Zielpunkt: 113 Zielpunkt-Standorte finden Übe...
 
Johannes Brunnbauer
BWB-Chef Theodor Thanner will weitere Marktkonzentration verhindern. © Johannes Brunnbauer
BWB-Chef Theodor Thanner will weitere Marktkonzentration verhindern. © Johannes Brunnbauer

Der Zielpunkt-Gläubigerausschuss hat am 22. Dezember 2015 25 Anbote für die Übernahme von insgesamt 113 Standorten der Handelskette mit rund 1.350 Beschäftigten einstimmig gebilligt.

Details bzw. Namen der erfolgreichen Anbieter wollte Masseverwalter Georg Freimüller der APA gegenüber jedoch nicht nennen.
Auf Grundlage dieser Anbote werden nun einerseits noch Detailverhandlungen mit den Eigentümern der Objekte geführt. Andererseits müssen die zum Zug kommenden Unternehmen die für eine Übernahme erforderliche Anmeldung bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) vornehmen. Drei BWB-Mitarbeiter aus dem Team rund um Generaldirektor Theodor Thanner werden sich nun in den kommenden Wochen mit der wettbewerbsrechtlichen Prüfung der Übernahme der Zielpunkt-Filialen beschäftigen. Arbeitsmarktpolitische Auswirkungen können bei dieser Prüfung jedoch nicht berücksichtigt werden. Das geht aus Aussagen, die Sarah Fürlinger, BWB Case Handler und Sprecherin, im Gespräch mit CASH gemacht hat, klar hervor (Siehe: http://www.cash.at/archiv/kartellrecht-aenderung-denkbar/).

Edeka nicht unter den Interessenten
Dass Edeka für Zielpunkt ein Angebot gelegt haben soll, wie Medien berichtet haben, wird vom deutschen Handelsriesen auf APA-Anfrage dementiert. Es wäre auch nicht nachvollziehbar, dass sich Edeka-Boss Markus Mosa mit schwachen Standorten und hohem Investitionsbedarf in der Hochburg von Billa ein Match mit dem Erzrivalen Rewe liefern will. Die Rewe Group will ja bekanntlich mit aller Kraft die Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka in Deutschland verhindern.

LEH will sich nicht in unbequeme Lage manövrieren
Dass der Kampf um die besten Zielpunkt-Standorte wirklich einer ist, liegt auf der Hand. Denn so viele in bester Frequenzlage und mit geringerem Investitionsbedarf gibt es nicht. Einer ist bespielsweise jener bei der U1-Station Rennbahnweg in Wien-Donaustadt. Dieser ist ladenbaumäßig am letzten Stand und die Kunden strömen von der U-Bahn kommend quasi in das Geschäft.
Nachdem gerade in den letzten zwei Jahren ein dynamischer Expansionsprozess bei den führenden Lebensmittelhändlern auf höchstem Qualitätslevel über die Bühne ging und sich keiner auf problematische Diskussionen mit der BWB einlassen wird wollen, werden sich die Spitzenvertreter im LEH schon im Vorfeld genau überlegt haben, welche Standorte sie an ihr Netz anschließen wollen. Es werden sich also in jedem Fall wieder einige interessante Berührungspunkte zwischen den Lebensmittelhändlern und der BWB ergeben. In spätestens ein, zwei Monaten wird sich zeigen, wie die Zielpunkt-Pleite den LEH speziell in Wien bzw. im Wiener Raum verändert hat und mit welchen neuen Rahmenbedingungen sich die Industrie auseinandersetzen wird müssen.

Schicksal verbleibender Standorte ungewiss
Die Zunkunft der übrigen 112 Zielpunkt-Standorte mit rund 1.250 Beschäftigten, für die es bis zum 22. Dezember keine Anbote gegeben hat, ist weiter offen. Interessenten hätten zwar nach wie vor die Möglichkeit, ein Anbot zu legen. Sollten sich jedoch kurzfristig keine Interessenten finden, droht die Schließung. "Die Fortführung jener Standorte, für die Anbote gelegt wurden, ist jedenfalls bis Ende Jänner 2016 gesichert", so Masseverwalter Freimüller gegenüber der APA.



Edeka-Vorstandsvorsitzender Markus Mosa wird sich einen Einstieg in den österreichischen Markt wahrscheinlich nicht antun. © Edeka
Edeka
Edeka-Vorstandsvorsitzender Markus Mosa wird sich einen Einstieg in den österreichischen Markt wahrscheinlich nicht antun. © Edeka
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