WKÖ Bundesparte Handel: 1. Halbjahr 2014: Han...
 
WKÖ Bundesparte Handel

1. Halbjahr 2014: Handelsumsätze erstmals seit 3 Jahren ohne realem Minus

-

Der Einzelhandel in Österreich hat im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zur Vorjahresperiode ein nominelles Umsatzplus von einem Prozent auf rund 26,5 Milliarden Euro erzielt. Real, d.h. unter Berücksichtigung der Preiseffekte im Einzelhandel, blieben die Umsätze damit erstmals seit dem ersten Halbjahr 2011 auf dem Niveau des vorangegangenen Jahres.

„Stabilität kennzeichnet die Zwischenbilanz des heimischen Einzelhandels für das laufende Jahr“, analysierte Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Ergebnisse der aktuellen Erhebung der KMU Forschung Austria zur Konjunkturentwicklung.

Verkaufspreise steigen schwächer als Inflationsrate



Erfreut zeigte sich Lorentschitsch ob der Tatsache, dass die durchschnittlichen Verkaufspreiserhöhungen im 1. Halbjahr im Einzelhandel mit einem Prozent weniger stark als die Inflationsrate ausfielen. Der Preisauftrieb im Einzelhandel ist in der ersten Jahreshälfte 2014 gegenüber vorangegangenen Halbjahren deutlich zurückgegangen: „Das zeigt, dass der österreichische Einzelhandel die allgemeinen Preissteigerungen erneut nicht eins zu eins auf die Kunden überwälzt." Allerdings seien die Preise im umsatzstärksten Segment LEH sehr wohl über der allgemeinen Teuerung gestiegen.

Höchstes Umsatzplus für DFH



KMU Forschung Austria-Handelsforscher Ernst Gittenberger erläuterte die Detailergebnisse mit Blick auf die einzelnen Handelsbranchen: „Der Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen hat sich im ersten Halbjahr 2014 sowohl nominell mit plus 4,8 Prozent als auch real mit plus 5,4 Prozent am besten entwickelt. Auch der Schuheinzelhandel verzeichnet in der ersten Jahreshälfte einen nominellen und realen Zuwachs von 2,8 Prozent bzw. 2,9 Prozent.“Für dm, Bipa, Müller und Co. zeigt sich somit, dass sich der Wegfall von daily zwar mit einem Rückgang der Verkaufsflächen deutlich bemerkbar machte, auf die Umsatzentwicklung aber keinerlei Einfluss hatte - ganz im Gegenteil.

Bei nomineller Betrachtung entwickelt sich zudem der Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf mit einem Plus von 1,5 Prozent besser als der Einzelhandel insgesamt, der um 1 Prozent zulegen konnte. Im LEH seien ein nominelles Plus von 0,8 Prozent und ein reales Minus von 1,1 Prozent erzielt worden. Schlusslichter sind der Sportartikeleinzelhandel und der Einzelhandel mit Lederwaren.

Rund 5.500 oder 1,7 Prozent mehr Mitarbeiter



„Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass der Einzelhandel in Österreich auch und gerade in bewegten Zeiten verstärkt auf Service und Beratung setzt: Das zeigt der Beschäftigungszuwachs von durchaus beachtlichen 1,7 Prozent, was rund 5.500 Beschäftigte mehr bedeutet“, so Lorentschitsch. Damit beschäftigt der heimische Einzelhandel (inkl. Tankstellen und nicht-stationärem Einzelhandel) im Durchschnitt knapp 325.000 Menschen.

Erstmals Rückgang der Verkaufsfläche



Die Bundessparte Handel präsentierte auch die von der KMU Forschung Austria durchgeführte Strukturanalyse im stationären Einzelhandel. Diese zeigt für den Analysezeitraum 1. Quartal 2013 bis 1. Quartal 2014 möglicherweise eine Trendwende: Erstmals ist trotz der Neueröffnung von diversen Einkaufs- und Fachmarktzentren die Verkaufsfläche im stationären Einzelhandel um rund 100.000 Quadratmeter zurückgegangen und liegt damit aktuell bei rund 14,3 Millionen Quadratmetern. Weiters ist der Filialisierungsgrad ebenfalls um einen Prozentpunkt auf 37 Prozent gesunken.

Gros der Händler erwartet 2014 stabile Geschäftsentwicklung



Die befragten Einzelhändlerinnen und -händler sind jedenfalls für die kommenden Monate zuversichtlicher als noch im Vorjahr: 16 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftsentwicklung, 68 Prozent mit einem stabilen Verlauf und 16 Prozent mit einer Verschlechterung. „Sowohl der Beschäftigungszuwachs als auch die überraschend erfreuliche Entwicklung einzelner Handelsbranchen deuten auf eine stabile Entwicklung des Wirtschaftsmotors Einzelhandel für die kommenden Monate hin“, zeigt sich Lorentschitsch optimistisch.
stats