Kika/Leiner: Ambitionierte Kampfansage
 
Kika/Leiner

Ambitionierte Kampfansage

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Präsentierte sich mit Kampfansage: der neue Kika/Leiner-CEO Reinhold Gütebier (Foto: Rudolf Leiner GmbH/APA-Fotoservice/Martin Lusser)
Präsentierte sich mit Kampfansage: der neue Kika/Leiner-CEO Reinhold Gütebier (Foto: Rudolf Leiner GmbH/APA-Fotoservice/Martin Lusser)

Mit neuer Führungscrew und etwas abgespeckt möchte Kika/Leiner so schnell wie möglich zum Marktführer aufschließen. Dafür soll der Personalstand sogar wieder erhöht werden.

Der neue CEO Reinhold Gütebier ließ bei der  heutigen Pressekonferenz über die nächsten Schritte des Unternehmens keine Zweifel aufkommen. Weder über seine deutsche Herkunft, seine Kampfrhetorik und seine Begeisterung über den Möbelhandel, noch über sein Faible für Marketing, seine Vorstellungen ein Möbelhaus erfolgreich führen zu können und sein Vertrauen in die gesamte Kika/Leiner-Mannschaft.

"Ich bin ein Mann der Front, ich bin Verkäufer", stellte Gütebier von Anfang klar und mit dem Satz "Ich bin nicht hergekommen um hier zu scheitern" signalisierte er ziemlich eindeutig seinen schier unbändigen Willen, den etwas ins Schlingern geratenen Möbel-Kahn wieder auf volle Fahrt auf hoher See zu bringen. Und mit hoher See meint er ganz oben in der Liga nihct nur mitzuspielen, sondern XXXLutz den Kampf anzusagen und die Marktführerschaft anzustreben.

Die Zwei-Marken-Strategie bleibt
Mit dabei in der Kapitänskajüte sind Darius Kauthe als CFO und Oliver Müther als Einkaufschef, beide erst kürzlich an Bord gekommen, bringen sie jedochh jede Menge Erfahrungen und das dazugehörige Engagement auf ihren Gebieten mit. Momentan wird der Kahn umgebaut und die beiden Marken neu positioniert, wobei Kika die etwas jugendlichere, günstigere Schiene bleiben soll und Leiner weiterhin eher das seriöse Alltagsflaggschiff. Gütebier hat dafür sich und seinen Mannen bis zum Ende des ersten Quartals 2018 Zeit gegeben. "Dann", ist er sicher, "muss alles weitgehend im richtigen Fahrwasser liegen".

Gütebier lmachte aber auch keinen Hehl daraus, dass in der Vergangenheit eklatante Fehler passiert sind, "die schleunigst abgestellt gehören, vor allem im Marketing. Wie zum Beispiel das Verteilen von Flugblättern am Anfang der Woche, sodass die Kunden alle angebote bis zum Samstag wieder verdrängt haben. Gütebier: "Es ist nun einmal so, der familiäre Möbeleinkauf passiert nun Mal samstags."

Unter Kritik: Warenpräsentation und "I bin a Kika"
Ebenfalls verbessert gehöre die Warenpräsentation, "die habe, so Gütebier klar und deutlich, in Deutschland eine andere Qualität als in Österreich. Und er werde noch näher an die Medien rücken, intensiver mit den Journalisten zusammenarbeiten und ihnen stets über alles Rede und antwort stehen. In Sachen Slogans werde sich etwas ändern, wobei ihm "Der Leiner ist meiner" sehr gut gefalle, "I bin a Kika" jedoch überhaupt nicht.

Strategisch im Hauptfokus stehe auch der Online-Handel, Gütebier möchte bis zu 12 Prozent der Umsätze im Internet lukrieren, ein neugestaltetes Sortiment sowie eine bessere Ausbildung der Mitarbeiter sollen beitragen das jährliche Umsatzplus in den zweistelligen Bereich zu hieven. Sichtlich zufrieden ist Gütebier mit den Umsatzaufschwüngen der letzten Wochen sowie mit der Tatsache, dass nicht die kolportierten 1.100 Mitarbeiter gekündigt werden mussten, sondern nur 712. Somit geht die neue Kika/Leiner Führungscrew mit 42 übrig gebliebenen Filialen und 4.500 Mitarbeitern in die durchaus ambitionierte Jagd nach der Marktführerschaft. Gütebier: "Wenn alles so läuft wie wir uns das vorstellen, werden wir sogar zusaätzliches Personal benötigen."

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