2009 bescherte LEH und DFH reales Wachstum
 

2009 bescherte LEH und DFH reales Wachstum

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Der LEH wuchs 2009 um zwei Prozent, der DFH um 3,4 Prozent. Das Wachstum ist zwar schwächer als im Vorjahr, jedoch dank niedriger Inflationsrate ein reales Plus.

Der Lebensmittelhandel wuchs im Jahr 2009 mit zwei Prozent wieder deutlich. Damit ist der nominelle Zuwachs schwächer als die 4,2 Prozent Wachstum des Vorjahres. Allerdings war 2008 das Wachstum vor allem auf Preissteigerungen zurückzuführen. 2009 hingegen kann auf Grund des relativ stabilen Preisniveaus wieder von einem realen Wachstum gesprochen werden, denn die Inflation betrug für den gesamten Warenkorb des Verbraucherpreisindex (VPI) 0,5 %, jene für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke lediglich + 0,2 %, was sich in einigen der LEH-Kategorien sogar durch merkbare Preisniveaurückgänge ausdrückte.

Die Nummer eins am Markt, die Rewe International AG (exklusive Adeg) konnte in diesem Jahr über moderaten Filialausbau und vor allem durch substanziellen Umsatzzuwachs mit ihren Handelsfirmen Billa, Merkur, Penny und dem kooperierenden Händler Sutterlüty den Marktanteil von 30,3 auf 31,0 Prozent ausbauen. Das bedeutet einen Umsatzzuwachs zum Vorjahr von + 4,3 Prozent. Die Filialanzahl der Rewe lag 2009 bei 1.429 Geschäften.

Der Anteil der Adeg, die im Jahr 2008 mehrheitlich von der Rewe International AG übernommen wurde, fiel 2009 von 4,5 auf 3,7 Prozent. Dieser Rückgang ist maßgeblich durch den Abgang von weiteren 108 Standorten begründet, nachdem die Adeg schon im Vorjahr das Filialnetz um 107 Geschäfte reduziert hatte. Dieser Schrumpfungsprozess ist eine Folge der Auflagen, welche der Rewe Gruppe von der EU Wettbewerbsbehörde im Rahmen des Übernahmeverfahrens verordnet wurden. Insgesamt zählt die Adeg nun 478 Geschäfte.

Die starke Nummer zwei am Markt, Spar, wächst mit  2,5 Prozent etwas stärker als der Markt und baut den Marktanteil auf 28,4 Prozent aus. Insgesamt zählt die Spar-Gruppe nach Schließungen kleinerer Standorte nunmehr 1.427 Standorte. Das bedeutet einen Rückgang von 11 Geschäften gegenüber 2008. Diese Zahl setzt sich aus den 53 Interspar Verbrauchermärkten, den 7 Maximarkt Filialen, den 167 Eurospar Geschäften und den 1200 Spar Supermärkten (Eigenfilialen und selbständige Kaufleute) zusammen.

Die Nummer drei des österreichischen Lebensmittelhandels, Hofer, kann im Umsatz nur um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen, wodurch sich der Marktanteil von 19,9 auf 19,8 Prozent verringert. Hofer eröffnete im vergangenen Jahr sechs zusätzliche Filialen, das sind deutlich weniger Neueröffnungen als in den Vorjahren. Nach mehr als einem Jahrzehnt stellt dies erstmals einen Marktanteilsverlust für Hofer dar. Generell war 2009 eine deutliche Abschwächung des Diskonterwachstums zu verzeichnen.

Der Markanteil der Markant-Gruppe (Pfeiffer/Unimarkt, Wedl, Kiennast und Kastner) stieg im vergangenen Jahr von 5,1 auf 5,2 Prozent. Es konnte in Summe ein Umsatzplus von +3,9 Prozent erreicht werden. Erstmals seit vielen Jahren kann die Markant-Gruppe auch wieder eine Erhöhung der Anzahl der Einzelhandelsstandorte von 948 auf 952 vermelden, nachdem 2009 einige Geschäfte – auch im Zuge der Adeg-Abgaben – übernommen werden konnten. Mit 3,7 Prozent Marktanteil steuert die Pfeiffer/Unimarkt Gruppe den größten Teil des Umsatzes zur Markant bei.

Zielpunkt hat im vergangenen Jahr seine Geschäftsanzahl konsolidiert. Die Gesamtanzahl hat sich von 351 auf 311 vermindert. Damit einhergehend hat sich der Umsatz von Zielpunkt im Vergleich zum Vorjahr verringert und man hält nun bei einem Marktanteil von 3,9 Prozent.

Die deutsche Diskonterkette Lidl verzeichnete auch im abgelaufenen Jahr wieder eine Umsatzsteigerung im zweistelligen Bereich und konnte seinen Marktanteil merkbar von 3,4 auf 3,8 Prozent ausbauen. Im gleichen Zeitraum wurden 11 neue Standorte eröffnet, womit Lidl nun bei einem Filialstand von 189 hält.

Insgesamt wurden im Lebensmittelhandel 17,0 Mrd. € Umsatz in 5.833 Geschäften getätigt. Das bedeutet einen Rückgang der Geschäftsanzahl von 1,9 Prozent oder 116 Standorten. Betrachtet man jedoch die Gesamtfläche, so ist ein leichtes Wachstum um 0,3 Prozent zu verzeichnen. Dies ergibt eine im Durchschnitt gesteigerte Flächenproduktivität der bestehenden Geschäfte.

Betrachtet man die 2420 selbständigen Kaufleute (von Spar, Adeg, Nah & Frisch und nicht organisierten Kaufleuten) so repräsentieren diese 41,5 Prozent der Geschäfte und einen Marktanteil von 13,7 Prozent. Diese konnten in Summe einen Umsatzzuwachs von 0,7 Prozent - bei einer Schließungsrate von 3,8 Prozent der Geschäfte - verbuchen.

Die Drogeriemärkte zeigen 2009 ein stärkeres Umsatzwachstum als der Lebensmittelhandel. Der Umsatz konnte hier von 1,57 Mrd. € auf 1,62 Mrd. € gesteigert werden.Aber auch der VPI für Produkte zur Körper- und Gesundheitspflege wuchs mit 2,1 Prozent stärker als die Gesamtinflation von 0,5 Prozent.

Die Filialanzahl ist mit 1963 Standorten (um insgesamt 71 Geschäfte weniger als 2008) durch neuerliche Strukturbereinigung bei Schlecker deutlich rückläufig. Schlecker hat nun 1037 Filialen, das sind 84 Filialen weniger als im Vorjahr. Neueröffnungen gab es hingegen bei dm Dorgeriemarkt und Bipa. dm drogerie markt hält nun bei 358 Standorten. Marktführer Bipa verfügt über 568,
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