Corona Pandemie: Der Wiener Maskenfall
 
Corona Pandemie

Der Wiener Maskenfall

C.Jobst/PID
Wiens Bürgermeister Ludwig geht - nach Ankündigung des Gesundheitsministeriums, die Maskenpflicht mit 1. Juni auch im lebensnotwendigen Handel, sowie in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu beenden - wie gewohnt einen Sonderweg.
Wiens Bürgermeister Ludwig geht - nach Ankündigung des Gesundheitsministeriums, die Maskenpflicht mit 1. Juni auch im lebensnotwendigen Handel, sowie in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu beenden - wie gewohnt einen Sonderweg.

Für drei Monate pausiert in Österreich weitgehend die FFP2-Maskenpflicht. In ganz Österreich? Nein, ein kleines Land geht wie gewohnt seinen eigenen Weg. Was in Wien ab 1. Juni gilt.

Der Gesundheitsminister Johannes Rauch und Verfassungsministerin Caroline Edtstadler setzten für die Sommermonate die Maskenpflicht gemeinsam mit der Impfpflicht für drei Monate aus. Ausnahme ist nur der Pflege- und Spitalsbereich, womit besonders vulnerable Personen besonders geschützt werden sollen (CASH berichtete). Damit fällt erstmals seit Beginn der Coronapandemie die Maskenpflicht auch im Lebensmittelhandel und in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Doch schon am gleichen Abend (24.5.2022) veröffentlichte der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig seinen Weg für Wien. Nach intensiven Gesprächen und interner Krisensitzung entschied sich die Wiener Stadtregierung wiederholt für strengere Regeln: In Wien ist das Tragen von FFP2-Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln, Apotheken, Ordinationen und auch Spitälern weiterhin verpflichtend. Doch zumindest der Lebensmittelhandel atmet auch hier auf, denn die Geschäfte für den täglichen Bedarf sind von der strengeren Regel diesmal ausgenommen.

Als Grund für die härteren Maßnahmen in Wien nennt der Bürgermeister die besonders vulnerablen Settings in diesen Bereichen: "Wir waren während der gesamten Coronakrise immer auf der sicheren Seite in Wien", erklärt Ludwig, dies habe auch Erfolge erzielt. In seiner öffentlichen Erklärung nannte er den Wiener Weg eine "Ergänzung" zur Maßnahme des Bundes. Er sei sicher, dass diese von der Wiener Bevölkerung auch diesmal mitgetragen werde. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei", wiederholte er seinen bereits mehrfach geäußerten Appell. Das Tragen von FFP2-Masken habe sich bewährt, diese schützen vor Infektionen auch abseits von Corona. Wien nehme die neuen Rahmenbedingungen der Bundesregierung zur Kenntnis, werde diese aber aufgrund von Empfehlungen der Experten und des Medizinischen Krisenstabs ergänzen. Ludwig nahm seine Stellungnahme auch zum Anlass, die Bundesregierung zeitgerecht an eine Impfkampagne für den Herbst zu erinnern, die PCR-Testaktion "Alles Gurgelt" werde in Wien weiter beibehalten.

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