CASH Digital Talk: "Nur wer entscheidungsfähi...
 
CASH Digital Talk

"Nur wer entscheidungsfähig ist, bleibt handlungsfähig"

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CASH Herausgeberin Dagmar Lang, Johannes Holzleitner (Spar), Matthias Strolz (Autor und Unternehmer), CASH-Chefredakteurin Michaela Schellner, Nikolaus Huber (Unilever) und Thomas Lichtblau (Bipa)
CASH Herausgeberin Dagmar Lang, Johannes Holzleitner (Spar), Matthias Strolz (Autor und Unternehmer), CASH-Chefredakteurin Michaela Schellner, Nikolaus Huber (Unilever) und Thomas Lichtblau (Bipa)

Das sagte Keynote-Speaker Matthias Strolz beim ersten CASH Digital Talk am 25. Juni unter dem Thema "Passagier oder Pilot? Die Kunst der proaktiven Neuerfindung". Nicht weniger spannend war die anschließende Podiumsdiskussion, an der neben Matthias Strolz auch Unilever Austria-Geschäftsführer Nikolaus Huber, Bipa-Geschäftsführer Thomas Lichtblau und Spar-Bereichsleiter Lieferantenpolitik & Sortimentsstrategie Johannes Holzleitner teilnahmen.

Covid-19 und die dazugehörigen Maßnahmen haben viel verändert, uns aber auch neue Chancen und Möglichkeiten aufgezeigt sowie zu Neuorientierungen, Neuerfindungen und Neuausrichtungen geführt. Das hat auch uns zu einem neuen Schritt bewegt: Zum ersten Mal nämlich veranstaltete CASH vergangenen Donnerstag ein live durchgeführtes Webinar und stellte mit dem Thema "Passagier oder Pilot? Die Kunst der proaktiven Neuerfindung" eben diese Veränderungen durch das Coronavirus in den Mittelpunkt des virtuellen Austausches. Was ist anders? Wie ging und geht man mit der Situation um? Welche neuen Systeme und Tools haben sich als sinnvoll oder gar besser als zuvor erwiesen. Und was davon wird bleiben? Nach den Einführungen von CASH-Chefredakteurin Michaela Schellner und Herausgeberin Dagmar Lang ging es los.

"Die Zukunft ist ein Raum, den ich mitgestalte"

Als Keynote-Speaker war Unternehmensberater und Buchautor Matthias Strolz zu Gast. In gewohnt überschwänglicher Manier sprach Strolz über eine Aufbruchszeit, die uns die Chance gibt, etwas Neues zu schaffen. "Die Irritation ist die Mutter der Innovation", sagt er schon Eingangs und etwas später: "Für jeden wird in dieser Explosion an Chancen etwas dabei sein. Aber man muss zugreifen." Wir entscheiden seiner Ansicht nach, ob wir Pilot oder Passagier sind, Spielmacher oder Spielball, Opfer oder kreative Kraft. Strolz plädiert an das Tun, denn "die Zukunft ist ein Raum, den ich mitgestalte". Die persönliche Entfaltung darf dabei nicht zu kurz kommen, die eigene Identität ist das Wichtigste. Aber auch die Wahrnehmung ist ein wichtiger Aspekt, Augen und Ohren offen zu halten, sich Zeit nehmen, um sich bewusst zu werden. Was will ich? Was kann ich? Was wird gebraucht? Denn "nur wer entscheidungsfähig ist, bleibt handlungsfähig", erklärt Strolz. Scheitern ist dabei kein Problem, man muss es nur schnell tun, sodass man schnell wieder weitermachen kann.

Matthias Strolz ist Keynote-Speaker zum Thema "Passagier oder Pilot in der Krise"
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Matthias Strolz ist Keynote-Speaker zum Thema "Passagier oder Pilot in der Krise"

Passagier oder Pilot?

Nicht weniger interessant war die anschließende Podiumsdiskussion, geführt von Herausgeberin Dagmar Lang, an der neben Matthias Strolz auch Unilever Austria-Geschäftsführer Nikolaus Huber, Bipa-Geschäftsführer Thomas Lichtblau und Spar-Bereichsleiter Lieferantenpolitik & Sortimentsstrategie Johannes Holzleitner teilnahmen. Huber, Lichtblau und Holzleitner erzählten, wie sie von der Krise und auch einigen Maßnahmen überrascht wurden - Lichtblau räumte ein, Anfangs nicht einmal gewusst zu haben, ob man überhaupt "systemrelevant" sei. Danach ging es aber darum, den Steuerknüppel wieder in die Hand zu nehmen und sich Schritt für Schritt, wenn teilweise auch schnellen Schrittes, an die Arbeit und die Umsetzungen zu machen, um sowohl das Beste für Mitarbeiter, Kunden, als auch das Unternehmen selbst herauszuholen. "Man muss sich seiner Rolle bewusstwerden, darf sich selbst aber beruflich nicht zu wichtig nehmen, sondern muss der Organisation zuarbeiten. Man muss auch die Bedürfnisse der Konsumenten mit seiner Marke immer wieder hinterfragen", sagt Huber. Bei der Kunst der proaktiven Neuerfindung kristallisierten sich Selbstreflexion, die Bereitschaft zur Veränderung, vorrausschauendes Denken sowie Zusammenhalt und Zusammenarbeit als die wichtigsten Bereiche heraus.

Außerdem wurden Systeme und Maßnahmen vor allem im Bereich der Digitalisierung forciert und Bereiche wie Homeoffice, Click&Collect oder digitale Schulungen verstärkt oder neu eingeführt. Vieles davon soll auch weiter bestehen, dennoch ist "der Supermarkt ein Ort der Begegnung und das soll auch so bleiben. Es muss wieder mehr Nähe entstehen, aber ohne sich dabei zu nahe zu kommen", erklärt Holzleitner, dem in der Digitalisierung der persönliche Reibungsaustausch für einen kreativen Gestaltungsakt fehlt und gerne auch das Publikum gesehen hätte. Lichtblau wiedersprach ihm in diesem Punkt insofern, als dass er den virtuellen Austausch in kleinen Gruppen sogar besser fände und auch bei Schulungen sieht er großes Potenzial im digitalen Lernen. "Man kann sich die Aufzeichnung in Ruhe auch ein zweites Mal ansehen, wenn man beim ersten Mal nicht mitgekommen ist. Und man erspart sich viele Wege." Dennoch ist auch er der Meinung, dass soziale Kontakte wieder kommen müssen. An einem ausgewogenen Konzept für die neue Normalität wird jedenfalls gearbeitet, denn für Strolz ist abschließend eines klar: "Es ist zu viel in Bewegung gekommen, als dass wir wieder zurück könnten". Und das ist gut, denn die Sehnsucht nach einer besseren Zukunft ist für ihn unübersehbar.

Der erste CASH Digital Talk.
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Der erste CASH Digital Talk.
Die Zuhörer waren mit ihren spannenden Fragen an der regen Diskussion nicht unbeteilt - an dieser Stelle ein herzliches Danke nicht nur an die Vortragenden und Organisatoren im Hintergrund, sondern auch an die Teilnehmer.

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