LEH: aktualisiert: Spar/BWB Hausdurchsuchung
 
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aktualisiert: Spar/BWB Hausdurchsuchung

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Spar-Chef Dr. Gerhard Drexel: In seinem Headquarter marschierte die Bundeswettbewerbsbehörde ein. Credit: Spar
Spar-Chef Dr. Gerhard Drexel: In seinem Headquarter marschierte die Bundeswettbewerbsbehörde ein. Credit: Spar

Vor knapp einem Jahr marschierte die Bundeswettbewerbsbehörde in das Headquarter der Rewe. Gestern, am 30.1., lautet das neue Ziel: Spar Salzburg.

In der Spar Hauptzentrale mussten gestern die Alarmglocken geläutet haben: Die Bundeswettbewerbsbehörde/BWB unter Führung von Generaldirektor Dr. Theodor Thanner überraschte die Spar mit einer Hausdurchsuchung. BWB-Pressesprecherin Mag. Veronika Haubner sagt im CASH-Gespräch, dass die Untersuchung noch nicht abgeschlossen und im Laufen ist sowie aktuell nicht feststeht, wie lange diese noch dauert. Der Lebensmittelhandel steht generell unter Beobachtung, es liegen begründete Verdachtsmomente für vertikale und horizontale Preisabsprachen vor. Ist dies der Fall, dann wird einer kartellgerichtlich angeordnete Hausdurchsuchung statt gegeben. Das heißt im Klartext, dass dieser begründete Verdacht bei Spar vorliegt.

Spar-Sprecherin Mag. Nicole Berkmann sagt, dass die Spar davon ausgehe, "dass es sich um eine der vielen Überprüfungen, die die BWB jedes Jahr in allen Wirtschaftsbereichen durchführt, handelt. Wir werden selbstverständlich alles, was gefordert ist, offen legen." Alle betroffenen Spar-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter wurden entsprechend instruiert. Im Vorfeld gab es laut Berkmann keine Anzeichen "und unseres Wissens nach auch keinen direkten Auslöser für diese Untersuchung". Die BWB überprüft das korrekte Verhalten des Spar-Einkaufs, so Nicole Berkmann sowie, dass man bei der Spar glaube, dass die Untersuchung rasch und reibungslos verlaufen wird.

Über den Verlauf der gestern begonnenen Untersuchung gibt es aktuell keine Details. Es bleibt auch abzuwarten, ob es überhaupt weitere Informationen dazu geben wird, denn die Schlammschlacht zwischen der Rewe International AG und der BWB im Februar des Vorjahres nach der Hausdurchsuchung des Marktführers in Wiener Neudorf wird der BWB noch in den Knochen stecken und dürfte auch die mediale Vorgangsweise der betroffenen Unternehmen beeinflussen.

Dass die BWB nicht so einfach in die Spar-Hauptzentrale hereinspazieren darf, sondern eine kartellgerichtlich angeordnete Hausdurchsuchung vorliegen muss, lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich nicht nur um eine Routine-Untersuchung handelt. 

Die Spar-Hausdurchsuchung fällt in den Zeitraum, in dem die BWB noch mit der Rewe International verhandelt. Zu CASH sagte Dr. Stefan Keznickel, der stellvertretende Leiter der BWB, Anfang Dezember, man sei mit der Rewe auf einem guten Weg. Wie lang die Verhandlungen noch dauern, kommentierte Keznickel damals nicht (siehe BWB verhandelt mit Rewe am 4.12.2012 auf cash.at). BWB-Pressesprecherin Haubner bestätigt im heutigen CASH-Gespräch, dass die Verhandlungen noch laufen, man aber hoffe, dass diese bald abgeschlossen seien. Wann genau das sein könnte, weiß Haubner naturgemäß nicht.
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