Coronavirus: Coronavirus-Krise zeigt Wichtigk...
 
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Coronavirus-Krise zeigt Wichtigkeit regionaler Versorgung

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Landwirtschaftskammer Österreich-Präsident Josef Moosbrugger unterstreicht vor dem Hintergrund der Epidemie die Bedeutung von Regionalität: "Wir müssen in unserem Land selbst die Voraussetzungen dafür schaffen, um die Bevölkerung im Ernstfall ernähren zu können. Wer bewusst zu heimischen Lebensmitteln greift, der sichert die Existenz unserer Bauernfamilien und garantiert sich selbst die beste Krisenvorsorge."

Versorgungsengpässe bei technischen Geräten und leer geräumte Regale sind zurzeit nicht unüblich. Das Coronavirus führt uns wieder einmal vor Augen, dass unser überregionaler Konsum nicht selbstverständlich ist. Vor allem bei Lebensmitteln kann das hierzulande auch schnell zu Problemen führen, wie LK-Präsident Josef Moosbrugger andeutet: "Das zeigte den Österreicherinnen und Österreichern drastisch, dass es bei Weitem nicht selbstverständlich ist, Lebensmittel überall und jederzeit zu bekommen, denn Ernährungssicherheit kann man nicht importieren." Er plädiert dafür, die Regionalität bei Lebensmitteln wieder zu stärken, sodass wir uns zum einen im Ernstfall auch selbst ernähren können, und zum anderen aber auch die Existenz der Bauernfamilien gesichert ist. "Wenn die gesamte EU nicht ein funktionierendes Netz von rund 10 Mio. bäuerlichen Betrieben hätte, müssten sich rund 500 Mio. Menschen tatsächlich um ihre Ernährung Sorgen machen. Solange jedoch Bäuerinnen und Bauern tagtäglich dafür sorgen, sind auch Krisen leichter zu bewältigen. Daher brauchen wir für unsere Betriebe auch Rahmenbedingungen, damit diese weiterhin ihre umfassenden Leistungen erbringen können", so Moosbrugger. Deshalb ist er auch dafür, die im Regierungsprogramm enthaltene verpflichtende Herkunftskennzeichnung so rasch wie möglich umzusetzen.

Dennoch muss man sagen, dass die Produktion der heimischen Bauern und Lebensmittelindustrie in vielen Bereichen die Nachfrage in Österreich komplett abdeckt, in manchen Bereichen sogar mehr produziert, wie konsumiert wird, wie Zahlen der Statistik Austria aus dem Jahr 2018 zeigen (für 2019 liegen sie noch nicht vor). Beispielsweise lag der Selbstversorgungsgrad bei Milch bei 164 Prozent, Rind- und Kalbfleisch landeten bei 141 Prozent und Käse bei 115 Prozent. Kartoffel, Getreide und Eier lagen bei ca. 90 Prozent. Nur bei Öl, Fisch und Tomaten ist die Selbtversorgerrate eher gering.
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