Anschlag in Wien: Handel zeigt sich betroffen...
 
Anschlag in Wien

Handel zeigt sich betroffen und reagiert

Mike Powell/Unsplash

Es wird an die heimischen Konsumenten appelliert, den erforderlichen Wegen des täglichen Lebens heute besonders achtsam nachzugehen. Händler kündigen Streichungen von Werbeschaltungen bei diversen Medien an.

Die furchtbare Nachricht des Anschlags gestern Abend in der Wiener Innenstadt ruft bei der heimischen Bevölkerung aber auch über die Grenzen hinaus tiefe Betroffenheit hervor. Auch der Handel zeigt sich schockiert und reagiert - sowohl zu den Ereignissen als auch bezüglich des Umgangs diverser Medien in der Berichterstattung.

Zahlreiche Händler in der Innenstadt sowie einige Wiener Einkaufszentren halten heute geschlossen. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern, Verletzten und deren Angehörigen, denen wir unser tiefstes Mitgefühl ausdrücken. Der Handelsverband dankt allen Einsatzkräften und den Behörden für ihren unermüdlichen Einsatz, um die Wiener Innenstadt für die Bevölkerung wieder sicher zu machen", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will in einer ersten Stellungnahme. Der Appell an die Bevölkerung: Den erforderlichen Wegen des täglichen Lebens heute besonders achtsam nachzugehen, Auffälligkeiten umgehend dem Notruf zu melden und etwaige Videos, die im Zusammenhang mit den Geschehnissen stehen, an upload.bmi.gv.at zu senden.

Händler stoppen Werbeeinschaltungen

Dass Videos nicht öffentlich zum Beispiel auf diversen Social Media- oder anderen Online-Kanälen geteilt werden sollen, betonte die Landespolizeidirektion Wien gestern eindringlich. Große Aufregung herrscht deshalb nun aber über die Berichterstattung von Oe24 oder der Kronen Zeitung. So wurden auf Oe24.tv etwa Videos gezeigt, dessen Inhalte als verstörend eingestuft werden, u. a. war zu sehen, wie auf Menschen geschossen wurde. Über Twitter gingen zahlreiche Beschwerden an den Presserat ein, außerdem forderte man Streichungen der Presseförderung oder debattierte über die Vergabe von Inseraten auf den Onlineplattformen beider Medien. Auf Letzteres reagierten erste Händler bereits. So kündigte Billa an, Werbeeinschaltungen in den beiden Medien zu stoppen.

Reaktion Billa


Etwas später folgten Spar, Interspar und Hervis. Aufgrund der Art der aktuellen Berichterstattung wolle man ein klares Zeichen setzen.

Reaktion Spar Österreich


Mittlerweile hat auch Lidl Österreich bekannt gegeben, dass man Werbeeinschaltungen bis auf Weiteres pausieren wolle. Auf Anfrage des Grazer Aktivisten und Bezirkspolitikers Tristan Ammerer bekundeten außerdem noch weitere Händler und Unternehmen einen zumindest vorläufigen Stopp von Werbeanzeigen zu beabsichtigten. Darunter Hofer und Ikea, wie Ammerer auf seinen Twitteraccount dokumentiert.

Reaktion Lidl Österreich

Reaktion Hofer


Sowohl Oe24.at als auch krone.at haben bereits auf die Kritik reagiert und die Ausstrahlung der Videos gestoppt.
Mehr dazu
Eine Bestandsaufnahme der medialen Berichterstattung von oe24.TV bis Florian Klenk finden Sie auf horizont.at.
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