Coverstory/LEH & Social Sponsoring: Come toge...
 
Coverstory/LEH & Social Sponsoring

Come together

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Egal, ob Kooperationen mit der Caritas, dem SOS Kinderdorf oder der Wiener Tafel – soziales Engagement steht im Unternehmensleitbild der österreichischen Handelsketten ganz oben auf der Werterangliste. Klar ist: Allein um‘s Image geht es dabei nicht.

Österreich zählt zu den wohlhabendsten Ländern der Welt und trotzdem liegt die Armutsgrenze laut Statistik Aus-tria bereits bei über 13 Prozent. Das bedeutet, dass über eine Million Menschen trotz des vergleichsweise gut ausgebauten Sozialstaates auf weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens zurückgreifen können, um sich mit grundlegenden Dingen wie etwa Lebensmitteln des täglichen Bedarfs zu versorgen. Allein in Wien sind 148.000 Menschen von akuter Armut betroffen und auf Unterstützung von karitativen Einrichtungen angewiesen. Diese wiederum brauchen Hilfe von der Bevölkerung und setzen auf Kooperationen mit Partnern aus dem Handel und der Industrie.

Handel engagiert sich



Und genau um diese muss man Österreichs Händler nicht lange bitten, denn trotz des immer härter werdenden Wettbewerbs sowie der aktuellen wirtschaftlichen Situation, sind sich hier alle einig und wissen um ihre bedeutende Stellung innerhalb der Gesellschaft Bescheid. Rewe International AG-Unternehmenssprecherin Mag. Corinna Tinkler verdeutlicht: „Von Unternehmen wird heute weit mehr erwartet, als nur in ihrem Geschäftsfeld einen guten Job zu machen. Als wichtiger Teil der Gesellschaft sind Unternehmen in zunehmendem Maße dazu aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen – gesellschaftlich, sozial und ökologisch. Dieser Anspruch wird in Zeiten der aktuellen Wirtschaftskrise umso deutlicher.“ Deshalb hat sich das Unternehmen bereits vor zehn Jahren zum Sponsoring sozialer Projekte und zur Zusammenarbeit mit der Caritas, den CliniClowns, den Roten Nasen, der Stiftung Kindertraum und der Wiener Tafel entschlossen. Tinkler ist davon überzeugt, gemeinsam mehr erreichen zu können, wie auch die jüngste Unterstützung für die Hilfsorganisation „Concordia“ von Pater Georg Sporschill zeigt. „Hier konnte beispielsweise im Rahmen des alljährlichen Rewe Group Partnerabends eine Spendensumme von 170.000 Euro übergeben werden – 70.000 Euro davon wurden von Rewe Group Partnern beigesteuert“, freut sich Tinkler.

Mit großer Leidenschaft widmet sich auch Zielpunkt diesem wichtigen Thema. Marketingleiterin Mag. Jeanne Ligthart geht ins Detail: „ Wir betreiben einerseits PoS Promotions wie etwa den Verkauf von Papiertragetaschen zu einem Sonderpreis, um somit einen Spendenbetrag zu lukrieren, beschäftigen uns aber andererseits gemeinsam mit Partnern – wie beispielsweise den Veranstaltern des Vienna City Marathons – auch mit der Konzeption eigener Spendenkonzepte für ganz spezielle Veranstaltungen und Events.“ Seit 2004 unterstützt Zielpunkt zudem die Caritas-Einrichtung St. Isidor in Oberösterreich und seit 2008 jene „Am Himmel“ in Wien. Johann Schweiger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Zielpunkt, wurde für dieses Engagement sogar die „Elisabethmedaille“, die höchsten Auszeichnung der Caritas Österreich, verliehen. Ligthart: „Es bereitet uns ganz einfach Freude mitzuerleben, was wir durch unseren Einsatz ermöglichen können.“ Die Summe aller Zielpunkt-Charity-Aktivitäten des heurigen Jahres beläuft sich auf stolze 110.000 Euro.

Auch bei Spar hat soziales Engagement höchste Priorität. Unternehmenssprecherin Mag. Nicole Berkmann: „Wir erachten Social Sponsoring als ganz wichtigen Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Die Aktivitäten sind enorm vielfältig. Das reicht von unserem langjährigen Engagement für Licht ins Dunkel, über Spendenschecks, die wir bei jeder

Markteröffnung an eine karitative Organisation überreichen, bis hin zu einem ‚Christkindl-Fonds‘, mit dem wir Bedürftige zu Weihnachten unterstützen.“ In Summe übergibt Spar so jährlich über 600.000 Euro an Spendengeldern, wobei ein Teil direkt gespendet und derRest über den Verkauf von Produkten zusammengetragen wird.

Über die Grenzen Österreichs hinaus übernehmen Hofer und die anderen europäischen Ländergesellschaften der Unternehmensgruppe Aldi Süd als Mitglied der freiwilligen internationalen Business Social Compliance Initiative (BSCI) Verantwortung  für die Durchsetzung unabhängiger Kontrollen eines international anerkannten, einheitlichen Sozialstandards. Dazu gehören neben der Berücksichtigung grundlegender Prinzipien, Rechte und Arbeitsstandards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) auch die Einhaltung der UN-Menschenrechtserklärung und der Konventionen des Global Compact.

Imagebringer?



Dass Social Sponsoring für das Image eines Unternehmens von Bedeutung ist, liegt ebenso auf der Hand wie teilweise steuerliche Begünstigungen. Dass aber genau dies die Gründe für die verschiedensten Charity-Aktivitäten sind, dagegen verwehrt sich die Branche eindringlich. „Wenn Unternehmen Spendenaktionen nur aus Imagegründen durchführen, dauert dieses Engagement meist nicht sehr lange. Nur Unternehmen, die aus innerer Überzeugung handeln, bauen über viele Jahre Beziehungen zu ihren gesponserten, karitativen Einrichtungen auf und somit auch zu den Menschen, die in diesen betreut werden“, bringt es Ligthart auf den Punkt. Hier schließt sich auch Mag. Herwig Gruber, GF der Firmengruppe Kastner, an: „In unserer Unternehmensgröße schauen sowohl die Öffentlichkeit als auch die MitarbeiterInnen genau darauf, was wir tun und wie wir es tun. Wir reden jedoch üblicherweise nicht über diese Projekte, sondern handeln einfach. Wer es wissen muss oder soll, der weiß auch, was wir tun.“ Auch beim Handelshaus Wedl ist Social Sponsoring keine Sache des Images, sondern findet aus tiefster Überzeugung statt. Die soziale Verantwortung wird dort seit Jahren gelebt, ohne dabei alle Aktivitäten und Aktionen an die große Glocke zu hängen. So kümmert sich KR Leopold Wedl mit SOS-Partnerschaften um Kinder in den ärmsten Ländern der Welt und hilft vom Schicksal Benachteiligten wo immer es geht. Dazu gehört beispielsweise die Unterstützung behinderter Kinder, um ihnen die Teilnahme an Ausflugsfahrten zu ermöglichen, genauso wie die Verpflegung von Teams, die im Katastropheneinsatz sind oder die Belieferung von SOMA-Märkte mit Warenspenden.

Logistische Herausforderung



Bedenkt man, dass in Österreich laut ECR Austria bis zu 166.000 Tonnen Lebensmittel jährlich im Müll landen und in Wien – wo die Menge mit 9.000 Tonnen ebenfalls erschreckend hoch ist – an einem Tag so viel Brot und Gebäck weggeworfen wird, wie die zweitgrößte Landeshauptstadt Graz täglich konsumiert, kann genau mit diesen Warenspenden ein entscheidender Beitrag zur Verbesserung der sozialen Situation Betroffener geleistet werden. Doch die Umsetzung der Verteilung von übrig gebliebenen Lebensmitteln ist oft eine logistische Herausforderung, die Hilfebietenden Stolpersteine in den Weg legt. Deshalb investieren die einzelnen Handelsunternehmen auch verstärkt in die Bereiche IT und Logistik. Rewe International AG ermöglicht der Wiener Tafel beispielsweise, ihre Fahrzeuge in den Rewe-Werkstätten warten und reparieren zu lassen und auch bei Kastner spielt die Optimierung der Logistikabläufe in einem speziellen Fuhrparkmanagement-Programm eine wichtige Rolle.
Umso erfreulicher – und in Zeiten wie diesen keineswegs selbstverständlich – ist es, dass ECR-Austria als übergeordnete Plattform eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen hat, die sich auf die technisch-logistische Zusammenführung von Handel und Industrie spezialisiert hat (siehe Kasten).
Schön zu sehen ist in jedem Fall, dass Handel und Industrie trotz vorherrschendem Wettbewerb und schwieriger Marktsituation nicht im Entferntesten daran denken, den Rotstift genau bei diesen Aktivitäten anzusetzen. Mit Kreativität und hohem Engagement ziehen hier alle an einem Strang, um gemeinsam einen wertvollen Beitrag für jenen Teil der Gesellschaft zu leisten, der auf genau diese Unterstützung so dringend angewiesen ist.

Caritas ruft Le+O ins Leben

Mitte November startete die Caritas in Kooperation mit den Wiener Pfarren das Projekt Le+O – Lebensmittel und Orientierung. Hier wird die Ausgabe von Lebensmitteln an Armutsbetroffene mit einem individuellen, kostenlosen Beratungs- und Orientierungsangebot kombiniert. Vorerst erfolgt die Ausgabe an 10 Stellen in Wiener Pfarren, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern und Sozialarbeitern betreut werden. Neu dabei ist, dass die Betroffenen neben der Soforthilfe durch Lebensmittel über persönliche, freiwillige und unbürokratische Beratung nachhaltig Unterstützung für einen Weg zum Ausstieg aus der Armutsspirale finden.
Folgende Unternehmen unterstützen das Projekt zum Start bei Redaktionsschluss: AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH, Babel Reinigungbedarf24at, Bäckerei Strauss - AKTIV Bäckerei GesmbH & Co KG, BackWerk AT GmbH, Bahlsen GesmbH, Baumax, Billa, C&C Berger, Coca Cola, Curver, Der Mann, Fruchtstadl, Henkel, Kraft Foods, LGV Frischgemüse Wien reg. Gen.m.b.H., Procter & Gamble, Staud‘s GmbH, TS Lebensmittel, Franz Wolf Gesellschaft m.b.H. und Zielpunkt. Weitere Unterstützer sind aber im Sinne der Kontinuität herzlich willkommen, um das Projekt auch langfristig sicherstellen zu können.



ECR-Austria mit neuer Arbeitsgruppe (Autor: Willy Zwerger)

Während viele Menschen in Österreich an der Armutsgrenze leben, werden gleichzeitig pro Jahr bis zu 166.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Unter dem Motto „Verwerten statt Entsorgen“ verfolgen die Sozialmärkte das Ziel, bedürftige Mitmenschen mit geringem Einkommen mit nicht mehr verkaufsfähigen, falsch etikettierten oder fast abgelaufenen Produkten zu versorgen. Nun hat ECR Austria neben jenen in Sachen Nachhaltigkeit allgemein, GDA – Guideline Daily Amounts, Shelf Ready Packaging, Shrinkage und Quellensicherung vor, auch eine eigene Arbeitsgruppe für soziale Nachhaltigkeit zu gründen. Mit dem Ziel, die Analyse der Möglichkeiten von Händlern und Herstellern, Waren, die nur mehr bedingt oder überhaupt nicht mehr verkaufsfähig sind, einer Verwendung für sozial bedürftige Personen zuzuführen. Was schlussendlich in einer organisierten Form erfolgen soll, statt diese Waren – wie bisher – zu entsorgen.
Vorgestellt wurde die neue Arbeitsgruppe am diesjährigen ECR Infotag im Wiener Hotel Savoyen am 11. November, wo im Rahmen einer Podiumsdiskussion Henkel CEE-Boss Günter Thumser unter anderem einmal mehr die Meinung vertrat, dass „es offensichtlich ist, dass Werte den Menschen wieder wichtig werden. Was unter anderem auch dadurch bestärkt wird, dass Marken wieder stärker wachsen. Und dass die Menschen sehr wohl hinterfragen und wissen wollen, wer hinter den Produkten, hinter den Marken steht“. Rewe-Vorstand Werner Wutscher pochte darauf, dass der Begriff Nachhaltigkeit Übersetzungen brauche, weil beinahe jeder darunter etwas anderes versteht. Er habe klipp und klar zur Kenntnis nehmen müssen, dass den Menschen, die bei der Rewe einkaufen gehen, primär „grüne“ Produkte haben wollen, es ihnen jedoch herzlich egal sei, wie das Unternehmen umweltfreundlich gebaut hat oder mit seinen Mitarbeitern umgehe.
Interessant war auch das Statement von Neo-Manner-Geschäftsführer Alfred Schrott, der ja – von Unilever kommend – beide Welten kennt: „Nachhaltigkeit, und somit auch die soziale, ist für einen traditionellen Familienbetrieb selbstverständlich, bei einem Konzern oft nur Strategie.“ Was Logistik-Chef Jörg Greibel vom Familienunternehmen bauMax nur bestätigen konnte: „Wir arbeiten bereits seit 34 Jahren mit Behinderten zusammen, investieren sehr viel in barrierefreie Arbeitsplätze sowie Mitarbeiterausbildung und haben den Riesenvorteil, dass der Return of Investment ruhig etwas länger dauern darf .“
Werner Wutscher warnte vor einer reinen CO2-Diskussion und alles andere sei egal. Mitarbeiter muss man selbstverständlich gut behandeln, keine Luftblasen verkaufen und stets die Glaubwürdigkeit beachten. Und: Auf gar keinen Fall verwirrte Konsumenten hinterlassen.



Im Rahmen der Partnerschaft zwischen Adeg und den Rote Nasen Clowndoctors wanderten im Jahr 2008 12.250 rote Schaumstoffnasen über die Ladentische. Adeg-Vorstandssprecher Andreas Poschner (Mitte) und Adeg-Vorstand Andreas Bachleitner (rechts) übergaben den Erlös von 24.000 Euro, der unzählige Clownvisiten in Österreichs Spitälern sichert.® Rewe International AG
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Im Rahmen der Partnerschaft zwischen Adeg und den Rote Nasen Clowndoctors wanderten im Jahr 2008 12.250 rote Schaumstoffnasen über die Ladentische. Adeg-Vorstandssprecher Andreas Poschner (Mitte) und Adeg-Vorstand Andreas Bachleitner (rechts) übergaben den Erlös von 24.000 Euro, der unzählige Clownvisiten in Österreichs Spitälern sichert.® Rewe International AG


Zielpunkt-Vorstandsvorsitzender Johann Schweiger übergibt einen Spendenscheck in der Höhe von 70.000 Euro an die Caritas-Einrichtung St. Isidor, die sich der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen widmet. Zielpunkt kommt hier seit mittlerweile fünf Jahren für die Gesamtkosten der Psychotherapien auf und freut sich über die positive Entwicklung der Kinder.® Zielpunkt
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Zielpunkt-Vorstandsvorsitzender Johann Schweiger übergibt einen Spendenscheck in der Höhe von 70.000 Euro an die Caritas-Einrichtung St. Isidor, die sich der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen widmet. Zielpunkt kommt hier seit mittlerweile fünf Jahren für die Gesamtkosten der Psychotherapien auf und freut sich über die positive Entwicklung der Kinder.® Zielpunkt


Die Volkshilfe Jobfabrik kümmert sich seit 1997 um jene Jugendliche, die durch Lernschwierigkeiten und Entwicklungsrückstände vom normalen Erwerbsleben ausgegrenzt werden. Spar unterstützt die Kooperation seit sechs Jahren und bildet die Jugendlichen zu qualifizierten Verkaufshilfskräften heran. ® Spar
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Die Volkshilfe Jobfabrik kümmert sich seit 1997 um jene Jugendliche, die durch Lernschwierigkeiten und Entwicklungsrückstände vom normalen Erwerbsleben ausgegrenzt werden. Spar unterstützt die Kooperation seit sechs Jahren und bildet die Jugendlichen zu qualifizierten Verkaufshilfskräften heran. ® Spar
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