Aldi Nord/Aldi Süd: Aldi Nord verzeichnet 201...
 
Aldi Nord/Aldi Süd

Aldi Nord verzeichnet 2016 kräftiges Umsatzplus

Aldi Nord
Aldi Nord investiert kräftig ins Standortnetz. © Aldi Nord
Aldi Nord investiert kräftig ins Standortnetz. © Aldi Nord

Aldi Nord konnte 2016 kräftig wachsen: Um 3,6 Prozent auf 12,7 Mrd. Euro legte der Diskonter zu. Bei Aldi Süd steht nach eigenen Angaben als Ergebnis nur eine schwarze Null. Investitionen, Preiswettbewerb und höhere Personalkosten gelten als Ursache.

2016 konnte der deutsche Diskonter Aldi Nord die Umsätze pro Filiale deutlich erhöhen. Damit bleibt der Händler nicht nur über dem Durchschnitt der anderen Diskonter, sondern überholt auch die eigene Schwester Aldi Süd. Vorübergehende Filialschließungen im Rahmen der Modernisierungsoffensive hätten zwar die Einnahmen beeinträchtigt. Die Entwicklung der modernisierten Märkte stimme jedoch positiv für das laufende Geschäftsjahr, so der Händler. 

Das CASH-Schwesterblatt LZ hat die gerade im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanzen von 2015 näher analysiert. Demnach weisen die Aldi-Regionalgesellschaften Rekordzahlen bei der Flächenproduktivität aus. Aldi Süd weist mit durchschnittlich 7,6 Mio. Euro Umsatz pro Jahr und Markt einen Spitzenwert im deutschen Handel aus und übertrifft die Vorjahreswerte erneut. Stärkste Regionalgesellschaft bleibt die Gesellschaft im kaufkraftstarken Eichenau in Bayern mit fast 10 Mio. Euro Umsatz. Zum Vergleich: Netto oder Penny haben oft nur die Hälfte des Filialumsatzes vorzuweisen. 

Der Diskontprimus Aldi investiert massiv ins Ladennetz

Aldi Süd schaffte nach den bilanzierten Zahlen 2015 ein Umsatzplus von 1,9 Prozent mit einem weitgehend stabilen Filialnetz. Das Jahr war geprägt von heftigen Preiskämpfen von Lidl, Kaufland und Edeka mit sogenannten A-Marken. Das dürfte auch der Diskonter Aldi Süd gemerkt haben, der damals zahlreiche Marken gerade gelistet hatte und preislich mithalten musste. Diese Preisschlachten haben allen Händlern Umsatz und Ertrag gekostet. Die Auswirkungen auf den Ertrag hielt sich angesichts dessen bei Aldi Süd allerdings in Grenzen. Für 2015 bilanzierten alle Regionalgesellschaften von Aldi Süd zusammen einen Gewinn in Höhe von 614,4 Mio. Euro. Dieser Wert stand schon 5 Jahre zuvor in der Bilanz, allerdings mit knapp 2 Mrd. Euro weniger Umsatz. Aldi Süd hat allerdings zwischenzeitlich kräftig in die Filialen investiert: Allein 2015 steckte Aldi Süd 413 Mio. Euro in die Flächen, mehr als je zuvor.

Auch Aldi Nord hat kräftig investiert. Zwischen 2014 und 2016 haben die Essener nach eigenen Angaben 428 Filialen nach neuem Standard erweitert. Das hat sich auch auf den Gewinn ausgewirkt: Dieser fällt laut Bilanz seit 2011 deutlich. Aldi Nord betont indes, dass man angesichts der Investitionen mit der Ertragssituation "sehr zufrieden" sei. Aldi Nord hat 2015 laut der testierten Bilanzen insgesamt 45 Filialen geschlossen und ein Umsatzplus von 1,6 Prozent erreicht. 2016 wurden nochmals 41 Flächen zugesperrt, der Händler betreibt heuer nur noch knapp 2.300 Märkte. 

Ein weiterer Malus des veränderten Aldi-Geschäftsmodells zu mehr Service und Frische sind höhere Personalkosten, die 2015 abermals nach oben schnellten. Auch längere Öffnungszeiten erfordern mehr Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erreichte die Personalquote bei beiden Aldi Diskontern mit 8,2 Prozent einen neuen Höchststand. 
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