Greenpeace: Aktion gegen Plastikproblem in Ös...
 
Greenpeace

Aktion gegen Plastikproblem in Österreich

Greenpeace/Georg Mayer
© Greenpeace/Georg Mayer
© Greenpeace/Georg Mayer

Greenpeace hat heute Vormittag auf der Wiener Mariahilferstraße mit einem gigantischen Fisch aus zusammen genähten Plastiksackerln auf die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll aufmerksam gemacht - für den Fisch mit 25 Meter Länge wurden etwa 800 Plastiksackerl vernäht. Diese Menge entspricht der Anzahl an Sackerln, die in ganz Österreich in weniger als dreißig Sekunden gratis ausgegeben werden.

„Tausende Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr im Meer. Im Pazifik schwimmt ein Plastikteppich, 16 Mal so groß wie Österreich. Hunderttausende Meerestiere wie Wale, Fische oder Schildkröten sterben, weil sie Plastik fressen oder daran ersticken“, so Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace. „Auch Österreich trägt massiv zum globalen Plastikproblem bei. Jedes Jahr wird alleine hierzulande fast eine Milliarde Plastiksackerl im Handel ausgegeben, mehr als 90 Prozent davon gratis.“

Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit fordert Umweltminister Andrä Rupprechter auf, rasch einen Aktionsplan gegen Plastikmüll vorzulegen. Konkret fordert die Umweltschutzorganisation eine 80-prozentige Reduktion aller Einwegsackerl in Österreich bis 2019. Die im Vorjahr beschlossene EU-Richtlinie gibt den Mitgliedsstaaten dafür bis spätestens 2025 Zeit und lässt zahlreiche Ausnahmen zu.

„Wir begrüßen die Ankündigung von Minister Rupprechter, einen Runden Tisch zur Umsetzung ambitionierter nationaler Ziele einzuberufen“, erklärt Egit und ergänzt: „Jetzt muss der Minister beweisen, dass er tatsächlich bereit ist, den Handel in die Pflicht zu nehmen. Wenn wir das Plastikproblem nicht in den Griff bekommen, verliert die österreichische Umweltpolitik ihre Glaubwürdigkeit. Die Lösung des Plastiksackerlproblems ist der umweltpolitische Elchtest für den Umweltminister.“
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