Coronavirus: Direktvermarktung als Überbrücku...
 
Coronavirus

Direktvermarktung als Überbrückung

pixabay.com - lumix2004

Die Landwirtschaftskammer und der Bauernbund raten zum Ab-Hof-Verkauf, um den LEH zu entlasten.

In den vergangenen Tagen haben sich die Absatzwege der Lebensmittelproduktion zwangsläufig geändert. Um die Lieferwege möglichst kurz zu halten, rät Bauerndbund-Präsident NR DI Georg Strasser den Landwirten zur Direktvermarktung: "Unsere Bauernfamilien können die Versorgung mit heimischen Erzeugnissen weitgehend sicherstellen. Wir sehen, dass die Nachfrage in der Direktvermarktung oder Bestellungen über Onlineplattformen, die regionale Lebensmittel anbieten, größer wird. Zudem wird es notwendig sein, auch in der Primärproduktion den Fokus auf die Nachfrage und die damit verbundenen Absatzchancen zu richten." Zwar macht die Direktvermarktung nur einen kleinen Anteil des Lebensmittelhandels aus, doch kann sie punktuell den LEH stark entlasten.

Wie Strasser hinzufügt, darf die Primärproduktion jetzt nicht aus den Augen gelassen werden: "Auch dort müssen wir die veränderten Konsumgewohnheiten mitdenken. Jetzt gilt es, die Produktionsmengen nachfrageorientiert anzupassen, um die Veränderungen auf den Agrarmärkten zu berücksichtigen. Nur gemeinsam mit den Partnern in der Verarbeitung und dem Handel wird es möglich sein, diese Ausnahmesituation zu meistern. Nicht zuletzt spielt auch der Konsument eine große Rolle. Mit seiner Kaufentscheidung kann er die heimische Landwirtschaft unterstützen."

Landwirtschaftskammer Österreich-Präsident Josef Moosbrugger schließt sich der Gutheißung der Direktvermarktung an: "Viele Menschen erkennen gerade jetzt, wie wertvoll es ist, einen Bauernhof in der Nähe zu haben, auf den sie sich verlassen können. Die Sinnhaftigkeit, den österreichischen Selbstversorgungsgrad in möglichst vielen Lebensmittelbereichen hoch zu halten, wird einmal mehr unter Beweis gestellt."
stats