Schlecker-Prozess: Anton Schlecker: Drei Jahr...
 
Schlecker-Prozess

Anton Schlecker: Drei Jahre Haft?

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Der ehemalige Drogeriemarkt-Unternehmer Anton Schlecker soll für drei Jahre ins Gefängnis. Die berichtet heute die Lebensmittelzeitung (LZ) unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft.

Der Staatsanwalt hatte am Landgericht Stuttgart die Anklage eingebracht und nun, nach rund 30 Verhandlungstagen, dieses Strafausmaß gefordert, schreibt die LZ. Auch die Kinder Schleckers sollen belangt werden: Lars Schlecker soll nach dem Willen der Ankläger für zwei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis („Bankrottstraftaten“, „Untreue“), Meike Schlecker (dito) zwei Jahre und acht Monate. Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren Dauer lassen sich nicht zur Bewährung aussetzen.

Die Angeklagten hätten in Erwartung der Insolvenz mehrere Millionen Euro zielgerichtet beiseitegeschafft und damit in mehreren Fällen besonders schweren Bankrott begangen, so die Vertreter der Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer. Für Anton Schlecker machten sie „besondere kriminelle Energie“ geltend. Ein Urteil in dem Strafprozess wird für den 27. November erwartet.

Plädoyerbegründung

Anton Schlecker hätte nach Ansicht der Ankläger spätestens Ende des Jahres 2010 mit der Insolvenz seines Drogeriekonzerns gerechnet, so die LZ. Eine Sanierung sei damals trotz der Bemühungen einer Unternehmensberatung praktisch unmöglich gewesen. Schlecker habe eben deshalb versucht, mit der Unterstützung seiner Kinder „die Schäfchen ins Trockene zu bringen“, wie sich die Ankläger ausdrückten. Allein durch überhöhte Zahlungen an ein Logistikunternehmen von Lars und Meike Schlecker seien nach der Überzeugung der Staatsanwaltschaft mehrere Millionen Euro aus dem Konzern geflossen. Lars und Meike Schlecker wiederum sollen aus dem Logistikunternehmen illegal rund sieben Millionen Euro abgezogen und damit auch Untreue begangen haben.
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