Der Handel und die Bauern: Stellungnahme des ...
 
Der Handel und die Bauern

Stellungnahme des Handels

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Minister Andrä Rupprechter
Minister Andrä Rupprechter

Die heimischen Handelsketten haben auf Landwirtschaftsminister Rupprechters Sager von der Margenteilung des Handels mit den Bauern reagiert. Hier die wichtigsten Statements:

Rupprechters Aussage in der sonntäglichen Pressestunde, der Lebensmittelhandel möge doch seine Margen bei regionalen Produkten mit den Bauern teilen, sorgte zwar für Applaus in der Landwirtschaft, doch eher für Versunderung bei den Handelsketten.

Ines Schurin, Pressesprecherin der Rewe International AG, meint dazu: "Auf Basis der doch recht vagen Aussage des Herrn Bundesminister können wir das nicht wirklich seriös kommentieren. Wir gehen aber davon aus, dass der Minister diesbezüglich noch das direkte Gespräche mit uns suchen wird. Generell sind wir der Meinung, dass es das aber bereits gibt, da wir ja bereits heute Zuschläge für bestimmte Konzepte / Produkte bezahlen – das beginnt bei Bio und geht über Regionalität bis hin zu besonders nachhaltigen Zugängen wie z.B. bei Donausoja. Wir zahlen schon heute die höchsten Aufschläge für solche Differenzierungsmerkmale. Zudem gehen wir davon aus, dass jeder der mit uns zusammenarbeitet auch davon profitiert."

Nicole Berkmann, Presseprecherin der Spar: "Dieses Ansinnen von Minister Rupprechter ist absurd. Wir haben uns seit Jahrzehnten der österreichischen Produktion verschrieben. In vielen Teilbereichen  wie zum Beispiel Frischfleisch, Eier, Milch etc. führen wir ausschließlich österreichische Produkte. Vieles davon könnten wir billiger aus dem Ausland beziehen. Wir haben uns aber für die heimische Produktion entschieden. Und das soll jetzt bestraft werden? Außerdem: Wenn der Handel eine Pauschalprämie für heimische Produkte bezahlen muss, dann verteuert das die Verkaufspreise. Das hieße, dass also auch die Konsumenten dafür bestraft werden, dass sie heimische Produkte kaufen. Und außerdem zahlen wir bereits Zusatzprämien - aber nur, wenn dahinter eine höhere Qualität steht: Bei Eiern haben wir ein eigenes Spar-Eier-Qualitätsprogramm. Bei Einhaltung bestimmter Kriterien wie besserer Tierschutz etc. erhalten unsere bäuerlichen Partnerbetriebe auch eine Zusatzprämie, auch für das Frischfleisch mit AMA-Gütesiegel zahlen wir bereits eine Prämie. Im gesamten Bio-Bereich wird mehr bezahlt und bei Äpfeln haben wir in der Steiermark ein Pestizidreduktionsprogramm – das Spar-Äpfel-Qualitätsprogramm, bei dem die Erzeuger 10 Cent pro Kilo mehr von uns erhalten und so weiter."

Pfeifer Holding Geschäftsführer Dr. Erich Schönleitner: „Wesentlich ist, dass jedem Glied der Wertschöpfungskette sein Teil zukommt. Der Mehrwert muss zwischen den Teilnehmern der Wertschöpfungskette aufgeteilt werden – inklusive eines angemessenen Gewinnbeitrages, der hinreichend für jeden Teilnehmer der Wertschöpfungskette Investitionen ermöglicht, um Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Wertschöpfungskette ständig zu verbessern. Insofern finde ich den Ansatz des Herrn Bundesministers richtig. Im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit der regionalen Landwirtschaft für unsere Bio-Eigenmarke 'natürlich für uns' leben wir diesen fairen Ansatz, der allen Beteiligten gesundes Wachstum ermöglicht.“ 
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