Buchempfehlung: Precht wünscht soziales Jahr ...
 
Buchempfehlung

Precht wünscht soziales Jahr für Alt und Jung

Amanda Dahms
Autor Richard David Precht: "In der Aufforderung sich mit den besonders Verletzlichen und Schwachen der Gesellschaft zu solidarisieren, ausgerechnet Faschismus zu wittern, ist eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte. Seit wann schlägt das Herz der Faschisten für die Schwachen?"
Autor Richard David Precht: "In der Aufforderung sich mit den besonders Verletzlichen und Schwachen der Gesellschaft zu solidarisieren, ausgerechnet Faschismus zu wittern, ist eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte. Seit wann schlägt das Herz der Faschisten für die Schwachen?"

Der deutsche Philosoph Richard David Precht, Kamingast beim CASH Handelsforum 2021, hat ein weiteres, sehr bemerkenswertes Buch geschrieben. In "Von der Pflicht" beleuchtet Precht die aktuelle gesellschaftliche Situation in Zeiten der Pandemie. Er sorgt sich um die zunehmende Entsolidarisierung einzelner Bevölkerungsteile und stellt sich die Frage, welche Pflichten der Vorsorge- und Fürsorgestaat gegenüber den Bürgern hat und was sie dafür dem Staat schulden.

Nachdem die Covid-19-Pandemie das gewohnte Leben aus den Angeln gehoben hatte, manifestierte sich in den darauffolgenden Monaten ein gesellschaftliches Phänomen. "Während der weitaus größte Teil der Menschen Empathie mit den Schwachen und besonders gefährdeten zeigte, entpflichtete sich eine Minderheit davon und rebellierte gegen die staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit aller Bürger." 
Precht beleuchet in seinem im gewohnten so lesenswerten Stil geschriebenen Buch, die Pflichten des "Fürsorge- und Vorsorgestaates" gegenüber seinen Bürgern und stellt sich die Frage, was die Bürger dem Staat eigentlich schulden.

„Social Distancing ist kein räumliches Phänomen, sondern ein individual- und sozialpsychologisches. Wer Distanz hält, betrachtet eben auch vieles aus der Distanz.“

Das eigentliche Dilemma scheint zu sein, dass uns die Wirtschaft gelehrt hat, egoistische Konsumenten zu sein, stets auf der Suche nach einem Rabatt, Schnäppchen, dem günstigen Flug- oder Bahnticket. Anderseits wären jetzt solidarische Staatsbürger gefragt, die ihr Wohl nicht über das der anderen stellen. Precht bekräftigt in seinem Buch die Forderung nach zwei sozialen Pflichtjahren für jeden Deutschen, der dazu in der Lage ist. Eines nach der Schule und eines zum Beginn der Rente. Bemerkenswert seine Gegenargumente zu den gleich erfolgten Protesten einzelner Bevölkerungskreise.

Über den Autor:
Richard David Precht, geboren 1964, ist Philosoph, Publizist und Autor und einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg sowie Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seit seinem sensationellen Erfolg mit "Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?" waren alle seine Bücher zu philosophischen oder gesellschaftspolitischen Themen große Bestseller und wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Seit 2012 moderiert er die Philosophiesendung "Precht" im ZDF.

Aber lesen Sie doch selbst:

https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Von-der-Pflicht/Richard-David-Precht/Goldmann/e593599.rhd

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