Coronavirus (Update 22.7.): Comeback der Mask...
 
Coronavirus (Update 22.7.)

Comeback der Maskenpflicht

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In Supermärkten und anderen öffentlichen Orten muss ab Freitag wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die Bundesregierung hat in einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass die Maskenpflicht für öffentliche Orte wie Supermärkte wieder gelten wird. Kanzler Sebastian Kurz hat dies begründet: "Es gibt Orte, die man einfach aufsuchen muss, ob man möchte oder nicht. Diese unfreiwilligen Bereiche des Alltags sollen für Schutzbedürftige sicherer werden. Darunter fallen etwa Supermärkte, Banken und Postfilialen. Hier werden wir die Mund-Nasen-Schutzpflicht wiedereinführen. Wir wissen, dass die Maske auch einen symbolischen Effekt hat. Solange es keine Impfung gibt, müssen wir uns bewusst sein, dass wir nicht sorglos werden dürfen."
Gültig ist die Maßnahme ab Freitag. Ein Ablaufdatum für die Maskenpflicht wurde nicht genannt - sie gilt somit bis auf Widerruf.

Zudem wurden weitere Bestimmungen für die Einreise aus dem Ausland - besonders aus der Balkan-Region - angekündigt, da von dort viele Fälle "eingeschleppt" wurden, wie Kurz es formulierte. In Kooperation mit den heimischen Glaubensgemeinschaften wurde außerdem die Maskenpflicht bei Gottesdiensten besprochen - die Messen sollen in kleinerem Ausmaß stattfinden.

Vizekanzler Werner Kogler unterstützte Kurz: "All diese Maßnahmen sind in Hinblick auf den Herbst zu sehen, um eine zweite Welle zu verhindern. Wir wollen keinen zweiten Lockdown." Er nennt das Tragen einer Maske "nicht nur Eigen- sondern auch Fremdschutz."

Gesundheitsminister Rudolf Anschober beziffert die aktuellen Corona-Fälle in Österreich: 19.000 bestätigte Erkrankungen insgesamt, heute wurden 48 Neuinfektionen gemeldet. Er spricht sich für eine schnelle und regionale Reaktion auf die Erkrankungen aus. Die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz kommentiert er: "Jetzt gilt es, die schutzbedürftigen Personen zu schützen. Ich finde es wichtig und richtig, dass wir diesen Schritt gemeinsam realisieren. Das Tragen der Maske ist für viele das Wiederinstallieren unserer Warnsysteme. Wir müssen uns dem Risiko bewusst sein."

Innenminister Karl Nehammer spricht von "Wellenbrechern" bei den aktuellen Maßnahmen: "Der Mund-Nasenschutz schärft das Problembewusstsein. Wofür mir das Verständnis fehlt ist, wenn gegen Quarantänemaßnahmen verstoßen wird. Wir mussten bislang 260 solcher Verstöße ahnden."

Update 22.7.

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will zur Wiedereinführung der Maskenpflicht: ""Der heimische Lebensmitteleinzelhandel trägt die heute verkündeten neuen Maßnahmen zur Wahrung der Gesundheit der Bevölkerung weiterhin mit. Wir freuen uns, dass unserer Empfehlung seitens der Regierungsspitzen Rechnung getragen wurde und der krisengebeutelte Non-Food-Handel mit nicht-lebensnotwendigen Gütern außen vor bleibt - nachdem bei der Wiedereinführung der Maskenpflicht bei Supermärkten kein Verhandlungsspielraum bestand." Weiter heißt es: "Die Gesundheit der Bevölkerung geht vor und steht für den österreichischen Handel an erster Stelle. Gleichzeitig erwarten wir – mit Blick auf die negativen wirtschaftlichen Kollateraleffekte – fundierte gesundheitsbehördliche Fakten als Entscheidungsbasis. Das Prinzip sollte stets lauten: lokal vor regional vor national. Dadurch können Corona-Cluster gezielt an der Wurzel bekämpft werden. Darüber hinaus beeinträchtigen lokal begrenzte Gesundheitsvorgaben den Wirtschaftsmotor so gering wie möglich."

WKO-Handelsobmann Rainer Trefelik zu dem Thema: "Natürlich tragen wir gesundheitspolitischen Notwendigkeiten Rechnung - Gesundheit und Sicherheit standen und stehen auch und insbesondere im Handel im Fokus" und unterstreicht dabei "dass Einkaufen in Österreich sicher ist."
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