen also, liebe Frau Magister Aichinger, sollten Sie ihn ruhig entgegen nehmen. Aber da ist noch ein anderer, ungleich gewichtigerer Einwand. Doch davon später.

Zuerst wollen wir uns einige Gedanken über Vöslauer machen. Denn immerhin, soviel steht fest, ohne Vöslauer heuer kein Marketer des Jahres, der Klammer-auf DIE Klammer-geschlossen keine Marketerin. Aber das klingt auch irgendwie seltsam.

Bleiben wir daher einstweilen bei Vöslauer. Und bei dessen Geschichte, die untrennbar – zumindest eine Zeit lang – auch mit der Geschichte der Bank Austria verbunden ist. Was aber jetzt wahrscheinlich kein gutes Thema ist. Banken allgemein nämlich.

Nicht auszudenken, was ohne die herausragenden Führungspersönlichkeiten Engelbert Wenkheim und Alfons Haiden, seines Zeichens ehemaliger Generaldirektor der „Z“-Sparkasse, passiert wäre.

Wir würden vermutlich heute Abend Pellegrino trinken oder Acqua Panna, oder etwas Ähnliches.

So aber haben wir unser Vöslauer, weil nämlich die Herren Wenkheim und Haiden sich vor fast 25 Jahren unter Zuhilfenahme einer Papierserviette ausgeschnapst haben, zu welchem Preis die niederösterreichische Traditionsquelle den Eigentümer wechseln soll.

Rückwirkend mit 1. Jänner 1992 wurde der Schmierzettel dann rechtswirksam und man muss Herrn Wenkheim schon eine gewisse Courage zugestehen. Damals eben.

Vöslauer hatte einen überschaubaren Markt.

Der Konkurrent Römerquelle schien übermächtig und die Nummer Eins-Position quasi erbpachtmäßig zu halten. Damals hatte Vöslauer im Lebensmittelhandel einen Marktanteil von 15%, Römerquelle kam auf ca. 30%.

Das änderte sich dann nach und nach. Mit viel Fleiß und Akribie erobert sich Vöslauer den ersten Platz im Lebensmitteleinzelhandel. Dr. Alfred Hudler war übrigens damals schon dabei. Was wiederum beweist, dass Engelbert Wenkheim nicht nur den Riecher für die richtige Quelle hatte, sondern auch ein ausgesprochen glückliches Händchen für die Auswahl seiner Mitarbeiter.

Frau Magister Aichinger, damit wir jetzt endlich zum Wesentlichen kommen, stieß zwar erst im Jahr 2000 zum Team, aber von da an änderte sie einiges. Und das bringt mich zum eingangs erwähnten Einwand. Ich glaube nämlich, dass Frau Aichinger, bevor wir zur eigentlichen Preisverleihung kommen, erst einmal einen anderen Preis bekommen sollte. Als sie die Marketingabteilung übernahm, war die eher dürftig mit zweieinhalb Mitarbeitern besetzt. Heute sind das zehn Personen. Plus Frau Aichinger.

Im gleichen Zeitraum stieg der Marktanteil von Vöslauer von 30% auf 41%.

Frau Aichinger bekommt also von mir den eigens für diesen Anlass erdachten Anti-AUSTERITY-Preis für Manger(innen), die beweisen, dass hirnloses Zu-Tode-Sparen der falsche Weg ist. Dazu ist ihr herzlich zu gratulieren.

Frau Aichinger, bitte verstehen Sie diese erste Ehrung des heutigen Abends als eine Art Maria-Theresien-Orden für diesen Ihren besonderen Mut, der Sie zum Erfolg geführt hat.

Man könnte jetzt viel sagen über ihren speziellen Zugang zum Marketing. Über ihre Neugierde, über die oft atemberaubende Geschwindigkeit, die Frau Aichinger bei der Umsetzung ihrer Ideen an den Tag legt. Über die immer neuen Wege, die sie sucht. Und auch darüber, dass sie rund um die Marke Vöslauer ein Wertesystem und – wichtig für den Konsumenten und damit ausschlaggebend für den Erfolg – ein Leistungsversprechen aufgebaut hat, das Sie, Dr. Hudler, und das gesamte Vöslauer-Team Tag für Tag einhalten.

Aber das wissen Sie, sehr geehrte Damen und Herren, ja ohnedies alles.

Und damit alles seine Ordnung hat, darf ich nun Frau Mag. Birgit Aichinger bitten, zu mir zu kommen, aber auch Frau Mag. Michaela Huber, Kommunikationschefin der OMV, bitte, selbiges zu tun.

Frau Mag. Huber wird nun als Marketerin des Vorjahres die Verleihung vornehmen. Dafür darf ich jetzt schon um Ihren Applaus bitten.

Prof. Hans-Jörgen Manstein hielt die Laudatio
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Prof. Hans-Jörgen Manstein hielt die Laudatio
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