Zielpunkt: Aktualisiert: Pfeiffer/Zielpunkt
 
Zielpunkt

Aktualisiert: Pfeiffer/Zielpunkt

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Dr. Gerald Schmidsberger, Alleingesellschafter der BOW Beteiligungs GmbH © SCWP
Dr. Gerald Schmidsberger, Alleingesellschafter der BOW Beteiligungs GmbH © SCWP

Der Verkauf der Zielpunkt-Anteile von Jan Satek an BOW sorgt in der Branche für Verwirrung: Warum gibt man sich so übermaßen geheimnisvoll in den spärlichen Statements aus der Pfeiffer Unternehmensgruppe?

Kein einziger Lieferant - so zumindest lautet die Aussage einiger Industriepartner von Zielpunkt und Pfeiffer - hätte auch nur ansatzweise die Information bekommen, dass Zielpunkt mit der BOW Beteiligungs GmbH einen neuen Mehrheitseigentümer (75,1 %) hat. Seit Dienstag, dem 27.11., gibt es seitens der Akteure wie Pfeiffer, BOW oder Zielpunkt nur spärliche Informationen, was in Summe dazu geführt hat, dass nun die Gerüchteküche brodelt. Einzig Klartext spricht Dr. Stefan Keznickel, stv. Leiter der Geschäftsstelle der Bundeswettbewerbsbehörde, der im CASH-Gespräch festgestellt hat, dass der Deal nicht anmeldepflichtig ist - hier zur cash.at-Meldung vom 28. 11.: http://www.cash.at/archiv/zielpunkt-an-bow-verkauft/

Trotz dieser Klarstellung bleiben viele Fragen offen - allerdings war auch heute Dr. Erich Schönleitner, Geschäftsführer der Pfeiffer-Holding, nicht erreichbar. Als Verwirrtaktik bzw. taktische Spielchen von Pfeiffer bezeichnen es jene, die glauben, dass Pfeiffer ohnedies Mehrheitseigentümer von Zielpunkt werden will. Die BOW könnte als Zwischengesellschaft und in ihrer Eigenschaft als Mehrheitseigentümer die ZIP höchstwahrscheinlich gründlich durchleuchten, was Pfeiffer als Minderheitsgesellschafter nicht möglich war. Davon könnte die weitere Entwickung von Zielpunkt abhängen, sprich ist es lukrativ für Pfeiffer, die Supermarktkette zu übernehmen oder nicht. 

Fragen tauchen auch hinsichtlich der zwei OTS-Aussendungen auf, die von der Peiffer Unternehmensgruppe gestern ausgeschickt wurden. Es wird u. a. festgehalten, dass es zwischen den beiden Eigentümern (Pfeiffer/BOW, Anm. d. Red.) keinen Treuhandvertrag und keine wie immer gearteten Beziehungen gibt. Andererseits wird festgehalten: "In enger Anbindung an die Pfeiffer Unternehmensgruppe  werden vor einigen Monaten gestartete Kooperationsprojekte wie geplant fortgeführt und beschleunigt. Die Projektsteuerung erfolgt in Abstimmung mit Pfeiffer". In der zweiten Aussendung heißt es: "Zielpunkt erfährt eine enge operative Anbindung an den Minderheitseigentümer Pfeiffer Unternehmensgruppe".

Diese engeren Anbindungen stellen dem Vernehmen nach keine kartellrechtlichen Probleme dar. Heiß ist aber allemal der Fahrplan von Pfeiffer, im Top-Team auch den Einkauf für Zielpunkt abzuwickeln. Wenn versucht werden würde, Pfeiffer-Konditionen direkt oder über Umwege auch für Zielpunkt zu verlangen, dann wäre das in der jetzigen Konstellation vermutlich kartellrechtlich bedenklich, wenn es auch nur ein Indiz für einen nicht angemeldeten Zusammenschluss wäre.   

Von Ex-Mehrheitseigentümer Jan Satek ist zwischenzeitlich nichts mehr zu hören. Gerüchteweise soll sich sein Investor, den Satek nie nennen wollte, von ihm blitzartig getrennt haben, womit die Hektik rund um den Deal zu erklären wäre. Angeblich sei der Liquiditäts-Engpass gravierend gewesen.

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