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RollAMA: Corona hinterlässt Spuren im LEH

nrd - unsplash.com

Im ersten Halbjahr 2020 gab es weniger Aktionen, Bio boomte und die Gastronomie fehlte merkbar als Abnehmer.

Wie die RollAMA-Daten für den Zeitraum Jänner bis Juni 2020 zeigen, hat der heimische Handel vom Lockdown deutlich profitiert. Der klassische Lebensmitteleinzelhandel, die Diskonter und weitere Einkaufsquellen wie Bäcker, Fleischer, Märkte oder Zustelldienste haben einen Wertzuwachs von durchschnittlich 17 Prozent erfahren. Besonders stark waren dabei die Monate März, April und Mai: Alleine im April gab es ein Umsatzplus von 26,8 Prozent bei den von der RollAMA erfassten Warengruppen. Der LEH ohne Diskonter verzeichnete bei den Frischwaren ein Plus von 16,4 Prozent bei Hofer und Lidl waren es 15,4 Prozent. Branchenweit machten die Segmentumsätze mehr als 4 Milliarden Euro aus, der Großteil davon ist dem klassischen LEH zuzuschreiben.

Wertmäßige Steigerungen gab es bei allen berücksichtigten Warengruppen; das größte Plus weisen Obst- und Gemüsekonserven mit 23,9 Prozent auf, auch Fertiggerichte (+ 22,5 Prozent) und Tiefkühl-Obst und -Gemüse (+ 21,5 Prozent) liefen gut. Die Wachstumskategorien wiesen auch das stärkste Plus bei der Menge vor. Das geringste Wachstum, nur 3,9 Prozent, gab es bei den Kartoffeln. Insgesamt wuchsen alle Segmente mit einem Durchschnittswert von 16,2 Prozent.

Weniger Aktionen

Seit Anfang des Jahres wurden immer weniger Aktionsartikel im Handel geboten. Während im Jänner noch 29,8 Prozent des Umsatzes mit Promotions gemacht wurde, waren es im April nur noch 21,1 Prozent. Im Mai schoss dieser Wert aber wieder auf 29,1 Prozent hoch, bevor er sich im Juni bei 24,2 Prozent stabilisierte. Den höchsten Anteil hatten dabei die Fertiggerichte. Im Vergleich zu 2019 sank der Wertanteil durch Aktionen in allen Kategorien.

Der Wertanteil der Bio-Produkte stieg im Juni 2020 erstmals auf 10 Prozent - CASH berichtete. Den größten umsatzmäßigen Segmentanteil machten Bio-Produkte bei den Eiern (19,4 Prozent), gefolgt von der weißen Palette (18,4 Prozent) - bei beiden Kategorien liegt der Wert allerdings unter dem Vorjahresniveau. Deutliches Wachstum von 16,1 auf 18,3 Prozent gab es beim drittstärksten Segment, den Kartoffeln.

Gastro-Handel hat gelitten

Durch den Lockdown und die damit verbundene Schließung der Gastronomie hat es auch die Groß- und Fachhändler getroffen. Während die Wertzuwächse in den ersten beiden Monaten des Jahres ein verhaltenes Plus in allen Kategorien aufwiesen, ging es mit den Umsätzen ab März steil bergab. Im März ging es mit einem Minus von bis zu 47 Prozent los, gefolgt vom April, in dem die Umsätze um bis zu 76 Prozent zusammenbrachen. Auch der Mai war mit minus 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hart, im Juni zeichnete sich mit einem Minus von bis zu 27,1 Prozent langsam eine Erholung ab.

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