Coronavirus: Hamsterkäufe bemerkbar
 
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CASH hat beim Handel nachgefragt, wie das Coronavirus das Kaufverhalten der Bevölkerung beeinflusst und ob Lieferengpässe zu erwarten sind.

Es ist die Unsicherheit, die manche Konsumenten zu Vorsichtsmaßnamen treibt - darunter auch Großeinkäufe. Wie der Handel auf die plötzlich gestiegene Nachfrage nach bestimmten Warengruppen reagiert, ob Lieferengpässe zu erwarten sind und ob es Einschränkungen für die Mitarbeiter gibt, hat CASH bei den Handelsketten nachgefragt.

Rewe International

Beim Lebensmitteleinzelhändler zeigt man sich vorbereitet: "Wir stehen in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und bereitet sich vorsorglich auf mögliche Szenarien in Zusammenhang mit dem Coronavirus vor. Im Notfall werden von den Behörden weitere Maßnahmen beschlossen. Unsere Mitarbeiter wurden hinsichtlich der hygienischen Vorsorgemaßnahmen informiert. Ein interner Ablaufplan für unsere Mitarbeiter in den Filialen regelt zudem die genaue Vorgehensweise", so Pressesprecher Paul Pöttschacher. Zudem wurde eine partielle Reisewarnung für bestimmte italienische Gemeinden (laut Außenministerium) ausgesprochen, weshalb das Unternehmen vermehrt auf technische Möglichkeiten wie Video- und Telefonkonferenzen setzen, um Meetings mit Kollegen aus dem Ausland abzuhalten.

Von Kundenseite konnte eine Tendenz vorsorglicher Einkäufe festgestellt werden: "Aktuell bemerken wir eine verstärkte Nachfrage bei Grundnahrungsmittel wie etwa Nudeln, Konserven und weiteren haltbaren verpackten Waren. Die Rewe Group in Österreich ist auf diese verstärkte Nachfrage gut vorbereitet und kann entsprechende Mengen rasch bereitstellen", erklärt Pöttschacher.

Davon konnten wir uns auch selbst ein Bild machen, bei Merkur etwa hat man vergangenes Wochenende verstärkt auf Zweitplatzierungen mit Linsen und Apfelmus gesetzt.

Spar Österreich

Auch bei Spar konnten Mehrkäufe bei den länger haltbaren Produkten wie Nudeln, Reis, Dosen und mehr beobachtet werden. "Wir haben die Warenlogistik verstärkt und liefern dieser Produkte vermehrt an die Märkte aus. Die Lagerbestände sind gut, es ist alles nachgeordert", beschreibt Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann die Situation. In Bezug auf die Industrie wurden aufgrund des Virus noch keine Engpässe bemerkt, Prognosen für die Zukunft möchte man bei Spar allerdings noch nicht abgeben. "Aktuell ist es noch kein großes Problem. Wie es weitergeht ist derzeit nicht ganz einschätzbar. Aus Italien wissen wir, dass sich die Situation dann auch wieder einpendelt", so Berkmann weiter.

Unimarkt

Unimarkt spürt bei den Vorratskäufen neben Teigwaren und Fertigerichten auch eine verstärkte Nachfrage nach H-Milch und Wasser. Lieferengpässe befürchtet man aber noch keine: "Möglich ist es, jedoch in unserer regionalen Ausrichtung auf regionale/österreichische Produkte und Lieferanten sehen wir das derzeit nicht wirklich", so Geschäftsführer Dipl.-Kfm.(FH) Andreas Haider. Reiseverbote oder der Verzicht auf die Teilnahme bei Groveranstaltungen will Unimarkt derzeit noch nicht aussprechen. "Da wir als kleiner Händler unsere Aktivitäten in den Regionen haben, halten wir das noch nicht für notwendig. Wir sensibilisieren unser Mitarbeiter aber in Zeiten wie diesen noch intensiver auf sämtliche Hygienevorschriften zu achten", so Haider.

Hofer

Seitens des Diskonters heißt es: "Mit unserem ausgeklügelten Logistiksystem und Gesprächen mit unseren Lieferanten setzen wir alles daran, dass wir in jeder Hofer Filiale volle Verfügbarkeit haben. Im Moment kommt es in manchen Regionen zu einer erhöhten Nachfrage nach einzelnen Warengruppen, wie zum Beispiel Sugo und Teigwaren. Wir beobachten und analysieren die Situation laufend und können je nach weiterer Entwicklung entsprechende Maßnahmen auch kurzfristig ergreifen."

Auch an die Sicherheit der Angestellten wird gedacht: "Die Gesundheit unserer Mitarbeiter, Partner und Kunden hat für uns stets oberste Priorität, weshalb wir ein umfangreiches Maßnahmenpaket anlässlich der aktuellen Situation definiert haben. Dieses inkludiert beispielsweise nochmals strengere Hygienemaßnahmen und verschärfte Regelungen hinsichtlich Dienstreisen."

Lidl

Seitens der Lidl-Pressestelle heißt es: "Wir können bestätigen, dass wir in einigen Regionen und Filialen deutlich erhöhte Abverkäufe verzeichnen. Insbesondere Artikel aus dem Trockensortiment und aus dem Hygienebereich werden aktuell stark nachgefragt. Lidl Österreich arbeitet gemeinsam mit seinen Lieferanten und Logistikpartnern intensiv daran, die Warenversorgung in seinen Filialen sicherzustellen und die Logistikzentren mit stark nachgefragten Artikeln zu bevorraten. Wir beobachten die Situation laufend und informieren unsere Mitarbeiter, wie sie sich und unsere Kunden am besten vor einer Ansteckung schützen können."

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