Aldi Süd: Diskonter rollt neues Konzept aus
 
Aldi Süd

Diskonter rollt neues Konzept aus

Aldi Süd will sein Filialnetz bis 2018 komplett runderneuern. Der entsprechende Pilotmarkt hat nun in Unterhaching bei München seine Pforten eröffnet: Der deutsche Diskont-Primus gibt sich modern und edel.

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Der deutsche Diskonter Aldi Süd rüstet sich für den Wettbewerb und hübscht mit Investitionen in Millionenhöhe seine Filialen auf. In Deutschland können seit Jahren vor allem die Vollsortimenter punkten und wachsen schneller als der Markt. Diesen Trend will Aldi durchbrechen, weniger minimalistisch wirken und den Kunden mehr Einkaufserlebnis bieten.

Begleitet von großem Medieninteresse präsentierte Aldi Süd diese Woche sein neues Konzept in Unterhaching bei München. Nach dem Vorbild dieser "Filiale der Zukunft" sollen noch in diesem Jahr 200 Filialen umgebaut werden. Bis 2019 werden alle 1.860 Standorte des Marktführers im deutschen Diskont umgerüstet sein. Der Markt in Unterhaching war für die umfassende Modernisierung gerade einmal vier Wochen geschlossen, was in der Branche als bahnbrechend gilt.

Aldi Süd verzichtet künftig vollständig auf Paletten. Auch Deckenhänger und Plakate sollen gänzlich verschwinden. Stattdessen sollen moderne LED-Technik, Holzoptik und Tageslicht die Märkte hell und freundlicher machen. Die Obst&Gemüse-Abteilung wird mit hellgrünem Licht bestrahlt und soll so eine Marktatmosphäre schaffen. Saisonbedingt werden künftig acht bis elf Obst- und Gemüsesorten als lose Ware angeboten. Der Diskonter hat dies wegen hoher Abschriften bislang abgelehnt.

Auch die Sortimente werden neu ausgerichtet: Das umsatzstarke Obst und Gemüse wandert in den hinteren Bereich des Marktes. In dieser Frischezone finden die Kunden auch Fleisch, Mopro und TK-Produkte. Alles was zum Kochen gebraucht wird, steht in unmittelbarer Nähe. Auch das Wein- und Sektangebot wandert an das Kopfende des Marktes und wird warm ausgeleuchtet. 

Drogeriewaren werden künftig in der Nähe der Kassen verkauft. Auch die Aktionsware und Tiernahrung stehen dort. Die Aktionstische und der Kassenbereich sind nun in edler Holzoptik verkleidet. Aldi will mit mehr Kopfgondeln auch das Aktionsgeschäft stärker beleben. Eine verbesserte Kennzeichnung der Warengruppen an den Außenwänden soll insgesamt die Orientierung im Markt erleichtern.

Neu ist die sogenannte Coolbox für gekühlte Getränke und Snacks, wie man sie von Hofer in Österreich bereits kennt. Sie wird zum Standard in allen Märkten. Bei Backwaren setzt Aldi Süd weiterhin auf vollautomatische Backstationen, die aber ein neues Design bekommen. In rund 600 frequenzstarken Standorten wird es künftig auch To go-Kaffeeautomaten geben. Eine Sitzbank hinter der Kassenzone bietet den Kunden mehr Komfort.
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