Handelsverband: Bilanz des Handelskolloquiums...
 
Handelsverband

Bilanz des Handelskolloquiums vom 13. April 2016

Die Retail-Branche traf sich an jenem Tag in Schönbrunn, um die Rolle des Menschen im Digitalisierungszeitalter zu diskutieren. Mehr Händler als je zuvor waren anwesend und sorgten für eine intensiver und bereichernde Veranstaltung „Retail Jobs Reloaded“.

Welche Berufe werden im Handel in fünf bis zehn Jahren gefragt sein? Wie teuer sind qualifizierte Arbeitskräfte in Österreich? Wie findet man die besten Köpfe? Welche Chancen ergeben sich für den Handel heute? – Das sind einige der Fragen, die am 13. April eifrig diskutiert wurden. Rund 130 Besucherinnen und Besucher aus dem Handel folgten der Einladung in das Tagungszentrum des Schloss Schönbrunn, darunter Norbert Scheele (C&A), Franz Radatz (Radatz), Alexander Frech (Post), Kai Langnickel (Gebrüder Heinemann), Günter Pfisterer (Hartlauer), Roland Steyer (Ernsting`s family), Helmut Gahleitner und Vera Lacina (Arbeiterkammer), Michael Ströck (Ströck), Vincent Kastner (Kapsch), Kurt Vogl (Marionnaud), Thomas Seilern-Aspang (Personalberater), Harald Rametsteiner (FH. St.Pölten) Hermann Enenkel (Triumph).




„Wir brauchen in Zukunft gute Leute“, mit diesen Worten begrüßte Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbandes, die Gäste und war damit schon mitten im Thema des 26. Handelskolloquiums „Retail Jobs Reloaded“. Er unterstrich in seiner Eröffnungsrede die Wichtigkeit des Menschen im Unternehmen, der in Zeiten der disruptiven Entwicklungen den Unterschied ausmacht: „‚People First‘ ist mein Credo. Mit zehn wirklich guten Leuten kann man jedes Unternehmen der Welt führen. Und wir sind in einer höchst disruptiven Welt, in der wir gute Leute brauchen. Denn in der realen Welt sind wir mit Vorschriften und Richtlinien konfrontiert, die die Veränderungen verschlafen haben und Arbeitgebern und Arbeitnehmern das Leben schwer machen.“




Die Vorträge boten den rund 130 Gästen die Möglichkeit, sich über die aktuellsten technologischen Trends und rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren und beim anschließenden Get-together auszutauschen. Unter den Vortragenden (Auswahl): Frank Kohl-Boas, Google HR-Chef Central & Eastern Europe; Jens Winter, Rechtsanwalt und Partner bei CMS Reich-Rohrwig Hainz; Sigrid Feurer, Personalleiterin der Fielmann GmbH; Ali Mahlodji, Gründer und CEO der Online-Plattform Whatchado; René Massatti von Trendone. Durch den Tag führte Moderatorin Daniela Zeller.




Worauf wird sich der Handel künftig einstellen müssen? 




Hier ein paar markante Zitate aus einzelnen Beiträgen.




„Veränderung gab es immer. Nun aber verändert sich alles exponentiell schneller. Kleine Ideen verwandeln ganze Marktmodelle dauerhaft. Uber und Airbnb zeigen, wie schnell neue Player ganze Branchen in Bedrängnis bringen können.“ (Kohl-Boas)




„Der Einzelhandel hat sich in den letzten 30 Jahren völlig geändert, nur die Rahmenbedingungen sind gleich geblieben.“ (Thomas Krenn, General Manager Charles Vögele Austria GmbH)




„Die Millennials verlangen bestimmte Werte von einem Unternehmen, suchen Flexibilität und wollen keine starren Strukturen. Die rechtlichen Möglichkeiten schränken Unternehmen aber massiv dabei ein, dies anbieten zu können. Die aktuellen Kollektivvertragsverhandlungen können Änderungen bringen. Eine Vereinfachung wäre notwendig, denn die bisher hinzugefügten Normen sind bloß kosmetischer Natur und bringen oftmals Rechtsunsicherheit.“  (RA Winter)




„Personalmanager werden zukünftig mehr denn je gebraucht werden. Leider kennen viele Unternehmen aber ihre eigene Jobdescription nicht. Das macht es schwierig, geeignetes Personal zu finden.“ (Helmut Kasper, Leiter der Executive Academy an der Wirtschaftsuniversität Wien)




„Es geht mehr denn je darum, Werte und Menschen in den Vordergrund zu stellen. Als Arbeitgeber hat man mit der Lebenszeit von Menschen zu tun, diese darf man nicht verschwenden. Was Menschen antreibt, ist das ‚Warum‘. Sieht man einen Sinn in seiner Arbeit und weiß man, warum man etwas macht, wird man danach streben, es bestmöglich zu machen.“ (Mahlodji)
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