Agrarmarkt Austria Marketing : Corona verände...
 
Agrarmarkt Austria Marketing

Corona verändert Einkaufsverhalten

Lukas Bieri/pixabay.com

Die Menschen gehen aktuell seltener einkaufen, dafür kaufen sie mehr, regional und frisch, das geht aus der neuesten AMA-Studie hervor, die das Einkaufsverhalten während der Corona-Krise untersuchte.

In einer Online-Umfrage von marketagent mit 500 Teilnehmern ist die AMA dem Kaufverhalten der Österreicher in Zeiten des Coronavirus nachgegangen. Eingekauft wird demnach weiter, aber eben anders. Knapp 60 Prozent der Befragten gaben an, seltener einkaufen zu gehen. Fast 5 Prozent gehen allerdings gar nicht mehr einkaufen, AMA-Marketing Geschäftsführer Michael Blass geht davon aus, dass es sich hierbei um die Risikogruppe handle. Gleichzeitig boomen Lieferservices, Ab-Hof-Verkauf und Direktvermarkter. Diese haben um ca. 15 Prozent zugelegt.

Regionalität und Saisonalität punkten

Das Bewusstsein für Regionalität und Saisonalität hat sich in den letzten Wochen sehr zum Positiven gewandelt und wird für die Befragten immer wichtiger. Dafür scheinen sie auch bereit zu sein, tiefer in die Tasche zu greifen, denn obwohl weiter starkt aktioniert wird, haben Aktionskäufe nachgelassen. Gekauft werden vor allem Nudel, H-Milch aber auch frische Milch sowie frisches Obst und Gemüse. Jeder zweite der Befragten achtet nun auch stärker auf Hygiene. Das könnte ein Grund für die Hamsterkäufe bei Klopapier sein, vermutet Blass. Dass es zu Engpässen und Produktausfällen kommen könnte, glauben allerdings die wenigsten. Der Großteil sieht die Vollversorgung gesichert und geht davon aus, dass sich Österreich bis zum Ende der Krise mit ausreichend Lebensmitteln versorgen kann. Dabei wissen sie aber auch, dass diese nur funktionieren kann, wenn alle Räder der Produktionskette ineinandergreifen und sehen deshalb die Verantwortung fast zu gleichen Teilen bei allen Akteuren: Bauern, Gewerbetreibende, Lebensmittelhandel und Verarbeiter.

Verhalten nach der Krise

Im übrigen kochen die Menschen dieser Tage auch wieder mehr und frischer. Manche vielleicht zum ersten Mal, scherzt Blass. Ob das nach der Krise beibehalten wird, geht aus der Studie nicht hervor. Allerdings wollen die Menschen weiterhin vermehrt regional und direkt beim Bauern einkaufen, freut sich Blass: "Das könnte eine gute Zeit für die österreichische Landwirtschaft sein." Aber auch auf die Hygiene will fast jeder zweite mehr achten. Nur ein Viertel der Befragten will nach der Krise zu seinem bis dato gewohnten Verhalten zurückkehren und so weiterleben wie vor Corona.
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