Hotel & Touristik TRENDFORUM: „Bewegt euch!“
 
Hotel & Touristik TRENDFORUM

„Bewegt euch!“

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Neurobiologe Bernd Hufnagl ist Keynote-Speaker am Hotel & Touristik TRENDFORUM im Palais Ferstel am 14. April 2018. © Privat
Neurobiologe Bernd Hufnagl ist Keynote-Speaker am Hotel & Touristik TRENDFORUM im Palais Ferstel am 14. April 2018. © Privat

Am 12. April 2018 findet das Hotel & Touristik TRENDFORUM im Palais Ferstel statt. Als Vorgeschmack auf die Veranstaltung spricht Keynote-Speaker und Neurobiologe Bernd Hufnagl im Interview über die Eckpunkte des Vortrags.

Im Interview verrät Bernd Hufnagl, Keynote-Speaker des Hotel & Touristik TRENDFORUMS, was die ständige Mobilität mit uns Menschen macht.

Hotel & Touristik: Der Titel des Trendforums lautet „Der bewegte Mensch“ - Wie gut kommen wir alle damit zurecht, ständig in Bewegung zu sein - oder bewegen wir uns gar zu wenig?

Bernd Hufnagl: Körperlich bewegen wir uns sicherlich zu wenig, das liegt leider absolut im Trend und ist ein gesellschaftliches Problem. Körperliche Beweglichkeit hängt auf jeden Fall mit der geistigen zusammen. Kinder beispielsweise, die sich weniger bewegen, tun sich beim Entwickeln einer komplexen Sprache schwerer. Beweglich sind wir Menschen dann, wenn wir sehen, wofür wir uns anstrengen. Ein Tischler sieht beispielsweise, wofür er Energie investiert - nämlich für ein fertiges Möbelstück. In vielen Berufen ist dieser Grund aber nicht so klar oder auch gar nicht mehr sichtbar. Es gibt viele Menschen, die in einer Excel-Tabelle gefangen sind. Wenn wir keinen Grund sehen, Energie zu investieren, dann werden wir träge. Man sieht dieses Phänomen auch an der jungen Generation, die jetzt in den Arbeitsmarkt eintritt. Sobald es im Berufsleben unangenehmen oder anstrengend wird, flüchtet diese in die Weiterbildung.

Ist Multitasking ein Mythos oder können wir das tatsächlich erlernen?

Ohne Multitasking wäre der Mensch ausgestorben. Wir können alle sprechen, gleichzeitig hören und riechen. Wir können auch alle Autofahren und dabei telefonieren - auch wenn das der Verkehrssicherheit abträglich ist. Wir schaffen das allerdings nur mit erlernten Handlungen, die dann im Automatikmodus ablaufen. Alles, was wir bewusst machen, können wir nicht gleichzeitig tun. Versuchen Sie, ein Gespräch zu führen und gleichzeitig einen Text über ein völlig anderes Thema zu schreiben. Das funktioniert nicht. Unser Gehirn springt immer von einer zu anderen Tätigkeit. Dieses bewusste Multitasking können Sie nicht erlernen, und um mit einem Vorurteil aufzuräumen: Beide Geschlechter können das nicht. Wenn wir bewusste Tätigkeiten gleichzeitig erledigen, dann brauchen wir dazu um 60 Prozent mehr Zeit und die Fehlerwahrscheinlichkeit um 40 Prozent, als wenn wir sie fokussiert nacheinander verrichten würden.

Lesen Sie mehr dazu in der kommenden Ausgabe von Hotel & Touristik, die am 7. März erscheint oder erleben Sie Neurobiologen Bernd Hufnagl live am Hotel & Touristik TRENDFORUM am 12.4.2018 im Palais Ferstel. Anmeldung hier.

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