RegioPlan Consulting GmbH: 20. Retail-Symposi...
 
RegioPlan Consulting GmbH

20. Retail-Symposium

Am 26. April lud RegioPlan Consulting zum mittlerweile 20. Retail Symposium ein. Rund 350 internationale Top-Manager aus Handel und Immobilienwirtschaft sowie Marketingfachleute tauschten sich im Schloss Schönbrunn in Wien über aktuelle und zukünftige Trends der Handelsbranche aus.

Abgesteckt wurden die Diskussionen dieser Jubiläumsveranstaltung von Onlinehandel, von der Zukunft der stationären Handelsfläche sowie von den Expansionsstrategien der Händler und Gastronomen. Zum Thema „The Future Effect“ diskutierten Experten aus der Branche über die Veränderungen, die auf uns zukommen, und die Chancen und Risiken für die Marktteilnehmer.

Die Eröffnungsrunde moderierte Wolfgang Richter, Inhaber und Geschäftsführer von RegioPlan Consulting. Gemeinsam mit Harald Gutschi (Unito/Otto Gruppe), Dieter Wasserburger (Rewe International) und Silvio Kirchmair (Umdasch Shopfitting Group) sprach er über die Zukunft der stationären Handelsfläche. Die Hauptaussage dieser äußerst informativen Runde war: Der Handel muss aktiv werden! So betonte etwa Gutschi, dass sich in den kommenden sieben Jahren im Handel mehr verändern wird, als das in den letzten 20 Jahren der Fall war. Laut Gutschi bestimmen hierbei die digitalen Händler das Tempo und die Richtung und er ist überzeugt, dass die Ära der Großflächen bald enden wird: „Der Handel muss neu gedacht werden. Geschäftsmodelle müssen kritisch hinterfragt werden!“

Auch Silvio Kirchmair betonte einen Frequenzrückgang im stationären Handel. Es komme durch den Onlinehandel zu einer Marktverschiebung, welche insbesondere die „breite Mitte“ der Händler betreffen wird. Die gehobene Mitte sowie Luxusanbieter seien hier noch nicht bedroht, er betonte aber: „Der Handel ist und bleibt eine Begegnungszone.“ Daher solle in mehr Dienstleistung und in Menschen investiert werden. „Der stationäre Handel wird überleben, wenn hochwertige Flächen und guter Service geboten werden. Der Handel ist letztendlich eine Beziehung von Mensch zu Mensch“, meinte Kirchmair.

Dieter Wasserburger (Rewe International) sieht die Zukunft für den Lebensmittelhandel zuversichtlich: „Man weiß nicht genau wohin der Weg führt, man muss jedoch dabei sein und darf nicht zu spät sein.“ Der Direktor und Leiter Konzern Immobilien/Expansion von Rewe International AG betonte, es gäbe drei sichtbare Trends im Lebensmittelmarkt: Regionalisierung, Individualisierung und Digitalisierung.

Gibt es noch Platz für Expansion?

Ein weiteres Thema im Bereich Handel war die Expansion. Gibt es noch Platz am gesättigten Markt? Sehen sich die Händler als Jäger oder Gejagte? Weder noch, meinte Gerald Zimmermann, Geschäftsführer von CCC Austria. Entscheidend für die Expansion in einem neuen Markt ist nicht, ob der Wettbewerb dort schlecht ist, sondern dass das eigene Konzept dort passend ist.

Mehr „Erlebnis“ im Shopping Center

Ein Kernthema beim Symposium war vor allem die Frage der innovativen Flächenlösungen für Händler und Einnahmequellen für Shopping Center. Zu dieser Diskussionsrunde wurden Peter Schaider (Auhofcenter), Thomas Hahn (Signa Holding) und Nicola Szekely (Unibail Rodamco) eingeladen. Auch die Betreiber und Investoren sind sich einig – Retail verändert sich und es ist Zeit aktiv zu werden. Man bestätigte den Trend in Richtung kleinere Flächen und das Faktum, dass der Onlinehandel eine wichtige Rolle spiele. Top-Lagen verlören jedoch nicht an Stärke, meinte insbesondere Thomas Hahn.

Gastronomie als Frequenzbringer

Laut einer Studie von RegioData Research wollen rund 80 Systemgastronomen in Österreich expandieren. Viele davon sind Franchisekonzepte und suchen großteils Standorte in Innenstadtlagen und in Shopping Centern. So stellte sich die berechtigte Frage: Ist Gastro das neue Shopping? Warum kommt es gerade zu dieser Invasion der Systemgastronomie? Romina Jenei, Head of Consulting (RegioPlan Consulting), diskutierte das mit den Geschäftsführern führender Marktteilnehmer der österreichischen Gastronomiebranche. Shopping Center und Einkaufsstraßen suchen zunehmend gezielt nach Gastronomiekonzepten, um Lücken zu füllen, die der Handel hinterlässt (die Flächenfrage, siehe oben). Aber ist ein Gastronomiekonzept Frequenzbringer, sodass Kunden deshalb in ein Shopping Center fahren, oder ist Gastronomie weiterhin eine Ergänzung des Angebotes? Michael Thilo Werner, Geschäftsführer Burgerista Invest Holding, meinte, die Gastronomie könne im Handel, insbesondere in Shopping Centern, eine große Rolle spielen. Shopping Center müssten Erlebnisqualität schaffen, die Systemgastronomie könne hier einen Beitrag leisten: „Momentan ist die Systemgastronomie noch Bittsteller, insbesondere die kleineren Ketten. Dies wird sich in Zukunft zu Gunsten der Systemgastronomie verändern.“ – Hartmut Graf, Geschäftsführer Burger King, meinte, die Marke spielte hierbei eine große Rolle. Große internationale Marken wie eben Burger King würden sich in Zukunft weiter durchsetzen.

Sichtbar war in dieser Diskussionsrunde, dass die Gastronomen auf Expansionskurs sind. So plant Burger King heuer neun Eröffnungen in Österreich, davon seien sechs Standorte bereits fixiert. Der Bereich Online spielt auch in der Gastronomie eine immer wichtigere Rolle. Artur Schreiber, Geschäftsführer Delivery Hero berichtet von einem 60%igen Wachstum im letzten Jahr und möchte in Österreich in Zukunft in allen größeren Städten vertreten sein.
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