CASH+/Impfplan für den Handel: Impfung: Was m...
 
CASH+/Impfplan für den Handel

Impfung: Was muss der Handel tun?

torstensimon / pixabay.com
Wer wann zur Impfung kommen darf, ist nicht ganz klar definiert.
Wer wann zur Impfung kommen darf, ist nicht ganz klar definiert.

Das Gesundheitsministerium präsentierte gemeinsam mit der Bundesregierung den Impfplan für Österreich. Doch dieser Plan lässt viele Fragen offen, wie auch Vertreter des Handels bekräftigen.

Unsicherheit begleitet das Virus und den Verlauf der Pandemie seit Beginn. Doch auch in der aktuellen Impfdebatte sind noch mehr Fragen offen als geklärt. Auf der eigens eingerichteten Seite des Sozialministeriums www.österreich-impft.at soll die Reihenfolge der zu impfenden Berufs- und Gesellschaftsgruppen veranschaulicht werden. Demnach ist Phase 1 des Impfplans bereits gezündet, mit Fokus auf Alten- und Pflegeheime. Seit Ende Dezember können sich alle Bewohner, das gesamte Personal für Pflege und Betreuung, Küche, Reinigung und andere Hilfsdienste sowie Personen mit einer regelmäßigen Tätigkeit in Alten- und Pflegeheimen frühzeitig gegen das Coronavirus impfen lassen. Das gilt auch für Gesundheitspersonal in besonders exponierten Bereichen (etwa Covid-Stationen) und für erste Hochrisikogruppen. Soweit, so klar.

In Phase 2, die mit Februar 2021 starten soll, formuliert das Ministerium schon etwas schwammiger: Nun folgen vor allem ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen und in kritischer Infrastruktur. Zur sogenannten kritischen Infrastruktur zählen alle Berufsgruppen, die eine wesentliche Bedeutung für die Aufrechterhaltung wichtiger gesellschaftlicher Funktionen haben (Lehrpersonen, Polizeibeamten, Apotheker & Pharmazeuten, Mitarbeiter der Post & Telekommunikation, ...). Die Frage, ob der Handel hier dazuzähle, blieb vom Gesundheitsministerium wiederholt unbeantwortet. Die Phase 3 richtet sich dann an die Impfwilligen aller Gruppen. Ab dem zweiten Quartal sollen alle Menschen, die sich impfen lassen wollen, Zugang zur Impfung bekommen. Sie richtet sich somit an die allgemeine österreichische Bevölkerung. Geplant sind viele verschiedene Impfangebote wie z. B. Impfstellen, Impfstraßen, Arbeitsmediziner in größeren Betrieben und weitere Initiativen. 

Unsicherheit und Abwarten im Handel

Nachgefragt bei Handelsketten mit internationaler Struktur, die beispielsweise in Deutschland teils noch härtere Maßnahmen trotzen, sind Unsicherheit und Abwarten angesagt: "Was mögliche Pläne für Impfungen angeht, können wir heute noch keine konkreten Angaben machen", meint beispielsweise Christoph Buchgraber, Unternehmenssprecher Lidl Österreich gegenüber CASH. "Wir sind hier jedenfalls in Abstimmungen dazu und bereiten uns auf verschiedene Szenarien vor."
Noch ist nicht ganz klar, ob mit Phase 2 auch wirklich alle Handelsangestellten gemeint sind.
BMSGPK
Noch ist nicht ganz klar, ob mit Phase 2 auch wirklich alle Handelsangestellten gemeint sind.
Bei Rewe sieht man sich eindeutig in Phase 2 angesprochen, wie Unternehmenssprecher Paul Pöttschacher bekräftigt: "Wir sind hier derzeit in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden, was die Zuteilung und Organisation der Impfstoffe betrifft." 

Zunächst testen, später impfen?

Rewe bietet seit Anfang November 2020 regelmäßig freiwillige Tests für die Mitarbeiter an unterschiedlichen Lager-Standorten und in der Zentrale in Wr. Neudorf an. Zusätzlich sind mobile Testteams in ganz Österreich im Einsatz, die direkt bei Filialstandorten Mitarbeiter, die das in Anspruch nehmen wollen, testen.

"Impfzugang für alle!"

 Im Vorfeld machte sich bereits Günter Thumser, Geschäftsführer des Österreichischen Verbands der Markenartikelindustrie, für einen breiten Impfzugang stark: "Wir müssen raschest parallel zum offiziellen Impf-Prioritätenplan der Bundesregierung ein wesentliches Kontingent freigeben für jene, die sich freiwillig und gerne impfen lassen wollen", so Thumser. In seinem persönlichen Brief an den Bundeskanzler, der CASH vorliegt, formuliert er es deutlich: "Dies muss als stimmigen Teil einer (...) positiven Impfkampagne der Bundesregierung integriert werden, um so auch motivierende Stimmen von Meinungsbildnern oder Führungskräften für einen Stimmungsumschwung der zögernden Mehrheit einzusetzen. Dies sollte auf einer offiziellen Regierungs-Homepage nach dem 'first come first served'-Prinzip so lange offen laufen, bis die Prioritäten abgearbeitet sind", so der Geschäftsführer.

Nach wie vor ungeklärt ist die Tatsache, welche Regelungen für Mitarbeiter gelten, die sich nicht impfen lassen wollen, zusätzlich zum Tragen einer FFP2-Maske.

Den Plan zur Organisation & Durchführung der Corona-Impfung des Gesundheitsministeriums können Sie hier downloaden.

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