Coronavirus (Update 9.9.): Handel begrüßt den...
 
Coronavirus (Update 9.9.)

Handel begrüßt den 3-Stufen-Plan

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Wirtschaftskammer und Handelsverband äußern sich positiv zu den geplanten Einschränkungen.

Ab 15. September gelten die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Wann genau die unterschiedlich stark ausfallenden Stufen in Kraft treten, hängt nun von der Auslastung der Instensivbetten ab. Ab einer zehnprozentigen Auslastung werden etwa FFP2-Masken wieder dort notwendig, wo aktuell ein Mund-Nasen-Schutz zum Einsatz kommt. An den Handel wird seitens der Regierung eine eindeutige Empfehlung zu einer FFP2-Masken-Pflicht ausgesprochen. Ungeimpfte werden sogar verpflichtet, diese Variante der Masken zu tragen. Im LEH gilt unterdessen eine generelle FFP2-Pflicht.

Maßnahmen, die auf ein zustimmendes Echo seitens der Branchenvertreter stoßen - wenn auch mit kritischen Untertönen. Der Handelsverband schreibt etwa in einer Aussendung: "Die Rückkehr zur FFP2-Maskenpflicht im gesamten österreichischen Lebensmitteleinzelhandel war zwar absehbar, wird allerdings kaum etwas an der Neuinfektionsrate ändern." Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, dazu: "Die Impfung ist hierfür die beste Antwort, der Lockdown die schlechteste. Daher tragen wir auch die bundesweite Wiedereinführung der FFP2-Maskenpflicht in Geschäften des täglichen Bedarfs mit, ebenso die FFP2-Maskenpflicht für Ungeimpfte in allen Geschäften. Die neuen Restriktionen werden laut den Händlern einen Umsatzrückgang von rund 150 Millionen Euro pro Monat zur Folge haben." Fraglich ist für Will, wie die Kontrollen des Impf-Nachweises ausfallen sollen. Dennoch begrüßt der Handelsverband das mehrstufige System, da es dem Handel ein gewisses Maß an Planungssicherheit gibt. 

Die angeführte Summe - der Umsatzrückgang von 150 Millionen Euro - wird vom Handelsverband wie folgt errechnet: "Zur Erklärung: Wir gehen davon aus, dass die Wiedereinführung der FFP2 Maskenpflicht für alle im LEH und alle Ungeimpften im Non-Food-Handel zu einem Rückgang der stationären Handelsumsätze von minus fünf bis sieben Prozent pro Monat führen wird. Wien ist hierbei rausgerechnet, da es ja im Non-Food-Handel zuletzt bereits eine allgemeine Maskenpflicht gegeben hat. Im Zeitverlauf wird sich der Negativeffekt abschwächen (Gewöhnung). Im LEH ist der Effekt ebenfalls viel schwächer, weil wir ja MNS Pflicht hatten und viele Kunden bereits freiwillig FFP2 getragen haben", heißt es auf CASH-Anfrage.

Erleichtert ist Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich, dass es keine Lockdowns mehr geben soll. "Wir freuen uns, dass mit Ausnahme des Lebensmittelhandels die FFP2-Maskenpflicht im Handel österreichweit nur für Ungeimpfte eingeführt wird. Mit dieser Form der Normalität sind Impuls- und Spontankäufe möglich, die für eine Stabilisierung der betriebswirtschaftlichen Situation des Handels unbedingt notwendig sind", heißt es von seiner Seite. Er bezeichnet die Impfung als "Game Changer, einen besseren Schutz gibt es nicht – sowohl gegen das Virus als auch zum Schutz der Arbeitsplätze, der Betriebe und des Konsumklimas."

Update

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck hat klargestellt, dass die angekündigten Stichproben nicht durch die Handelsangestellten, sondern durch die Polizei durchgeführt werden. Die Wortmeldungen von Rainer Will nennt sie dabei entbehrlich. "Um den Menschen ein sicheres Shoppen zu ermöglichen, sind die neuen Gesundheitsmaßnahmen unumgänglich. Für mich als Wirtschaftsministerin hat die Verhinderung eines erneuten Lockdowns oberste Priorität. Dafür erfordert es die Mithilfe der gesamten Gesellschaft und der Wirtschaft", heißt es von ihrer Seite.

Der Originalartikel ist am 8.9.2021 erschienen.

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