RegioData: 2011 droht Kaufkraftverlust
 
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2011 droht Kaufkraftverlust

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Torben Wengert/pixelio.de
Torben Wengert/pixelio.de

Konnten die Österreicher 2009 und 2010 der Krise gut trotzen, so macht ihnen nun die Inflation einen Strich durch die Rechnung. 2011 wird die Kaufkraft wieder um 2,5% nominell steigen. Die Inflation wird aber vermutlich bei 2,6% zu liegen kommen und den Österreichern damit einen realen Kaufkraftverlust bescheren.

Während viele europäische Länder angesichts der globalen Wirtschaftskrise mit teils dramatischen Kaufkraftrückgängen konfrontiert waren, haben sich die Österreicher krisenresistenter denn je gezeigt. So stieg selbst im Krisenjahr 2009 die Kaufkraft der Österreicher nominell um 1% und 2010 um 2,5%. Dank der niedrigen Inflation, besonders im Jahr 2009, ergaben sich damit trotz Krise reale Kaufkraftzuwächse.
Dieser Trend wird nun von der hohen Inflation für das laufende Jahr 2011 unterbrochen: „Angesichts der erwarteten Jahresinflation von rund 2,6 Prozent, vielleicht sogar noch höher, rechnen wir mit einem realen Rückgang der Kaufkraft“, kommentiert Mag. Mark Ruhsam, Pressesprecher von RegioData Research die Ergebnisse.
Die Inflation wird vom Konsumenten insbesondere dann als stark empfunden, wenn Güter des täglichen Bedarfs teurer werden. Die aktuelle Inflation, hauptsächlich zurückzuführen auf die stark steigenden Rohstoff- und Energiepreise, bedeutet eine Verteuerung insbesondere der Bereiche
Ernährung, Verkehr und Energie.
Bleibt die Inflation für diese Bereiche auf einem höheren Niveau, so ist auch von einer Konsumzurückhaltung auszugehen. Ausgaben für Produkte und Leistungen, die man nicht unbedingt braucht (z.B. Kleider, Möbel, Reparaturen, Urlaube, etc.), werden aufgeschoben.

Mit wenigen Ausnahmen ist die österreichische Kaufkraft in den vergangenen Jahrzehnten langsam aber kontinuierlich gewachsen. Lediglich 2001/2002 und 2008 gab es real gesehen vor dem Hintergrund der globalen Wirtschaftskrisen leichte Einbrüche. Für 2011 wird jetzt nach zwei (trotz Krise positiven) Jahren ein realer Kaufkraftrückgang erwartet.

Einzelhandelsrelevanter Kaufkraftanteil sinkt kontinuierlich
Die Österreicher verfügen zwar über immer mehr Kaufkraft, jedoch wird der Anteil dessen, was in den Einzelhandel fließt, immer geringer.
1990 kamen von 100 Euro Ausgaben der Österreich immerhin 40 Euro dem Einzelhandel zugute. 20 Jahre später ist die sogenannte einzelhandelsrelevante Kaufkraft, also jener Anteil des verfügbaren Einkommens, der im Einzelhandel ausgegeben wird, auf 31% gesunken.
Mark Ruhsam erläutert: „Dieser Trend, der nicht nur Österreich betrifft, ergibt sich einerseits durch Verschiebung der privaten Konsumausgaben ‚zugunsten‘ teurerer Lebenshaltungskosten (Stichwort Energiepreise, Verkehr). Dazu kommt natürlich, dass mit steigendem Einkommen die
Ausgaben für Freizeit und Luxus zunehmen.“
Der österreichische Einzelhandel konnte sich 2010 dennoch behaupten und verzeichnete ein nominelles Plus von 2,9%.

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