AMA-Marketing: Preise steigen, Frequenz sinkt
 
AMA-Marketing

Preise steigen, Frequenz sinkt

Milan - stock.adobe.com
Der Anteil der Ausgaben für Bioprodukte im LEH erreichte in den ersten drei Quartalen einen Höchstwert von zwölf Prozent.
Der Anteil der Ausgaben für Bioprodukte im LEH erreichte in den ersten drei Quartalen einen Höchstwert von zwölf Prozent.

Die RollAMA-Daten vor dem letzten Quartal zeigen, dass die Konsumenten wieder mehr auf ihr Geld achten, die Haushaltsausgaben sind um knapp ein Prozent gefallen, gleichzeitig steigt der Anteil an Biofleisch.

Nach der Covid-Krise sorgen Kostendruck und Inflation für neue Einkaufsgewohnheiten - auch in den RollAMA Warengruppen. Hier fielen 2022 (Jänner bis September) die Haushaltsausgaben um knapp ein Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr, dennoch wurde noch immer 13 Prozent mehr ausgegeben als 2019. Das liegt nicht zuletzt an den Preisen, die bei den Frischeprodukten fast 13 Prozent zulegten und damit über der allgemeinen Inflation liegen (+10,7 Prozent im angegeben Zeitraum). Die höchsten Spitzen sind bei Butter (32,1 %), Milchprodukten (18,8 %) Käse (+17,3 %) und Eiern (+15,8 %) im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Wesentlich geringer als bei Fleisch (+ 16 %) fallen die Preiserhöhungen für Wurst und Schinken aus (+ 7 %). Da ist es auch nicht verwunderlich, dass bald ein Drittel der Ausgaben in den RollAMA-Kategorien auf Aktionsprodukte entfallen. Butter und Fleisch bleiben die Kategorien mit den höchsten und steigenden Aktionsanteilen.

In der Menge ist das Bild entsprechend etwas differenzierter, die ist in den vergangen neun Monaten um neun Prozent gesunken und liegt nun auf Vorkrisenniveau. Das hat auch mit der rückläufigen Einkaufsfrequenz bei stagnierender Menge pro Einkauf zu tun. Die Menschen überlegen sich also sehr genau, was sie brauchen und wie viel. Der Bedarf an Milch, Fleisch und Gemüse sank in den ersten drei Quartalen besonders stark.

Bio-Anteil steigt

Der Anteil der Ausgaben für Bioprodukte im LEH erreichte in den ersten drei Quartalen einen Höchstwert von zwölf Prozent. Die Inflation nagt aber auch am Erfolg von Bio, der Anteil am Gesamtmarkt ging nämlich auf 10 Prozent zurück. Dennoch gibt es von Warenkorb zu Warenkorb große Unterschiede. Bei Obst und Gemüse ist die Bionachfrage ungebrochen, während sie bei Eiern sinkt, wohl auch weil es immer mehr Angebot an etwas günstigeren Tierwohleiern aus konventioneller Landwirtschaft gibt. Steigende Anteile bei Biofleisch zeigen, dass vielen Konsumentinnen und Konsumenten Tierwohl ein wichtiges Anliegen ist.

Während in den Hochphasen der Pandemie und durch die Lockdowns vor allem Hypermärkte profitieren konnten, feiern nun in Zeiten von Preisdruck und Kostensteigerungen die Diskonter ihr Comeback. Während alls Händler nach Angaben der RollAMA Marktanteile verlieren, gewinnen die Diskonter dazu und steigen sowohl in der Menge  (+5,9 %), als auch im Umsatz (+21,6 %) stark.

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