Handelsverband/Wirtschaftskammer: Bierlein/Pa...
 
Handelsverband/Wirtschaftskammer

Bierlein/Patek: Lebensmittel sind kostbar

BKA
V.l.: Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek, die Geschäftsführerin der Wiener Tafel Alexandra Gruber und Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein
V.l.: Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek, die Geschäftsführerin der Wiener Tafel Alexandra Gruber und Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein

Gestern haben Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein und Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und sozialen Einrichtungen zum Gespräch über die Lebensmittelverschwendung eingeladen.

Das Thema der Lebensmittelverschwendung wird in der Branche heiß diskutiert, und auch cash.at berichtet immer wieder darüber. Das Ziel aller Diskutanten, auch jener des gestrigen Gesprächs, zu dem Bundeskanzlerin und Ministerin eingeladen haben, ist: Gemeinsam noch intensiver gegen die Verschwendung von Lebensmitteln vorzugehen. „Lebensmittel sind zu kostbar, um verschwendet zu werden. In Lebensmitteln stecken zahlreiche Ressourcen, menschliche Arbeitskraft, Wasser und Energie. Dennoch werden immer noch zu viele wertvolle Lebensmittel unnötig entsorgt. Um innovative Antworten auf dieses Problem zu finden, braucht es Bewusstseinsbildung, den Dialog und partnerschaftliche Zusammenarbeit auf allen Ebenen“, so Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein. Hinzuzufügen wäre, dass der LEH sich dieses Problems durchaus bewusst ist, siehe den Link ganz unten und die ständige Berichterstattung von cash.at.
WKÖ-Handelsobmann Peter Buchmüller, der selbst Lebensmittelhändler ist, verweist darauf, dass Österreich über ein funktionierendes Modell zur Reduktion von Lebensmittelabfällen verfügt: „Der Lebensmittelhandel in Österreich unterstützt mit der Abgabe von noch genießbaren Lebensmitteln an soziale Einrichtungen ein Vorzeigemodell.“ Diese Selbstverpflichtung des LEH in Österreich reiche bis 2030 und enthält zahlreiche Möglichkeiten zur Verringerung von Lebensmittelabfällen beinhaltet: Dazu gehört die Abgabe von Lebensmitteln an soziale Einrichtungen ebenso wie ein verbilligtes Angebot von Brot und Gebäck vom Vortag, die Verringerung des Frischwarenangebots zum Ladenschluss hin oder dass Obst und Gemüse als Güteklasse II vergünstigt angeboten werden.
„Für uns Händler sind Lebensmittel nicht nur kostbar, sie sind zentraler Kernbestandteil unserer Geschäftstätigkeit und Lebensgrundlage für uns alle. Als Gesicht hin zum Konsumenten fühlen wir uns verpflichtet, die höchsten Qualitätsansprüche zu erfüllen. Wir haben im Branchenvergleich sehr geringe Margen und daher überhaupt kein Interesse daran, Lebensmittel wegzuwerfen. Ein entscheidender Faktor im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung ist die Weitergabe an Sozialeinrichtungen. Mittlerweile werden in Österreich pro Jahr 12.250 Tonnen Lebensmittel vom Handel an Sozialorganisationen gespendet. Darüber hinaus werden 10.000 Tonnen an nicht mehr verkäuflichen Lebensmitteln zur Futtermittelherstellung verwertet. Österreich ist damit im internationalen Vergleich ein absolutes Vorzeigeland“, bestätigt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.
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