CASH Handelsforum 2022: Der Mittwoch: Auftakt...
 
CASH Handelsforum 2022

Der Mittwoch: Auftakt zum 37. CASH Handelsforum

Markus Wache

"Das Wesen des Wandels. Was starke Marken morgen leisten müssen" ist das Thema das 37. CASH Handelsforum in St. Wolfgang. Die Eröffnungskeynote hielt Schriftsteller und Historiker Philipp Blom zum Thema "Macht euch die Erde untertan!?"

Das größte Branchentreffen Österreichs findet dieses Jahr wieder zum gewohnten Zeitpunkt und zum zweiten Mal im scalaria Event-Resort in St. Wolfgang im Salzkammergut unter Einhaltung der aktuellen Corona-Maßnahmen statt. Also ein CASH Handelsforum fast wie früher in ungewohnten Zeiten. So begrüßte CASH-Chefredakteurin Margaretha Jurik die Gäste mit den Worten "Es ist Krieg. Trotzdem oder gerade deshalb freut es uns besonders, dass wir uns heute wieder hier beim CASH Handelsforum zusammengefunden haben." Auch dieses Jahr wird die dreitägige Veranstaltung von hochkarätigen Vorträgen und Diskussionsrunden begleitet, die uns weiterbringen sollen.

Den Auftakt machte am Eröffnungsabend Historiker und Schriftsteller Philipp Blom mit einer Keynote und einem anschließendem Kamingespräch zum Thema "Macht euch die Erde untertan!?" Dabei griff er gleich zu Beginn das Wort "Krieg" auf, meinte damit aber nicht (nur) den Ukraine-Krieg, sondern den Krieg gegen die Erde und die Natur und sprach über Regenwaldabholzung und Tierwohl. "Das, was wir da tun, hat nichts mit wirtschaftlichem Handeln zu tun, das ist organisierter Wahnsinn", sagte er. Der Mensch sei Teil des Systems und ohne dieses System "haben auch wir kein Leben". Dabei stellte er die Frage, wie es dazu gekommen ist, dass "eine Welt, die ohne Not handelt, in diese selbstmörderische Dynamik gelangen" konnte. Um sie zu beantworten, entführte er die Gäste auf eine Reise durch die Geschichte, angefangen in der Bronze-Zeit bei den Mesopotamiern, über die Aufklärung bis in unsere Zeit, referierte über die Errungenschaften der Menschheit, die allerdings stets auf Kosten der Natur gegangen sind. "Macht euch die Erde untertan" ist dabei ein Satz, der schon in der Bibel zu finden ist und insofern problematisch ist, da er besagt, dass der Mensch mit der Erde machen kann und darf, was er will.

Markus Wache
Blom plädierte in diesem Rahmen für die Abschaffung der Trennung von Natur und Kultur. Er meinte damit die Unterscheidung von Natur und Mensch, denn "wir sind Teil der Natur", denn wir sind alle in diesem System verstrickt und was der Natur schadet, schadet auch uns. Jetzt geht es darum, zu lernen, uns in diesem System wiederzufinden. Dabei geht es um Regionalität, Nachhaltigkeit und um den Mut, Neues zu wagen und anders zu denken. "Das ist auch die Chance, unter dem Zwang der Klimakatastrophe eine bessere Gesellschaft zu bauen."

Vertieft wurden diese Ausführung im anschließenden Kamingespräch mit CASH-Herausgeberin Dagmar Lang und einer regen Fragebeteiligung der Gäste. Dabei macht er deutlich, dass es nie falsch ist, das Richtige zu tun, dass jeder bei sich selbst anfangen kann und schon kleine Schritte Veränderungen zu einer besseren Welt beitragen können.
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