Pilzkiste: Austernpilze und Kaffee
 
Pilzkiste

Austernpilze und Kaffee

Pilzkiste / Peter Gries
Nina Bercko, Jasmin Kabir und Mercedes Springer mit Pilzen aus der Kiste © Pilzkiste / Peter Gries
Nina Bercko, Jasmin Kabir und Mercedes Springer mit Pilzen aus der Kiste © Pilzkiste / Peter Gries

Was auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, ist eine Idee des Grazer Start-ups „Pilzkiste“: Man will auf weggeworfenem Kaffeesatz Austernpilze züchten.

Am 13. September begann die Crowdfunding-Kampagne der drei Start-up-Gründerinnen Nina Bercko, Jasmin Kabir und Mercedes Springer. Auf der Plattform „Startnext“ wollen sie für ihr ehrgeiziges Projekt „Pilzkiste“ Geld einsammeln. Ihr Ziel ist die Errichtung einer urbanen Austernpilzfarm auf Kaffeesatz mitten in Graz. Bis 13. Oktober können Interessierte die „Pilzkiste“ auf „Startnext“ unterstützen und vorab unterschiedliche Pakete erwerben. Als Ziel für das Crowdfunding haben sich die drei Jungunternehmerinnen ein Investitionsvolumen von 30.000 Euro gesteckt. Wenn sie es erreichen, dann soll noch in diesem Jahr mit der Produktion der Austernpilze begonnen werden.

Die Idee der Austernpilzzucht auf Kaffeesatz ist so innovativ wie nachhaltig: Allein in Graz landen, wie man hört, pro Tag etwa sechs Tonnen Kaffeesatz im Müll – und damit auch eine wertvolle Ressource. Denn in Kaffeebohnen stecken jede Menge Nährstoffe, von denen nach dem Brühen noch 99 Prozent im Kaffeesatz verbleiben. Genau das macht sich die „Pilzkiste“ zunutze: Der Kaffeesatz wird von Grazer Kaffeehäusern, Restaurants und Hotels abgeholt und bildet den wesentlichen Teil des Substrats für die Aufzucht der Pilze. Ein weiterer Bestandteil sind die so genannten Kaffeehäutchen, die bei der Röstung der Bohnen abfallen und bislang ebenfalls im Müll landeten. Wasser, etwas Kalk und Pilzmyzel sind die restlichen Zutaten für das fertige Pilzsubstrat, aus dem bereits nach acht Wochen die ersten Pilze geerntet werden können.

Potenzielle Abnehmer für die Austernpilze sind einerseits die Gastronomie und andererseits auch der Endkonsument. Die Frischpilze werden auch zum Teil zu einer hochwertigen und schmackhaften Pilzcrème und einer gesalzenen Austernpilzbutter verarbeitet. Der Austernpilz hat in den vergangenen Jahren einen wahren Hype erlebt und zählt heute zu den beliebtesten Speisepilzen. Im Geschmack ähnelt er Parasol und Steinpilze, erinnert aber auch ein wenig an Kalbfleisch. Hier noch einmal der Hinweis auf „Startnext“, wo die drei Grazerinnen ihre Crowdfunding-Kampagne lancieren.
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