Branchenradar: Covid kurbelt Lebensmittel-Ums...
 
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Covid kurbelt Lebensmittel-Umsätze an

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Während andere Branchen unter der Coronakrise mitunter ziemlich massive Umsatzeinbußen zu verkraften hatten, profitierten die Lebensmittelhändler - nicht nur wegen der anfänglichen Hamsterkäufe.

Rund 200 Warengruppen umfasst die aktuelle Branchenradar-Untersuchung, für die die österreichischen Haushaltsausgaben analysiert wurden. Basis dafür war die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR), aber auch öffentlich zugänglichen Informationen aus Sekundärstudien, Presseberichten und Unternehmensveröffentlichungen.

LEH ist klarer Krisengewinner

Gaben die Österreicher im Jahr 2019 allein für Lebensmittel und Getränke rund 21 Milliarden Euro aus, werden es im heurigen Jahr um satte sieben Prozent mehr sein. Branchenradar-Marketingleiterin Aferdita Bogdanovic mit Details: "Die größte Ausgabenposition im Jahr 2019 war Brot, Gebäck und Backwaren mit insgesamt 3,41 Milliarden Euro, dicht gefolgt von Fleisch und Wurst mit 3,24 Milliarden Euro sowie frisches Obst und Gemüse mit 2,04 Milliarden Euro. Doch während im Vergleich zu 2018 für Obst und Gemüse um 3,9 Prozent und für Getreideprodukte um 3,1 Prozent mehr bezahlt wurde, erhöhten sich die Einkäufe für Fleisch und Wurst nur um 1,9 Prozent."

Die Gründe dafür sind zum einen mit diversen Preiserhöhungen für Fleisch- und Wurstprodukte zu erklären und zum anderen mit dem mittlerweile unübersehbaren Trend zu fleischloser beziehungsweise fleischarmer Ernährung. Übrigens: Weitere 1,73 Milliarden Euro wurden für den Einkauf von Süßwaren und Snacks, 1,68 Milliarden für Eier und Molkereiprodukte ausgegeben. "Wobei Letztere", so Bogdanovic weiter, "mit einem Ausgabenplus von nur 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr die geringste Dynamik zeigten. Dafür entwickelten sich die Aufwendungen für Tiefkühlprodukte mit plus 3,6 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor höchst positiv." Konkret: Insgesamt ließen sich die Haushalte den Einkauf von TK-Produkten 885 Millionen Euro kosten.

Für Getränke wurden im Jahr 2019 rund 5,09 Milliarden Euro bezahlt. Davon entfielen rund 2,37 Milliarden auf alkoholfreie Getränke, 1,27 Milliarden Euro auf Bier sowie 1,08 Milliarden Euro auf Wein und Schaumweine. Bogdanovic: "Auch bei Getränken setzt sich der bereits seit langem anhaltende Trend zu nichtalkoholischen Getränken fort, wenngleich auch für Wein und Schaumweine signifikant mehr ausgegeben wurde als im Jahr 2018." So wuchsen die Haushaltsausgaben für AF Getränke um 3,9 Prozent, für Wein/Schaumwein um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dem gegenüber standen Mehrausgaben für Bier von 2,8 Prozent. Die Einkäufe von Spirituosen sanken indessen um 1,6 Prozent.

Das heurige Pandemiejahr schiebt die Haushaltseinkäufe in beiden Warengruppen zweifellos deutlich an. Bei Lebensmitteln erwartet branchenradar.com Marktanalyse Mehrausgaben um sieben Prozent gegenüber 2019, bei Getränken noch um einen Tick mehr (plus 7,7 %). "Der Anstieg", so Bogdanovic, "resultiert im Wesentlichen aus dem wochenlangen Lockdown in der Gastronomie, in dessen Zeitraum die Ernährung der Bevölkerung praktisch zur Gänze vom Lebensmittelhandel geleistet wurde. Somit zählt der LEH eindeutig zu den Krisengewinnern der Pandemie."

Onlinehandel nach wie vor in den Kinderschuhen

Interessant ist auch die Betrachtung der Online-Umsätze im LEH. Denn obzwar in diesen in den letzten Jahren viel Geld investiert wurde und das Angebot auch mehr und mehr angenommen wird, ist die Bedeutung des Distanzhandels bei Lebensmitteln und Getränken nach wie vor überschaubar. Mit Ausgaben von gerade einmal 313 Millionen bei Lebensmitteln und 143 Millionen bei Getränken kommt der Onlinehandel auf gerade mal einen Marktanteil von 2,0 beziehungsweise 2,8 Prozent. Doch Bogdanovic sieht Produktgruppen mit hohem Potenzial: "Denn einen relevanten Marktanteil von aktuell 19 Prozent erzielt das Zustellgeschäft bei Tiefkühlprodukten, nicht zuletzt auch durch Direktvermarkter wie Bofrost."

Was das heurige Jahr betrifft, kann auch der Onlinehandel durch Corona zulegen und einen Extra-Boost verzeichnen. Die Wachstumsdynamik verdoppelt sich in beiden Warengruppen auf etwa dreißig Prozent, womit sich der Onlineumsatz mit Lebensmitteln damit auf 407 Millionen Euro erhöht, mit Getränken auf 182 Millionen Euro. Beim Marktanteil verändert sich trotzdem nur die Stelle hinterm Komma – auf 2,4 Prozent bei Lebensmittel bzw. 3,3 Prozent bei Getränken.

Die gesamte Studie Branchenradar Private Haushaltsausgaben in Österreich 2020 ist im Abo um 2.370,- Euro erhältlich.

Näher Infos: branchenradar.com
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