Coronavirus: Handel ab 19 Uhr geschlossen?
 
Coronavirus

Handel ab 19 Uhr geschlossen?

MichaelGaida/Pixabay.com

Die Sozialpartner im Handel sprechen sich für eine befristete Anpassung der Öffnungszeiten im stationären Handel während des Lockdowns aus.

Die Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich und die GPA-djp haben sich angesichts der neuerlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Österreich auf eine befristete Anpassung der Öffnungszeiten für die Zeit der Ausgangsbeschränkungen verständigt. Konkret wollen sie, dass die Öffnungszeiten am Abend mit 19 Uhr beschränkt sind. "Mit dieser Vereinbarung leistet der Handel einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung der Maßnahmen der Bundesregierung. Bereits im ersten Lockdown hat sich die temporäre Anpassung der Öffnungszeiten gut bewährt. Damit konnten die Personalkapazitäten im Handel und somit die Versorgungssicherheit für alle Österreicherinnen und Österreicher noch besser gewährleistet werden", sagt der Obmann der WKÖ-Bundessparte Handel, Rainer Trefelik und Barbara Teiber, Vorsitzende der GPA-djp ergänzt: "Mit dieser Lösung möchten wir unseren überwiegend weiblichen Handelsangestellten die Möglichkeit geben, rechtzeitig zu Beginn der Ausgangsbeschränkung zu Hause zu sein. Viele sind auf den öffentlichen Verkehr angewiesen und haben kein Auto. Der Heimweg darf nicht zur Sicherheitsfalle werden."

Handelsverband steht dem Vorschlag positiv gegenüber

Der Handelsverband begrüßt den Vorschlag und hofft nun auf eine zeitnahe Verordnung des Gesundheitsministeriums, um Rechtssicherheit für die Öffnungszeitenregelung zu gewährleisten. Nach Angaben des Handelsverbands haben sich bereits letzte Woche Unternehmen diesbezüglich gemeldet. Hintergrund sei etwa, dass zum Beispiel Shoppincenter Offenhaltepflichten für Händler bis 21 Uhr vorsehen, was im Hinblick auf die Ausgangssperren zwischen 20 Uhr und 6 Uhr im Rahmen der Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung nicht sinnvoll ist.

"Die Ausgangsbeschränkungen machen eine temporäre Anpassung der Öffnungszeiten erforderlich. Ein einheitlicher Ladenschluss um 19:00 Uhr würde sowohl den Mitarbeitern als auch den Unternehmen sowie den Kunden Planungssicherheit geben. Allerdings darf die Beschränkung der Öffnungszeiten nur so lange gelten wie die Ausgangsregelung", sagt dazu Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Auch der LEH trägt die Anpassung mit - aber nicht alles sind glücklich

"Wir wissen bereits vom ersten Lockdown, dass die Menschen weniger, dafür mit einem größeren Warenkorb einkaufen. Durch das Homeoffice sind sie außerdem flexibler, das heißt das Kundenaufkommen verteilt sich besser über den Tag", kommentiert Rewe-International-Pressesprecher Paul Pöttschacher. Bis jetzt halten sich auch die Hamsterkäufe in Grenzen.

"Wie in den vergangenen Monaten unterstützen wir auch jetzt und in Zukunft die von der österreichischen Bundesregierung auferlegten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Sollte demnach von der Bundesregierung eine Anpassung der Öffnungszeiten beschlossen werden, so tragen wir diese Entscheidung verantwortungsvoll mit und werden eine neue Regelung umgehend umsetzen", heißt es bei Hofer. Ähnlich sieht man das auch bei Lidl und Nah&Frisch.

Update: 4.11.2020
Kritik kommt von Seiten der Spar: "Wir sehen eine Verkürzung auch eher problematisch, denn erstens wäre es aus epidemiologischer Sicht ja besser, die Märkte länger geöffnet zu lassen. Dann verteilen sich die Kunden über mehr Stunden. Zudem arbeiten ja viele Menschen und die möchten gerne nach der Arbeit am Abend noch einkaufen gehen", sagte Spar-Sprecherin Nicole Berkmann zur APA. Wenn aber tatsächlich eine Verordnung komme, werde Spar diese natürlich umsetzen, so Berkmann.

stats