AMS: Personalsuche im Handel läuft auf Hochto...
 
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Personalsuche im Handel läuft auf Hochtouren

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Ende Juli 2022 waren im österreichischen Handel 23.855 sofort verfügbare Stellen beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet. Das sind um 70 Prozent mehr als vor Ausbruch der Coronaviruspandemie im Juli 2019.

"Trotz zunehmender Digitalisierung steigt die Beschäftigung im Handel überdurchschnittlich. Die modernen Technologien schaffen aber einen erheblichen Qualifizierungsbedarf", erklärt Johannes Kopf, Vorstandsmitglied des AMS. Konkret waren im Juni 2022 in Unternehmen des Wirtschaftsbereichs Handel rund 570.000 Menschen unselbstständig beschäftigt. Somit ist die Beschäftigungszahl im Handel im Vergleich zum Vor-Corona-Monat Juni 2019 um 3,5 Prozent gestiegen, was über dem 3,1 prozentigem Beschäftigungsplus der österreichischen Gesamtwirtschaft liegt. Besonders stark war der Zuwachs im Onlinehandel, wo im ersten Quartal 2022 um 58,3 Prozent mehr Personen tätig waren als im Vergleichszeitraum des Vorkrisenjahres 2019.

Dazu korrespondierend geht die Arbeitslosigkeit im Handel überdurchschnittlich stark zurück. Zum Stichtag Ende Juli 2022 waren 36.121 Personen aus dem Handel beim AMS als arbeitslos vorgemerkt. Das entspricht einem Minus von 18,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei sich die Arbeitslosigkeit im Handel stärker reduzierte als im Branchendurchschnitt (minus 16,7 Prozent).

Wer besonders unzufrieden ist

Der Run der Handelsunternehmen auf Arbeitskräfte manifestiert sich auch im Lehrlingsbereich. Kamen im Juli 2019 noch 1,8 Lehrstellensuchende auf eine offene Lehrstelle, so waren es Ende Juli 2022 nur noch 0,6 Suchende. Nichtsdestotrotz steht "Einzelhandelskauffrau" mit 21,8 Prozent aller weiblichen Lehrlinge an der Spitze der häufigsten Lehrberufe bei Mädchen. Bei den Burschen schafft es "Einzelhandelskaufmann" mit 6,5 Prozent aller männlichen Lehrlinge auf Platz vier. Laut AMS-Aussendung bezeichnen jedoch nur 16 Prozent der Einzelhandelslehrlinge ihren gewählten Lehrberuf als ihren Wunschberuf. Das liegt klar unter dem Branchendurchschnitt von 34 Prozent. "Lehrlinge im Handel zählen zu jenen Befragten, die sich besonders unzufrieden mit den betrieblichen Ausbildungsbedingungen zeigen. Überdurchschnittlich viele Lehrlinge wollen in einen komplett anderen Beruf wechseln und würden sich nicht nochmals für eine Lehre in der gleichen Branche entscheiden. 59 Prozent der befragten Einzelhandelslehrlinge möchten nach Abschluss der Lehre im gelernten Beruf tätig bleiben - 79 Prozent bei allen anderen Lehrberufen", zitiert das AMS aus dem 2021 veröffentlichten 4. Österreichischen Lehrlingsmonitor.
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