: CHF 2009: Christine Bauer-Jelinek
 
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Christine Bauer-Jelinek, Institut für Machtkompetenz ® Johannes Brunnbauer
Christine Bauer-Jelinek, Institut für Machtkompetenz ® Johannes Brunnbauer

Spannend, unterhaltsam und klar auf den Punkt gebracht - so lässt sich der Vortrag von Christine Bauer-Jelinek zusammenfassen.

Die großartige Referentin, die als Psychotherapeutin und Wirtschaftscoach Menschen erfolgreich bei Karrieren, Krisen und Neuanfängen begleitet, konnte das Publikum mit ihren Ausführungen von der ersten Minute an in ihren Bann ziehen. Mit Witz, Charme und profundem Wissen brachte sie das Thema der Machtkompetenz klar auf den Punkt, lieferte Denkanstösse und Lösungsvorschläge.

Die als Titel gewählte Frage "Ist Macht unanständig?" hielt den Erwartungen nicht nur stand, sondern übertraf diese bei weitem. Wie unterschiedlich Frauen und Männer mit Macht umgehen, dass Macht nicht nur eine dunkle, sondern auch eine helle Seite hat wurde ebenso ausgeführt wie der Wandel der Werte in den letzten Jahren. 

Am Beginn ihres Vortrages räumte Bauer-Jelinek mit den Vorurteilen zum Thema Macht auf. Macht definierte sie als "das Vermögen, einen Willen gegen einen Widerstand durchzusetzen." Das sei aber auch in friedlicher Form möglich, wir hätten nur verlernt, die Abstufungsschritte zwischen Kuschel- und Konfrontationskurs zu berücksichtigen, so die Psychotherapeutin. Weiter betonte sie, dass sich machtkompetent zu sein immer nach einem Ziel richte, und wenn es nicht das eigene ist, dann ist es das eines anderen. Diese Situation alleine bringt die Menschen aber immer in ein Spannungsfeld zwischen zu tätigender Handlung und dem eigenen Gewissen. 

Dass diese Situation nicht einfach in den Griff zu bekommen sei, gab Bauer-Jelinek zu, sie bestätigte aber in ihren Ausführungen, dass schlaues Handeln das A und O in jeder Lebenslage sei. Sie rief das Publikum dazu auf, von Machtspielchen abzulassen, denn auch in diesem Punkt würde Macht mißverstanden: "Machtkompetent sein heißt nicht Mehrkämpfe auszutragen, sondern weniger. Es heißt nicht: Über Leichen gehen!"

Als Tipp, um auch - und gerade - in der Krise bestehen zu können, rät Bauer-Jelinek zur Erarbeitung eines Notfallplans. Denn einen solchen zu haben, schadet ja bekanntlich nicht, um im Fall der Fälle für den "worst case" gerüstet zu sein. Dazu gehöre unter anderem Hierarchien zu beachten, unbewußte Kampfansagen und Recht haben wollen sowie Vorwürfe zu unterlassen und im gleichen Atemzug die Grammatik der Macht zu lernen sowie an der eigenen Frustrations- und Fehlertoleranz zu arbeiten: "Wenn Sie Machtkompetenz einsetzen, wenn Sie lernen Ihre Ängste zu überwinden und einen Notfallplan haben, dann können Sie Ihr Flugzeug sanft landen." Denn, meint sie weiter: "Eine sanfte Landung ist immer noch besser als ein Totalcrash."

Abschließend empfiehlt Bauer-Jelinek noch, sich als Vitamin und nicht als Virus zu positionieren, da Vitamine ja bekanntermaßen nicht nur zu körperlichem Wohlbefinden beitragen, sondern auch dem Gedeihen einer Organisation dienlich sind.

Eine ausführliche Nachlese vom CASH Handelsforum 2009 inklusive umfassenden Bildbericht finden Sie in der Mai-Ausgabe.

Die Vortragsunterlagen können Sie sich hier als PDF-Dokument herunterladen.
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