CASH+/Coronavirus (Update 20.7.): Ruf nach Ma...
 
CASH+/Coronavirus (Update 20.7.)

Ruf nach Masken wird wieder laut

renateko - Pixabay

Aufgrund steigender Infektionszahlen fordert die Ärztekammer eine erneute Maskenpflicht in Supermärkten. CASH hat nachgefragt, wie diese Forderung im LEH aufgenommen wird.

Bei einer Pressekonferenz sprach sich Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres für die Wiederkehr der Maskenpflicht aus: "Ich bin sehr wohl für eine Maskenpflicht in Supermärkten. Wenn man damit Infektionen verhindern kann, dann sollte man das auch probieren". Denn die Freiwilligkeit funktioniere nicht. "Wenn es freiwillig nicht geht, muss man es verpflichtend machen, und das möglichst bald", so Szekeres. Zumindest das Personal solle in Restaurants, Wirtshäusern, Cafés oder im Supermarkt wieder einen Nasen-Mund-Schutz tragen. Strenge Disziplin beim Einhalten des Abstands, der Handhygiene und der Selbstisolation bei Symptomen empfiehlt der Ärztekammer-Präsident weiterhin.

Appell an Hausverstand

Handelsobmann Rainer Trefelik kann grundsätzlich verstehen, dass man bei steigenden Infektionszahlen überlegt, wie damit umzugehen ist. Eine komplette Maskenpflicht im Einzelhandel greift ihm aber zu kurz. Er appelliert an den Hausverstand eines jeden Kunden: "Kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden oder ist die Frequenz sehr hoch, sollte es selbstverständlich sein, einen Nasen-Mund-Schutz zu tragen. Man darf aber nicht vergessen, dass kein einziger Fall seinen Ursprung in einem Supermarkt hatte. Sondern die Infektionen sind eher aus dem Urlaub importiert oder passieren im privaten Freizeitbereich." Gänzlich ausschließen kann er die Wiedereinfuhr der Maskenpflicht allerdings nicht: "Ich bin offen für einen Diskurs. Wir müssen uns der Thematik stellen. Eine komplette Maskenpflicht im Einzelhandel oder ein erneuter Lockdown würde für den Handel ein massives Problem darstellen."

"Einführung der Maskenpflicht ist nicht Sache der Supermärkte"

Sowohl bei Spar als auch bei Rewe sind die gängigen Hygienemaßnahmen wie Plexiglasschutz bei den Kassen, Abstand halten, Desinfektionsspender im Eingangsbereich sowie das selbstständige Desinfizieren der Einkaufswagerl noch aufrecht. Spar-Pressesprecherin Nicole Berkmann und Rewe-Pressesprecher Paul Pöttschacher sind sich jedoch einig, dass das Einführen einer erneuten Maskenpflicht für Mitarbeiter und Kunden im LEH nicht Sache der Supermärkte selbst, sondern der Regierung sei. Berkmann erklärt im CASH-Gespräch: "Bei uns müssen nur die Mitarbeiter in Oberösterreich eine Maske tragen. Wir sind der Meinung, dass es nicht unsere Aufgabe ist zu beurteilen, ob eine Maskenpflicht eingeführt werden soll – das ist die Aufgabe von Fachleuten und Experten. Falls die Regierung eine entsprechende Verordnung erlässt, werden wir uns natürlich daran halten."

In der Feinkostabteilung von Merkur und Billa tragen die Mitarbeiter wieder eine Maske, da "mit offenen Produkten gearbeitet wird und das auch dem Kundenwunsch entspricht. Der Nasen-Mundschutz trägt zum Sicherheitsgefühl bei. Sonstige Mitarbeiter tragen Masken nur auf freiwilliger Basis", so Pöttschacher. 


Auch Hofer evaluiert die derzeitige Situation laufend: "Sollte sich die Bundesregierung für die österreichweite Wiedereinführung der Mund-Nasen-Schutzmasken in Supermärkten aussprechen, werden wir in unseren Filialen selbstverständlich eine entsprechende MNS-Masken-Pflicht sowohl für Mitarbeiter als auch für Kunden umsetzen bzw. einfordern. Derzeit gilt die MNS-Masken-Pflicht für alle oberösterreichischen Filialen", lässt der Diskonter in einem Statement auf CASH-Nachfrage ausrichten.

In den Filialen von Lidl gibt es aktuell keine Maskenpflicht für die Mitarbeiter, einzige Ausnahme aufgrund der aktuellen Landesverordnungen ist derzeit das Bundesland Oberösterreich. Alle weiteren Corona-Schutzmaßnahmen (wie z.B. Plexiglaswände an den Kassen, Desinfektionssprays für Einkaufswägen oder Abstandsbeklebungen in der Filiale) bleiben wie gehabt aufrecht. "Sollte es zu Änderungen bezüglich der Maskenpflicht kommen, halten wir uns selbstverständlich an die Vorgaben der Österreichischen Bundesregierung und werden diese entsprechend umsetzen", sagt Pressesprecher Christoph Buchgraber.

"Unsere Nah&Frisch Kaufleute und ihre Mitarbeiter erfüllen stets alle gesetzlichen Vorschriften was die Bekämpfung der Covid19-Pandemie betrifft. Darüber hinaus habe unsere Kaufleute -neben einem hohen Verantwortungsbewusstsein für die Gesundheit der Kunden und der Mitarbeitern - durch ihre besonders enge Beziehung zu ihren Kunden ein sehr gutes Gespür dafür, wann und wo das Tragen einer MNS-Maske dem gemeinsamen Wohl- und Sicherfühlen beim Einkaufen dient", ist sich Geschäftsführer Hannes Wuchterl sicher und schließt eine erneute Maskenpflicht nicht aus. 

Update 20.7.

Zwar kursieren die Gerüchte rund um eine Rückkehr der Maskenpflicht in bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens seit vergangener Woche, mit Stand Montag, 20.7., gibt es jedoch noch keine konkreten Informationen zu dem Thema. Grund für diese Verzögerung ist die Unabdingbarkeit von Kanzler Sebastian Kurz, der sich bei einem EU-Sondergipfel in Brüssel befindet. Eigentlich hätte der Gipfel am Sonntag zu Ende gehen sollen, mangels einer Einigung ging das Treffen jedoch in die Verlängerung. Laut dem Standard wird Kurz heute noch mit Vizekanzler Werner Kogler, Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer eine Telefonkonerenz abhalten, bevor er am Dienstag mit den Ministern persönlich spricht. Danach soll es eine Pressekonferenz geben, bei der die Entscheidung rund um die Maskenpflicht mitgeteilt wird. 

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