CASH+/Lidl: Hintergründe für den Run auf City...
 
CASH+/Lidl

Hintergründe für den Run auf City-Standorte

Lidl
In vielen Städten sind passende Grundstücke in guter Lage Mangelware. Trotzdem wollen Stadtbewohner einen Nahversorger in ihrer Umgebung.
In vielen Städten sind passende Grundstücke in guter Lage Mangelware. Trotzdem wollen Stadtbewohner einen Nahversorger in ihrer Umgebung.

In Deutschland ließ die Meldung aufhorchen, dass die Schwarz-Gruppe mit Lidl in die Innenstadtlagen vordringt, zahlreiche wegen der Pandemie freiwerdende Flächen in den deutschen Städten würden entwickelt werden. CASH hat für Österreich nachgefragt.

Hohe Mieten und fehlende Flächen waren bislang häufig Hürden für den LEH, Standorte im innerstädtischen Bereich zu entwickeln. Nachdem die Filialzahl von Lidl in Deutschland sieben Jahre lang stagnierte, sieht der Diskonter nun die Chance, mit Innenstadt-Märkten in Deutschland über die Marke von 3.200 Filialen hinaus zu wachsen, wie die Lebensmittel Zeitung berichtete. Nun nimmt die Schwarz-Gruppe freigewordene Innenstadt-Flächen ins Visier, die man vielleicht nicht im ersten Moment mit einem idealen Standort für eine LEH-Filiale verbinden würde. Doch man setze dort eben nicht auf Touristen als Zielklientel, sondern auf Pendler und Anwohner, man möchte den Umsatz aus dem Nahbereich holen, wie der Münchener Immo-Geschäftsführer von Lidl, Marek Franz, zitiert wird.

Angesprochen auf die Entwicklungen und Pläne in Deutschland schwächt Hansjörg Peterleitner, Sprecher von Lidl Österreich, die Aussagen für Österreich gegenüber CASH ab. Es wäre schon länger ein Thema, Lidl ist ja in Österreich mit mehreren City-Standorten vertreten. In vielen Städten sind passende Grundstücke in guter Lage Mangelware. Trotzdem wollen Stadtbewohner einen günstigen Nahversorger in ihrer Umgebung. "Wir beschäftigen uns daher schon länger intensiv mit neuen Konzepten, die einerseits attraktive Geschäftsflächen ermöglichen, gleichzeitig aber auch sorgsam mit der Ressource Lebensraum umgehen. Und das nicht erst seit Corona", so der Lidl-Sprecher.

Mit dem „Metropol-Konzept“ nutzt Lidl auch den Raum über den Filialen, wo beispielsweise Büros, Wohnungen oder Kindergärten untergebracht sind.
Lidl
Mit dem „Metropol-Konzept“ nutzt Lidl auch den Raum über den Filialen, wo beispielsweise Büros, Wohnungen oder Kindergärten untergebracht sind.

Vorteil von "lebensmittelgeankerten" Immobilien

In Deutschland setzen Investoren schon jetzt verstärkt auf lebensmittelgeankerte Immobilien: 49 Prozent des Transaktionsvolumens mit Handelsimmobilien resultierten in den ersten zehn Monaten nach einer Studie des deutschen Marktforschungsunternehmens Savills aus solchen Objekten. Zuvor hatte der Anteil bei 25 Prozent gelegen. Peterleitner verweist auf das bereits vor Corona eingeführte Lidl-Konzept für Innenstadt-Lagen: "Beispielsweise sparen wir mit unserem innovativen Metropol-Konzept viel Platz in urbanen Gebieten und nutzen den Raum nach oben. Hier können direkt über der Filiale beispielweise Büros, Wohnungen oder Kindergärten entstehen. Unser Ansatz braucht im Idealfall nur halb so viel Platz wie eine herkömmliche Filiale. Trotzdem können wir unseren Kunden das volle Sortiment bieten." Österreichweit wurden damit schon mehr als zehn dieser Projekte umgesetzt, die meisten davon in Wien, aber auch in Salzburg oder Linz. Außerdem betreibt Lidl schon jetzt einige kleinere „City-Filialen“ mit Verkaufsflächen von 450 m².

stats