Agrarmarkt Austria Marketing: Bio knackt 10-P...
 
Agrarmarkt Austria Marketing

Bio knackt 10-Prozent-Hürde

Jill Wellington/pixabay.com

2020 war ein absolutes Bio-Jahr. Erstmals konnten 10 Prozent Marktanteil erreicht werden - und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Denn es gibt eigentlich keinen Haushalt in Österreich mehr, der nicht mindestens einmal im Jahr ein Bio-Produkt kauft.

Bio boomt - und das schon seit Jahren - aber 2020 konnte ein vorläufiger Höhepunkt und ein Meilenstein auf dem Weg nach ganz oben erreicht werden. Zum ersten Mal liegt Bio bei einem Marktanteil von zehn Prozent und damit erstmals bei einem zweistelligen Wert. Dabei konnte Bio im Absatz um 17 Prozent wachsen, während sich die Ausgaben um 23 Prozent erhöhten.Das geht aus den aktuellen Zahlen des AMA Haushaltspanel hervor. 190 Euro hat ein Haushalt im vergangenen Jahr durchschnittlich für frische Bio-Lebensmittel (exkl. Brot und Gebäck) im LEH ausgegeben. Das sind um 33 Euro mehr als im Vorjahr. Dabei gibt es keinen österreichischen Haushalt mehr, der nicht zumindest einmal Bio-Produkte eingekauft hat - die Käuferreichweite liegt bei 97 Prozent.

Wichtigste Einkaufsquelle für Bio-Waren ist der klassische Lebensmitteleinzelhandel, zwei Drittel der Bio-Produkte werden dort gekauft, ein Drittel beim Diskonter. Den höchsten Bio-Anteil verbuchen die Sortimente Milch und Naturjoghurt. Eier, Erdäpfel und Frischgemüse liegen ebenfalls weit über dem Durchschnitt. Bio-Fleisch und Bio-Geflügel haben im vergangenen Jahr ebenfalls kräftig zugelegt, wenn auch auf niedrigerem Niveau.

Corona als Treiber

"Corona konnte das stetige Wachstum von Bio nicht stoppen. Ganz im Gegenteil: Die Menschen sind jetzt noch sensibler für die Qualität von Lebensmitteln. Davon profitieren Bio-Produkte besonders", erklärt Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing. Im November führte die AMA eine Motivationsanalyse durch, mit dem Ergebnis, dass für drei Viertel der Befragten gutes Essen zu einem richtigen Lebensstil gehören. Jeder zweite Studienteilnehmer gab an, weniger Fleisch zu essen, dafür vermehrt auf Qualität beim Einkauf von Fleisch zu achten. 43 Prozent konsumieren am liebsten biologische Produkte. Und das nicht nur während Corona. Drei von vier Personen möchten auch nach der Corona-Pandemie unverändert zu Bio greifen, 14 Prozent sogar noch mehr.

Die AMA deutet die Umfrage als klares Indiz für mehr Qualitätsbewusstsein. "Wir sahen diese Orientierung schon im ersten Lockdown des Jahres 2020. Damals waren wir skeptisch, ob die Aufgeschlossenheit für Bio und für Qualität generell Bestand haben würde. Nun bestätigen die Ergebnisse, dass die Krise die Menschen nachhaltig sensibel für die Güte von Lebensmitteln gemacht hat. Unseren Produzenten gibt das trotz der aktuellen Situation Zuversicht: Sie können künftig mehr denn je auf die Wertschätzung der Konsumenten zählen", zieht Blass erfreut Bilanz über die aktuelle Studie.
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